Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ecuador gewährt Julian Assange Asyl

Großbritannien: Kein freies Geleit für WikiLeaks-Gründer

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Facundo Arrizabalaga)
WikiLeaks-Gründer Julian Assange (picture alliance / dpa / Facundo Arrizabalaga)

Ecuador will WikiLeaks-Gründer Julian Assange Asyl gewähren. Das verkündete Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño in Quito. Nun droht eine diplomatische Krise zwischen London und Quito, denn Großbritannien will Assange nicht ausreisen lassen.

"Ecuador hat entschieden, Julian Assange politisches Asyl zu gewähren", erklärte Außenminister Ricardo Patiño in Quito. Assanges Leben und Unversehrtheit seien bedroht. Dem WikiLeaks-Gründer droht in Großbritannien die Abschiebung nach Schweden, wo er wegen Sexualdelikten angeklagt werden soll. Nachdem er in allen gerichtlichen Instanzen gescheitert war, flüchtete der Australier im Juni in die ecuadorianische Botschaft in London und beantragte dort Asyl.

Nun droht eine diplomatische Krise zwischen London und Quito, denn Großbritannien will Assange kein freies Geleit für einen Flug nach Ecuador gewähren. Das hatte das britische Außenministerium bereits vor der Entscheidung über den Asylantrag Assanges verkündet. London habe ein rechtliche Verpflichtung, Assange an Schweden auszuliefern.

Großbritannien könnte Botschaft Ecuadors stürmen

Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño In einem ersten Stellungnahme über die Internetplattform Twitter zeigte sich das britische Außenministerium "enttäuscht" über die Entscheidung in Quito. Zuvor hatte Großbritannien nach Angaben von Patiño gedroht, in die Botschaft Ecuadors einzudringen und Assange dort festzunehmen. Nach britischer Lesart ist dies auf der Grundlage eines Gesetzes aus dem Jahr 1987 möglich.

Assange-Anhänger demonstrieren in London

Dutzende Anhänger von Julian Assange protestieren in London (picture alliance / dpa / EPA / Facundo Arrizabalaga)Dutzende Anhänger von Julian Assange protestieren in London (picture alliance / dpa / EPA / Facundo Arrizabalaga)Am Morgen hatten sich vor der ecuadorianischen Vertretung im Londoner Stadtteil Knightsbridge dutzende Demonstranten versammelt; einige hatten die Nacht über vor dem Gebäude gecampt. Es kam zu Rangeleien mit der Polizei. Mindestens einer der Demonstranten wurde verhaftet.

Assange bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und vermutet, er solle von Schweden in die USA abgeschoben werden und dort wegen der brisanten Enthüllungen von WikiLeaks juristisch verfolgt zu werden. Die Internetplattform hatte unter anderem Hunderttausende vertrauliche US-Depeschen veröffentlicht und sich damit den Zorn Washingtons zugezogen.


Archiv-Artikel zum Thema:

Kluft zwischen Anspruch und Auftritt - WikiLeaks-Aktivist Julian Assange präsentierte sich in Berlin
Vom Idol zum Idioten - Julian Assange und WikiLeaks sind am Wahn totaler Transparenz gescheitert
Schlechtes Bild von Merkel und Co. - WikiLeaks veröffentlicht Geheimdokumente aus US-Botschaften
Politiker diskutieren über "Flurschaden" durch WikiLeaks-Veröffentlichungen - Datenschutzbeauftragter sieht alarmierende Entwicklung
WikiLeaks-Chef Assange ist verhaftet - Unterschiedliche Reaktionen in Schweden und den USA

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:30 Uhr Tag für Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Ex-EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP)"Nicht alle, die Hofer wählen, sind Rechtspopulisten"

Franz Fischler, ehemaliger EU-Agrarkommissar, während einer Pressekonferenz in Brüssel 2015 (dpa / picture alliance / Julien Warnand)

Der frühere EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler hat die etablierten Parteien in Österreich aufgefordert, die Frustration der Bürger ernstzunehmen. Andernfalls könne es bei der kommenden Parlamentswahl schwierig werden, sagte Fischler im DLF.

Der TriggerknüppelLiteratur gefährdet eventuell Ihre Gesundheit!

Die Frau stapelt Bücher in zwei Fenstern; ihr Kopf ist durch ein letztes verbliebenes Loch zwischen den Büchern zu sehen. (dpa / Arne Dedert)

An die Schreckensbilder auf Zigarettenpackungen, die vor den Folgen des Rauchens warnen, haben wir uns gewöhnt. In den USA wird nun auch der Tatsache Rechnung getragen, dass Literatur und Kunst seelische Erschütterung hervorrufen kann. Warnungen davor scheinen unausweichlich.

ROLLKRAGENPULLOVERWarum der Rolli rockt

Es ist kalt, aber es gibt gute Nachrichten: Der Rollkragenpullover feiert ein Comeback. Wir können uns also schön warm einpacken - und sehen dabei auch noch gut aus!

Präsidentenwahl in Österreich"Ausländische Medien trugen zur Niederlage Hofers bei"

Die österreichische Journalistin Alexandra Föderl-Schmid (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)

Nach Ansicht der Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", Alexandra Föderl-Schmid, hat die Berichterstattung ausländischer Medien zur Niederlage des Rechtspopulisten Norbert Hofer bei der Präsidentschaftswahl beigetragen. Diese habe vielen Österreichern gezeigt, "welch verheerendes internationales Signal" dessen Sieg wäre.

Laura Garavini Renzis Parteifreundin nennt Rücktrittsankündigung "Akt der Ehrlichkeit"

Porträtfoto der italienischen Abgeordneten der Demokratischen Partei, Laura Garavini, aufgenommen am 28.08.2013 (dpa picture alliance / Fredrik von Erichsen)

Nach dem Verfassungsreferendum in Italien hat Regierungschef Matteo Renzi seinen Rücktritt angekündigt. Die sozialdemokratische italienische Abgeordnete Laura Garavini nannte das Votum der Bürger im DLF eine "bittere Niederlage". Renzi habe allerdings mit der geplanten Reform keinen Fehler gemacht.

Demokratie in der digitalen Welt"Das Internet ist eine Fähigkeit"

Ein junge Frau sitzt in einem Internetcafe. (picture-alliance/ dpa)

Die Populisten scheinen das Netz zu beherrschen. Manche sehen deshalb in der Digitalisierung einen Mechanismus, der der Demokratie schadet. Das Gegenteil sei der Fall, sagt die US-Soziologin Saskia Sassen. Wir müssten es nur in die Hand nehmen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Wahlkampf  Merkel: Union macht keine Koalitionsaussage | mehr

Kulturnachrichten

Komiker Jimmy Kimmel moderiert Oscar-Verleihung  | mehr

Wissensnachrichten

Wahrnehmung  Schimpansen erkennen sich am Hintern | mehr