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"Ein grauenhafter Völkermord"

Holocaust-Denkmal für Sinti und Roma in Berlin eingeweiht

Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Einweihung des Denkmals für Sinti und Roma in Berlin (picture alliance / dpa / Clemens Bilan)
Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Einweihung des Denkmals für Sinti und Roma in Berlin (picture alliance / dpa / Clemens Bilan)

Fast 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Knapp 70 Jahre später wurde im Beisein von Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel in Berlin ein Denkmal der Öffentlichkeit übergeben. Es soll an vergangenes Leid erinnern und zugleich die Aufmerksamkeit gegenüber heutigem Rassismus schärfen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die Verbrechen der Nationalsozialisten an den Sinti und Roma einen "grauenhaften Volkermord". Das Denkmal erinnere an eine Opfergruppe, die öffentlich viel zu lange und viel zu wenig wahrgenommen worden sei. Es stehe für ein unsägliches Unrecht, das den Menschen zugefügt wurde. Zudem hob Merkel hervor, das Denkmal sei auch eine Mahnung für die heutigen und künftigen Generationen. Kulturelle Vielfalt mache Deutschland liebenswert und lebenswert. Allerdings dürfe man sich auch nichts vormachen, so die Kanzlerin: "Sinti und Roma leiden auch heute unter Ablehnung". Die Hinweise, dass sie nach wie vor um ihre Rechte kämpfen müssten, sei zutreffend.

Rose: Antiziganismus genauso ächten wie Antisemitismus

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, warnte vor einem neuen Rassismus. In seiner Rede sagte er, dieser Rassismus richte sich vordergründig gegen seine Minderheit, tatsächlich aber gehe es um die Demokratie und die demokratischen Werte insgesamt. "Hier genügen keine Verbote - die Ächtung jedweder Gewalt muss in der ganzen Gesellschaft Platz greifen." Bereits zuvor hatte er sich im Bayerischen Rundfunk dafür ausgesprochen, Rassismus gegen Sinti und Roma genauso zu ächten wie Antisemitismus. Das müsse die Botschaft des neuen Denkmals in Berlin sein.

Der niederländische Sinto und Holocaust-Überlebende Zoni Weisz sagte im Deutschlandradio Kultur, das Denkmal sei sehr bedeutend: "Es ist die Anerkennung des uns während der nationalsozialistischen Periode zugefügten Leids. Das ist sehr wichtig für die paar Überlebenden, die es noch gibt."

Am Rand steht das Gedicht "Auschwitz" von Santino Spinelli

Das Denkmal wurde vom israelischen Künstler Dani Karavan gestaltet. Es besteht aus einem runden Wasserbecken, in dessen Mitte eine versenkbare steinerne Stele montiert ist. Auf dem Rand steht in englischer und deutscher Sprache das Gedicht "Auschwitz" von Santino Spinelli. Nach den Juden und den Homosexuellen haben damit auch die Sinti und Roma nach über 20-jähriger Planung in Berlin einen Ort der Erinnerung an die Schrecken des Holocaust. Die Kosten von 2,8 Millionen Euro trägt der Bund.

Mehr als 20 Jahre haben Sinti und Roma auf das Denkmal gewartet, das den NS-Völkermord an ihren Angehörigen ächtet. Bereits seit 1988 fordert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in der Diskussion um das Holocaust-Mahnmal einen eigenen Gedenkort für die von den Nazis als "Zigeuner" verfolgten und ermordeten Menschen.

Mehr auf dradio.de:

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Tag und Nacht ein Geigenton - Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma in Berlin
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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

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