Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

EHEC auf Sprossen in NRW nachgewiesen

Entwarnung für Gurken, Tomaten und Salat

Sprossen gelten als Quelle für die EHEC-Epidemie. (picture alliance / dpa/ Julian Stratenschulte)
Sprossen gelten als Quelle für die EHEC-Epidemie. (picture alliance / dpa/ Julian Stratenschulte)

In Nordrhein-Westfalen wurden die gefährlichen EHEC-Keime in einer Packung Sprossen nachgewiesen. Damit scheint sich die Theorie des Robert Koch-Instituts zu bestätigen: Sprossen sind offenbar die Ursache für die Darmkeim-Epidemie.

Lebensmittelprüfer haben in Nordrhein-Westfalen EHEC-Erreger des aggressiven Typs O104 in einer Packung Sprossen gefunden. Die Sprossen sollen von dem verdächtigten Betrieb im niedersächsischen Bienenbüttel stammen, wie das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium mitteilte. Gefunden wurde die Packung in der Mülltonne einer Familie in Königswinter im Rhein-Sieg-Kreis. Die Mutter und eine Tochter waren schwer erkrankt, befinden sich aber nicht in Lebensgefahr.

Der Fund aus NRW passt zur Einschätzung des Robert Koch-Instituts. "Es sind die Sprossen", hatte RKI-Präsident Reinhard Burger am Vormittag in Berlin gesagt. Durch die Befragung von Restaurant-Besuchern und Köchen sei die EHEC-Ursache nahezu zweifelsfrei feststellbar. Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung warnte vor dem Verzehr roher Sprossen. Die allgemeinen Verzehrwarnungen für rohe Gurken, Tomaten und Blattsalate hoben die Behörden dagegen auf.

Nach Einschätzung von RKI-Präsident Burger entspannt sich die Lage allmählich. Die Zahl der EHEC-Neuinfektionen sei rückläufig. Dennoch sei der Ausbruch noch nicht vorbei, sagte Burger. Bislang haben sich rund 2100 Menschen mit dem EHEC-Keim infiziert, 31 starben an den Folgen.

Bahr will Behördearbeit auf den Prüfstand stellen

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) lobte die Arbeit des Robert Koch-Instituts. Zugleich kündigte er an, die künftige Zusammenarbeit der Behörden von Bund, Ländern und Kommunen zu prüfen. "Wir werden uns in Ruhe mit den Ehec-Erfahrungen beschäftigen und gemeinsam mit den Ländern entscheiden, welche Konsequenzen zu ziehen sind", sagte Bahr in Berlin. Das Zusammenspiel der Behörden im Kampf gegen die EHEC-Epidemie war zuletzt in die Kritik geraten.

Am 25. Mai hatten das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Robert-Koch-Institut vor dem Verzehr roher Gurken, Tomaten und Blattsalate gewarnt. Der Absatz von rohem Gemüse ist seither stark eingebrochen. Erzeuger und Händler klagen über drastische Umsatzeinbußen. Die EU will für betroffene Gemüsebauern eine Entschädigung in Höhe von 210 Millionen Euro bereitstellen.


Mehr zum Thema bei dradio.de:

Spanischer Gemüseproduzent will gegen Hamburger Behörde klagen

EHEC-Erreger könnte auf Menschen spezialisierter Stamm sein

EHEC-Keim auf Gurke in Magdeburg nachgewiesen

EU will Gemüsebauern mit bis zu 150 Millionen Euro entschädigen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Enttäuschung in der SPD-Hochburg Duisburg"Erschütternd"

Eine Frau trägt am am 25.09.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) nach der Bundestagswahl ein abgehängtes SPD-Wahlplakat mit Spitzenkandidat Schulz zu ihrem Auto.  (picture-alliance / dpa / Sebastian Gollnow)

Die SPD hat bei der Bundestagswahl ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingefahren: 20 Prozent. Selbst in ihrer Hochburg Duisburg verzeichnen die Sozialdemokraten Verluste. Als die ersten Hochrechnungen kommen, herrscht hier Ratlosigkeit.

AfD-Fraktion zerlegt sichWem tut Jamaika am meisten weh?

Die AfD-Politiker Frauke Petry (von links), Jörg Meuthen, Alexander Gauland und Alice Weidel in der Bundespressekonferenz in Berlin (picture alliance/ dpa/ Julian Stratenschulte)

Tag eins nach der Bundestagswahl - und schon zerlegt sich die AfD. Welche Strategie steckt hinter Frauke Petrys Abschied aus der Fraktion? Außerdem: Wem würde ein Jamaika-Bündnis mehr weh tun. Den Grünen oder der CSU?

Matthias Lilienthal zur Besetzung der Volksbühne"Beide Seiten wollen dasselbe"

"Doch Kunst" steht am 22.09.2017 in Berlin auf dem Transparent an der Volksbühne. Aktivisten haben das Gebäude am Nachmittag besetzt, protestieren so gegen den neuen Intendanten Chris Dercon. Die Protestierenden bezeichnen ihre Aktion als Performance. (picture alliance / Paul Zinken / dpa)

Besetzer und Management der Volksbühne sollten aufeinander zugehen und einen vernünftigen Kompromiss suchen, meint der frühere Chefdramaturg der Volksbühne, Matthias Lilienthal, denn: "Eigentlich wollen sie dasselbe. Vielleicht haben sie es noch nicht ganz gemerkt."

BundestagswahlRekord-Bundestag mit 709 Abgeordneten

Innenansicht der Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin mit Besuchern (dpa / picture-alliance / Ralf Hirschberger)

Der neue Bundestag wird so groß wie noch nie. Das geht aus dem vorläufigen Ergebnis hervor, das der Bundeswahlleiter am frühen Morgen bekannt gegeben hat. Die Parteien der großen Koalition haben massiv Stimmen verloren, die AfD ist drittstärkste Kraft. Merkel kann Kanzlerin bleiben - die Koalitionsverhandlungen dürften aber schwierig werden.

Herfried Münkler zum Wahlergebnis"Angst ist ein sehr gefährlicher Ratgeber"

Ein Gegendemonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift "Habt keine Angst!" in der Hand am 12.09.2017 auf dem Holzmarkt in Jena (Thüringen) am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der AfD. (picture alliance / dpa / Martin Schutt)

Die AfD ist zweistellig in den Bundestag eingezogen. Doch jetzt in Angststarre zu verfallen oder gar zu versuchen, sich inhaltlich anzunähern, sei der falsche Weg, sagt Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Die AfD müsse politisch bekämpft werden.

Nach der Bundestagswahl Alle Demokraten sind herausgefordert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 24.09.2017 in Berlin in der Parteizentrale der CDU auf der Bühne. Merkel reagierte bei der Wahlparty der CDU auf die Veröffentlichung der Hochrechnungen zum Ausgang der Bundestagswahl 2017.  (dpa / picture alliance / Boris Roessler)

Der Einzug der AfD in den deutschen Bundestag fordere alle Demokraten heraus, kommentiert Dlf-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Das Parlament werde mit Abgeordneten umgehen müssen, die rassistische Parolen nicht scheuen. In dieser Situation sei der künftige Bundestagspräsident besonders gefordert.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Kurden-Referendum  Klares Votum für Autonomie | mehr

Kulturnachrichten

Stadt Kassel stimmt Bürgschaft für die documenta zu | mehr

 

| mehr