Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ein EU-Gipfel und drei Krisen: Ägypten, Euro, Energie

Die Europäische Union steht vor einer Belastungsprobe

Die EU-Länder als Puzzle
Die EU-Länder als Puzzle (picture alliance / dpa)

Eigentlich sollte sich der heute beginnende EU-Gipfel mit dem Euro-Rettungsschirm und Binnen-Energien beschäftigen, doch die Krise in Ägypten hat den Staatschefs eine weitere heikle Aufgabe aufgetragen: Sie müssen Position beziehen.

In Ägypten herrscht am heutigen Freitag trügerische Ruhe - Fernsehbilder sind spärlich, einige zuliefernde Fernsehagenturen wagen sich nach Übergriffen und Konfiszierungen ihres Arbeitsgeräts nicht mehr auf die Straße. Kommunikation mit Reportern vor Ort findet fast ausschließlich per Telefon statt.

Während die USA offenbar hinter den Kulissen an der Absetzung des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak arbeiten, tritt die EU noch auf der Stelle in ihrer Haltung gegenüber dem Regime. Schluss damit, fordert Rolf Mützenich (SPD): Er will eine konsequentere Haltung der EU und der Mittelmeer-Union gegenüber Ägypten - bis hin zu Sanktionen auf diplomatischer Ebene.

Die Stellvertreterin der europäischen Außenbeauftragten Catherine Ashton, Helga Schmid, hat vor dem heutigen EU-Gipfel in Brüssel die Zurückhaltung der EU in Ägypten verteidigt.Die EU könne nicht entscheiden, wer dort eine Übergangsregierung zu leiten habe, sagte sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte nach ihrer Ankunft in Brüssel, dass die Demonstranten in Ägypten besser geschützt werden und bekräftigte, dass die EU beraten werde, wie ein demokratischer Übergang in Ägypten unterstützt werden könne.

Der Euro: Rettung durch den "Pakt für Wettbewerbsfähigkeit"?

Das ursprünglich wichtigste Thema des Gipfels hat im Vorfeld für konträre Standpunkte gesorgt: Ausgerechnet die deutsche Bundeskanzlerin, bislang reserviert gegenüber einer zentralistischen EU-Wirtschaftspolitik, schlägt mit ihrem Pakt für Wettbewerbsfähigkeit eine wirtschaftliche Angleichung der Euro-Länder in den Bereichen Löhne, Steuern und Schuldenbremsen vor. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zeigte sich wenig erfreut über Angela Merkels Vorschlag - kein Wunder: ist die Kommission doch die "Regierung" Europas und will sich nicht von einzelnen Staatenlenkern in europäische Belange hineinreden lassen, jedenfalls nicht ohne vorherige Absprache. Frankreich und Spanien dagegen begrüßten Merkels Pakt-Entwurf.

Energie für alle

Schließlich will der Gipfel das Thema Energie voranbringen: So soll ein EU-weiter Binnenmarkt geschaffen, das Energienetz ausgebaut und die Förderung von Erneuerbaren diskutiert werden. Kanzlerin Angela Merkel machte auf dem Gipfel noch einmal auf die Wichtigkeit einer eigenständigen Energieversorgung für Europa aufmerksam.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Weltzeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

RusslandAbrechnung mit alter Heimat

Yuriy Gurzhy (l) und der Autor Wladimir Kaminer haben die Reihe Russendisko gegründet.

Handelsbeschränkungen hätten noch nie etwas zum Positiven in der Welt gewendet, kritisiert der russischstämmige Autor Wladimir Kaminer. Die Katastrophe in der Ukraine sei einer "Kette von politischen Fehlentscheidungen" Putins geschuldet.

SiemensEin Riese vor dem Umbau

Schild mit Aufschrift "Siemens" auf einem Gebäude

Siemens steht vor einem massiven Umbau. Vorstandschef Joe Kaeser will die Struktur des Industriekonzerns zerschlagen, das Unternehmen schlanker machen, das angekratzte Image aufbessern. Doch die Mitarbeiter sind verunsichert. Denn von dem Umbau sollen laut IG Metall Tausende Stellen betroffen sein.

Katharina Wagner"Kann ich nicht kommentieren"

Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bei einer Pressekonferenz vor Beginn der Bayreuther Festspiele im vergangenen Jahr.

Wie fast jedes Jahr sorgen die Bayreuther Festspiele für kontroverse Diskussionen. Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, zeigt sich von der Kritik unbeeindruckt und reagiert gelassen auf persönliche Vorwürfe.

PolenStreit über Kulturboykott gegen Russland

Der polnische Premier Donald Tusk (r) und der damalige Ministerpräsident Russlands, Wladimir Putin, während einer Pressekonferenz am 1.9.2009

Die Absage des polnischen Kulturjahres 2015 in Russland hat in Polen eine Debatte über die Sinnhaftigkeit eines Kulturboykotts ausgelöst. Rechtskonservative zeigen sich mit dem Schritt zufrieden, linksliberale Kritiker sehen darin ein Eigentor der Polen.

Frage des TagesBringt das Netz den deutschen Antisemitismus ans Licht?

Ein Hakenkreuz und ein durchgestrichener Davidstern sind am 09.06.2013 an einer Gedenkstätte am Nordbahnhof in Berlin zu sehen.

In Online-Foren hierzulande sorgt der israelische Gazafeldzug für Aufregung. Artikel darüber werden heftig diskutiert, häufig gemischt mit Israel-Hass und Antisemitismus. Die Linguistin Monika Schwarz-Friesel erforscht das Phänomen.

DDR-MusikVon AG.Geige bis Zwitschermaschine

Die Schallplatte "Silly - Bataillon D'Amour" des VEB Deutsche Schallplatten Berlin "Amiga", erschienen 1986

Bands wie Karat, Silly oder Pankow sind auch heute noch vielen Menschen ein Begriff, auch einigen, die nicht in der DDR aufgewachsen sind. Wer es genauer wissen will, kann in Götz Hintzes "Rocklexikon der DDR" nachschlagen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ukraine-Konflikt: G 7-Staaten  drohen Russland mit weiteren Sanktionen | mehr

Kulturnachrichten

Reporter ohne Grenzen:  Russland behindert mit Internetgesetz Medien | mehr

Wissensnachrichten

Pilotprojekt  Briten können ab 2015 fahrerlose Autos testen | mehr