Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ein Marshall-Plänchen als Griechenland-Hilfe

Investitionsgipfel im Bundeswirtschaftsministerium

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösle begrüßt  Vertreter von Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft. (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösle begrüßt Vertreter von Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft. (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ruft zu einer Investitionsinitiative für Griechenland auf. Die Bedingungen in dem Euro-Krisenland müssten sich rasch verbessern, sagte der FDP-Vorsitzende nach einem Treffen mit Spitzenvertretern der Wirtschaft in Berlin.

Interessant für deutsche Firmen seien unter anderem Wind- und Solarparks, Telekomprojekte oder der Bau von Straßen in Griechenland. Um weitere Gelder aus Deutschland sei es ausdrücklich nicht gegangen. "Es ist schlichtweg nicht eine Frage des Geldes", erklärte Rösler.

Bereits zuvor sagte der Liberale im Deutschlandfunk, . es gehe vor allem um den Aufbau solider Verwaltungsstrukturen, die Förderung des Mittelstands und um konkrete Investitionsmöglichkeiten. Er will eine Art "Marshallplan" für das südosteuropäische Land.

Euro-Münzen auf einer Griechenlandfahne. (picture alliance / dpa / Arno Burgi)Was bringt Griechenland der Investitonsgipfel? (picture alliance / dpa / Arno Burgi)Außerdem möchte er Anstöße in der EU geben, um Griechenland wirtschaftlich zu unterstützen. Rösler hatte schon vor einigen Tagen ein Eckpunktepapier für eine "Wachstums- und Investitionsoffensive für Griechenland" vorgelegt - mit 16 Ansatzpunkten für konkrete Unterstützungsmaßnahmen auf nationaler und EU-Ebene.

Handelskammer für Investitionen im IT- und High-Tech-Sektor

Martin Knapp von der Deutsch-Griechischen Handelskammer forderte im Deutschlandradio Kultur, die aufgelegten Gelder und Programme müssten vor allem von der gewerblichen Wirtschaft für Investitionen in Griechenland genutzt werden. Er empfahl Investitionen in den IT- und High-Tech-Sektor.

Auch bei den erneuerbaren Energien wie der Solartechnologie gebe es in Griechenland "Luft nach oben", sagte Stefan Mittmann, Geschäftsführer des Unternehmens Helioindex im Deutschlandfunk. Dafür müsse aber, wie von Rösler gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit verbessert und zeitgleich für mehr Investitionen gesorgt werden.

Der Vizehauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, lobte die Initiative des Bundeswirtschaftsministers. Es sei wichtig, dass Griechenland "wieder auf den gesunden Pfad" komme und den "größten Teil seiner Kredite" zurückzahlen könne, sagte Treier im MDR. Das sei "im Interesse des Steuerzahlers".

"Eine Win-win-Alternative"

Auch der Leiter des Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik beim Institut der Deutschen Wirtschaft, Jürgen Matthes, begrüßte die Initiative. "Ein umfangreiches Investitions- und Modernisierungsprogramm für Griechenland ist in mehrfacher Hinsicht eine Win-win-Alternative", sagte Matthes bei "Handelsblatt Online".

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten bei ihrem Sondergipfel in der vergangenen Woche für eine umfassende Strategie plädiert, um Wachstum und Investitionen in Griechenland zu forcieren. Die Kommission richtete dazu eine Task Force ein.


Links auf dradio.de:

"Eine wirkliche Umschuldung ist nirgends erprobt" - Bundeskanzlerin verteidigt Griechenland-Paket

Euro-Sondergipfel in Brüssel - Griechenland fordert konkrete Beschlüsse

EU sagt Griechenland Hilfe zu - Griechischer Premier Giorgos Papandreou zeigt sich zufrieden

Papandreou gewinnt Vertrauensabstimmung - Premier Griechenlands will so schnell wie möglich sein Sparpaket verabschieden

Wolfgang Clement: Hilfspaket ist Kern der wirtschaftlichen Erneuerung - Früherer Bundeswirtschaftsminister sieht Chancen für Ende der Griechenland-Krise (DLF)

Trittin lobt "vorsichtigen Schuldenschnitt" - Grünen-Fraktionschef begrüßt zweites Rettungspaket für Griechenland (DLF)

"Nicht wirklich eine langfristige Lösung" - Frankfurter Finanzwissenschaftler vermisst Entschiedenheit bei Griechenlandhilfen (DLF)

"Das Aufbauprogramm darf nicht zu kurz kommen" - Finanzexperte beurteilt Brüsseler Beschlüsse für Griechenland (DLF)

