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Ein vermeidbarer GAU

Untersuchungsausschuss: Fukushima war "Desaster von Menschenhand"

Beschädigter Reaktor in Fukushima (picture alliance / dpa)
Beschädigter Reaktor in Fukushima (picture alliance / dpa)

Jetzt ist es schwarz auf weiß: Der Atomunfall von Fukushima hätte vermieden werden können. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Untersuchungsausschusses im japanischen Parlament. Zeitgleich fährt Japan seine Atommeiler wieder hoch.

In dem Bericht heißt es, die Katastrophe sei zwar vom Erdbeben und dem Tsunami ausgelöst worden, dennoch könne der folgende Unfall im AKW Fukushima nicht als Naturkatastrophe angesehen werden.

Es habe sich vielmehr um einen vorhersehbaren und vermeidbaren Unfall gehandelt. "Es war ein schwerwiegendes Desaster von Menschenhand". Zudem hätten die Auswirkungen durch effektivere Maßnahmen verringert werden können, lautet das Fazit des Untersuchungsberichts.

"Der Atomreaktor-Unfall in Fukushima war das Ergebnis von Verwirrung zwischen Regierung, Aufsichtsbehörden und Tepco sowie dem Mangel an Führung der genannten Parteien", lautete die englischsprachige Zusammenfassung des 641 Seiten umfassenden japanischen Expertenberichts zu der Katastrophe.

Im Kernkraftwerk Fukushima war es nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011 zu einer Kernschmelze gekommen. Zehntausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. In Deutschland führte die durch Fukushima ausgelöste Diskussion über die Sicherheit von Atomkraftwerken zur Energiewende.

Japan nimmt Atomstromproduktion wieder auf

Zeitgleich mit der Veröffentlichung des Berichts hat Japan wieder damit begonnen, Atomstrom zu produzieren. Nach Angaben des Betreibers Kansai Electric (Kepco) ging der Reaktorblock Drei des Kraftwerks Oi heute früh ans Netz. Damit soll vor allem Japans zweitgrößte Stadt Osaka wieder besser mit Strom versorgt werden. Dort drohe in den Sommermonaten eine Energieknappheit, sagte ein Kepco-Sprecher.

Knapp 6000 Japaner beim Anti-Atom-Protest in Tokio (picture alliance / dpa / Franck Robichon)Knapp 6000 Japaner beim Anti-Atom-Protest in Tokio (picture alliance / dpa / Franck Robichon)Nach dem Unglück waren nach und nach alle japanischen Meiler abgeschaltet worden, um sie einer Sicherheitsprüfung zu unterziehen - der letzte Anfang Mai. Sie hatten bis dahin rund 30 Prozent des Strombedarfs gedeckt. Gegen die Wiederinbetriebnahme von Oi hatte es in Japan erhebliche Proteste gegeben.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

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