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Eine entwaffnende Tombola

Libyen sammelt Waffen ein - Lotterie als Anreiz

Keine Buntstifte in der Schachtel, sondern scharfe Munition (picture alliance / dpa / Sabri Elmhedwi)
Keine Buntstifte in der Schachtel, sondern scharfe Munition (picture alliance / dpa / Sabri Elmhedwi)

Hunderte Libyer haben sich am Wochenende zu offiziellen Abgabestellen begeben, um dort zum Beispiel Munition oder Kalaschnikows loszuwerden. Zur Aktion hatte ein privater Fernsehsender gemeinsam mit der Armee aufgerufen und manch eine Prämie für die Teilnehmer organisiert.

In Tripolis und Bengasi wurden nach Angaben der Organisatoren mehr als 600 Waffenarten abgegeben, darunter Gewehre, Landminen, Flak-Geschütze, Raketenwerfer und Granaten. Mehr als tausend Menschen hätten sich beteiligt. Ein Mann habe angeboten, einen Panzer vorbeizubringen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Ihm sei dafür von der Armee ein Abgabeort genannt worden.

Als Anreiz standen neben den Sammelstationen gläserne Vitrinen mit attraktiven Preisen bereit: Der Fernsehsender Freies Libyen hatte über Sponsoren diverse Prämien organisiert, die unter den Teilnehmern der Waffenkollekte verlost wurden. Zu gewinnen gab es iPads, Fernsehgeräte und als Hauptpreis sogar ein Auto.

"Das ist erst der Anfang"

Vielen war es anscheinend auch ohne Tombola ein Anliegen, ihre Waffen loszuwerden. "Es ist erst der Anfang, nur so kann die Sicherheit in Libyen verbessert werden", erklärt ein Mann, der gerade vom Sammelpunkt kommt. Man habe genug von Schießereien, so ein anderer Libyer, diese fänden weiterhin Tag für Tag statt.

Im gesamten Land sollen insgesamt noch rund 200.000 Waffen im Umlauf sein - eine Hinterlassenschaft aus den Lagerstätten von Muammar Gaddafi. Nach dem Sturz des libyschen Staatsführers waren diese Arsenale häufig geplündert worden. Beobachter der Sammelaktion beklagen, dass ein Großteil der Waffen im Besitz von professionellen Milizen ist. Deren Vertreter ließen sich an diesem Wochenende nicht an den Abgabeständen blicken.

Die Regierung hat die Milizen dazu aufgerufen, sich aufzulösen oder sich der regulären Armee anzuschließen. Aufgebrachte Bürger hatten in Bengasi vor einer Woche den Hauptstützpunkt der Miliz Ansar al-Scharia gestürmt. Sie steht im Verdacht, an dem Angriff auf das US-Konsulat beteiligt gewesen zu sein.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

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