Wirtschaftsexperte: Deutschland war immer der "härteste Knochen" - Thomas Klau über europäische Politik in der Schuldenkrise und Griechenland-Hilfen (DLF)

Interview 2011-07-22 - "Europa hat wieder Fuß gefasst" - FDP-Politiker Alexander Alvaro begrüßt Rettungsplan für Griechenland (DKultur)

"Immer mehr Staaten könnten in die Schieflage geraten" - Griechenland-Krise kann zu Vertrauensverlust führen (DKultur)

Euro-Rettung vor Gericht - Karlsruhe verhandelt über deutsche Hilfspakete für Griechenland (DLF) *

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:35 Uhr Kultur heute

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Rürup über Altersarmut"Die Politik muss etwas tun"

Der Sozialexperte Bert Rürup (20.11.2014) (dpa / Oliver Berg)

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ist ab 2036 jeder fünfte Neu-Rentner von Armut bedroht. Die Politik müsse auf diese Prognosen dringend reagieren, sagte Rentenexperte Bert Rürup. Noch sei Zeit gegenzusteuern: "Die Solidarrente ist die richtige Antwort", so Rürup im Dlf.

Linksautonome Gewaltaufrufe vor G20-Gipfel"Der Veranstaltungsort Hamburg stellt ein großes Risiko dar"

Das Logo des G20-Gipfels hängt am 22.06.2017 in Hamburg in den Messehallen. Zum zweitägigen G20-Gipfel in der Hansestadt am 7. und 8. Juli werden Staats- und Regierungschefs aus 20 Industrie- und Schwellenländern und Hunderte Journalisten aus zahlreichen Ländern weltweit erwartet.  (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Vor dem G20-Gipfel mehren sich im Netz linksautonome Gewaltaufrufe. Der Extremismusforscher Hans-Gerd Jaschke hält es für einen Fehler, das Treffen ausgerechnet in Hamburg abzuhalten – einem Zentrum der Autonomenszene. Deren zunehmende Militanz sei auch mit dieser Wahl zu erklären.

FAKE-NETWORKBinky beruhigt bei Social-Media-Stress

Ihr liked mal hier, shared mal da und scrollt durch irgendwelche Posts. Weil sich das besser anfühlt als gar nix zu tun. Dann könnte Binky genau euer Ding sein. Die App macht genau das. Nur ohne Folgen.

Generalsekretär Hubertus Heil"Die SPD hat klare Inhalte"

Der SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende, Martin Schulz (r), besichtigt am 24.06.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) zusammen mit SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die Westfalenhalle für den SPD-Parteitag. Die Sozialdemokraten wollen am 25.06.2017 auf dem Parteitag ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschließen.  (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat der Union Ideenlosigkeit vorgeworfen. Die CDU lasse Plakate drucken, ohne ein Programm zu haben, sagte Heil im Dlf. Statt ein Steuerkonzept vorzulegen, verspreche sie "Steuergeschenke für sehr, sehr wohlhabende Menschen".

Ökonom über Altersarmut"Es gibt keine Alternative zur Rente mit 67"

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter des ifo Instituts Dresden, spricht am 20.10.2016 in Bad Saarow (Brandenburg) beim ersten ostdeutschen Wirtschaftsforum. Nach dem Vorbild des Weltwirtschaftsforums in Davos wollen Politiker, Wissenschaftler und Manager in Bad Saarow über die Aussichten der ostdeutschen Wirtschaft reden.  (picture alliance / dpa / Bernd Settnik)

Der Ökonom Joachim Ragnitz hat die Konzepte der Parteien zur Stabilisierung des Rentensystems kritisiert. Die Vorschläge böten etwa keine Lösung für das immer größer werdende Problem der Altersarmut, sagte der stellvertretende Leiter der ifo Instituts Dresden im Dlf.

Ein Plädoyer für ethisches Bauen Nehmt Abschied von der Spektakel-Architektur!

Während des Eröffnungskonzerts wird am 11.01.2017 am Hafen in Hamburg die Elbphilharmonie illuminiert. Das Konzerthaus wurde am Abend feierlich eröffnet. (dpa /Bodo Marks )

Einerseits fehlt in den Städten bezahlbarer Wohnraum, andererseits werden auf Filetgrundstücken ständig neue Spektakelbauten eingeweiht - ein Skandal, findet Architekturkritiker Klaus Englert. Er fordert eine neue, ethische Architektur.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Travel Ban  Supreme Court setzt Teile von Trumps Erlass wieder in Kraft | mehr

Kulturnachrichten

Gericht ordnet Exhumierung von Dalí an  | mehr

 

| mehr