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"Eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit"

Künstler unterzeichnen Aufruf für eine Stärkung des Urheberrechts

Viele Schriftsteller fürchten, dass die Umsetzung des Urheberrechts in der digitalen Welt vernachlässigt wird.  (AP)
Viele Schriftsteller fürchten, dass die Umsetzung des Urheberrechts in der digitalen Welt vernachlässigt wird. (AP)

Hundert Schriftsteller, Musiker und Schauspieler haben sich gestern in einem Appell in der Wochenzeitung "Die Zeit" gegen den Diebstahl geistigen Eigentums gewandt. Inzwischen haben über 1500 Menschen den Aufruf unterzeichnet.

Mit ihrem Aufruf, der gestern in der Wochenzeitung "Die Zeit" erschien, haben sich hundert prominente Künstler gegen den Diebstahl geistigen Eigentums und für eine Stärkung des Urheberrechts ausgesprochen.

Es gelte, "den Schutz des Urheberrechts zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistigen Eigentums anzupassen", heißt es in dem Appell. Das Urheberrecht sei "eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit". Es garantiere die materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen.

Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs zählen unter anderem die Schriftsteller Daniel Kehlmann und Charlotte Roche sowie der Schauspieler Mario Adorf. Der Musiker Sven Regener, der den Appell ebenfalls unterzeichnet hat, hatte im März mit einem minutenlangen Wutausbruch im Bayerischen Rundfunk die Aufmerksamkeit auf das Thema Urheberrecht im Netz gelenkt.

Der Schriftsteller Matthias Politycki, Mitunterzeichner des Aufrufs, sagte im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur, die Künstler seien nicht grundsätzlich gegen eine Verschiebung hin zum Medium Internet. Es komme "auf die Inhalte an, nicht unbedingt auf das Medium, das sie transportiert", aber "alles, was irgendwann digitalisiert wird, freizugeben, wäre fatal".

Einen Tag nach der Veröffentlichung des Appells haben bereits über 1500 Künstler und Autoren den Aufruf unterschrieben.


Links auf dradio.de:

Die gläsernen Künstler - Eindrücke von der Internetkonferenz re:publica in Berlin
Der Pirat in uns - Wer am Urheberrecht schraubt, gefährdet unsere Medien- und Kulturlandschaft
YouTube-Urteil ist "kein Befreiungsschlag" für Urheber - Justiziar Karl: Politik muss Telemediengesetz ändern
Schwarze Flächen bei YouTube "werden auf jeden Fall bleiben" -- Medienrechtler zum bevorstehenden Urteil im Verfahren GEMA gegen YouTube
"Ohne sachliche Debatte kommen wir nicht weiter" - Musikverband fordert, die Urheberrechte von Musikern im Internet zu stärken

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

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