Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Eine EHEC-Quelle identifiziert

Bakterium an Salatgurken aus Spanien nachgewiesen

An spanischen Salatgurken wurde der EHEC-Erreger nachgewiesen. (picture alliance / dpa)
An spanischen Salatgurken wurde der EHEC-Erreger nachgewiesen. (picture alliance / dpa)

Eine konkrete Infektionsquelle des Darmerregers EHEC ist identifiziert. An drei spanischen Salatgurken ist das gefährliche Bakterium im Hamburger Hygieneinstitut nachgewiesen worden, erklärte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Der Ursprung einer vierten belasteten Gurke sei noch nicht geklärt.

Der Deutsche Bauernverband verwies bereits zuvor auf eine wahrscheinliche Quelle des Erregers im Ausland. Weil hierzulande weder im Gemüse- noch im Obstbau Gülle auf die Felder ausgebracht werde, hatte Verbandssprecher Lohse dies in Berlin vermutet. Außerdem seien Tomaten, Salat oder Gurken im norddeutschen Freiland noch nicht reif.

Verschiedenes frisches Gemüse liegt bei einem Händler in Hannover (Bildkombo). (picture alliance / dpa)Verschiedenes frisches Gemüse liegt bei einem Händler in Hannover (Bildkombo). (picture alliance / dpa)

Verzehrempfehlung bleibt bestehen

Vorerst bleibt die Empfehlung, Salatgurken, Tomaten und Blattsalate vor allem in Norddeutschland wegen des gefährlichen Darmerregers nicht roh zu verzehren, bestehen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warten auf weitere Infos der Hamburger Behörden zum EHEC-Fund an den Salatgurken. Dann werde überprüft, ob die Empfehlung beibehalten oder geändert werde, erklärte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Uni Münster gibt Erregertyp bekannt

Forscher des Uni-Klinikums Münster hatten den EHEC-Typ identifiziert, der für die Welle von gefährlichen Darminfektionen verantwortlich ist. Das Uni-Klinikum teilte mit, dass es sich um eine "alten Bekanten" handle: Der Typ "HUSEC 41" des Sequenztyps "ST678" ist einer von 42 repräsentativen EHEC-Typen, sei aber zuvor nicht auffällig in Erscheinung getreten.

Zwei nachgewiesene Todesfälle

Insgesamt sind seit der zweiten Maiwoche in mehreren Bundesländern Hunderte von EHEC-Infektionen und -Verdachtsfälle gemeldet worden. Besonders stark betroffen sind Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Die Zahl der wöchentlich Erkrankten ist so hoch, wie sonst in einem Jahr. Nach Angaben des RKI sind in Deutschland bisher mindestens zwei Frauen nachweislich durch den EHEC-Erreger gestorben. Bei weiteren Verstorbenen mit schweren Darminfektionen besteht der Verdacht, dass der aggressive Keim die Todesursache sein könnte.

EHEC-Verdacht auch im EU-Ausland

Mittlerweile gibt es auch in anderen Ländern der EU Verdachtsfälle von Infektionen mit den lebensbedrohlichen Darmkeimen. Bei einzelnen ist EHEC als Ursache bestätigt. Patienten in Schweden, Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden stehen unter Beobachtung. Menschen, die kürzlich Deutschland besucht haben, sollten bei Symptomen wie blutigem Durchfall zum Arzt gehen, erklärte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli in Brüssel.

Links zum Thema:
Alter Bekannter wurde gefährlich - Wissenschaftler vermuten veränderten EHEC-Erreger hinter Durchfall-Epidemie (Forschung aktuell)
RKI warnt vor Gemüse aus Norddeutschland - EHEC-Erreger breitet sich weiter aus
Keine Entwarnung bei EHEC-Darmbakterien - Gesellschaft für Innere Medizin: Höhepunkt der Krankheitswelle noch nicht überschritten (DLF, Interview)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

GesellschaftGlücklichsein gegen den Terror

Ein kleines Mädchen wirft vor Freude die Arme in die Luft. (imago stock&people)

Ist es egoistisch, in Zeiten von Terror und Gewalt auch Glück zu empfinden?

Papst in AuschwitzIn aller Stille

Papst Franziskus berührt mit dem rechten Arm die sogenannte "Schwarze Wand" in Auschwitz. (picture alliance / dpa / Radek Pietruszka / PAP)

Papst Franziskus hat im früheren deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz der Opfer der Nationalsozialisten gedacht. Anders als seine Vorgänger verzichtete er auf öffentliche Worte. Stattdessen betete Franziskus lange und traf sich mit Überlebenden.

Rücktritt von Schweinsteiger"Es war mir eine Ehre"

Bastian Schweinsteiger applaudiert dem Publikum bei der EM 2016 (imago sportfotodienst)

Der Weltmeistertitel bleibt sein krönender Abschluss: Kapitän Bastian Schweinsteiger beendet nach 120 Länderspielen seine Karriere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Er habe den Bundestrainer gebeten, ihn in Zukunft bei der Nominierung nicht mehr zu berücksichtigen.

Politologin Gesine Schwan"Ich lebe, um die Welt besser zu machen"

Gesine Schwan im Studio von Deutschlandradio Kultur (Stefan Ruwoldt / Deutschlandradio)

Um Demokratie und Rechtsstaat gegen Populisten zu verteidigen, müssen alle mittun: Das verlangt die Politologin Gesine Schwan. Sie komme aus einer konfliktreichen Familie, in der beim Essen viel über politisches Engagement und den Weltfrieden diskutiert wurde.

HaarigDie Frisur der Macht

Was haben Angela Merkel, Theresa May und Hillary Clinton gemeinsam? Sie sind einflussreiche Politikerinnen – und sie tragen alle eine ähnliche Frisur. Einen Bob. Ist das nur Zufall? Haben sie alle den gleichen Friseur? Oder müssen wir die nächste Verschwörungstheorie ausrufen?

SPD-Vize Ralf Stegner"Ein richtig klasse Parteitag" der US-Demokraten

Ralf Stegner, stellvertretender Vorsitzender der SPD (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Vize-SPD-Chef Ralf Stegner war beim Nominierungsparteitag der US-Demokraten dabei. Er sieht die Partei gut aufgestellt für den anstehenden Wahlkampf. Hillary Clinton habe mit ihrer Rede gezeigt, dass sie eine gute Chance habe, Präsidentin zu werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Ermittlungen gegen 1.300 Ministeriums-Mitarbeiter | mehr

Kulturnachrichten

Streit um Dietrich-Aufnahmen auf YouTube geht weiter  | mehr

Wissensnachrichten

Beziehungen  Bei Streiten an die Zukunft denken | mehr