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Eine Jungenfreundschaft in Afghanistan

"Drachenläufer" startet in den Kinos

Der Film "Drachenläufer" erzählt die Geschichte einer Jungenfreundschaft im Kabul der 70er Jahre. Der Schweizer Hollywood-Regisseur <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="167603" text="Marc Forster" alternative_text="Marc Forster" />, der mit dem Film "Monster's Ball" bekannt wurde, hat den Bestseller fürs Kino gelungen in Szene gesetzt. Er erhielt das Prädikat "besonders wertvoll".

Die afghanische Regierung hat den Film wegen einer umstrittenen Vergewaltigungsszene verboten. Die Kinderdarsteller, Zekiria Ebrahimi und Ahmad Khan Mahmoodzada, wurden deswegen von der amerikanischen Produktionsfirma Paramount vorsorglich außer Landes gebracht.

Denn die Geschichte spiegelt auch den Konflikt der afghanischen Bevölkerungsgruppen der schiitischen Hasara und der sunnitischen Pashtunen. Es wird befürchtet, erklärt ARD-Auslandskorrespondentin Sabina Matthay, dass seine Ausstrahlung die Spannungen vertiefen könnte. Während die Hasara als diskriminierte Außenseiter gelten, empfänden sich die Pashtunen als Herrschervolk.

Sabina Matthay im "Radiofeuilleton" von Deutschlandradio Kultur: " Und was nun diesen Film angeht, so ist es dann natürlich so, dass die Pashtunen nicht als Vergewaltiger dargestellt werden wollen, und die Hasara möchten nicht, dass sie als Vergewaltigte dastehen. Denn das, was auf uns dezent wirkt, das wirkt in einer anderen Kultur und in dieser Kultur dann vielleicht erniedrigend, und damit muss man sehen als starker Verstoß gegen das Ehrgefühl der Menschen dort. " (Text)

Verrat aus Feigheit

Amir, der Sohn des Hausherrn, und Hassan, der Sohn eines Hausangestellten, verbringen in der Geschichte, die für das Kino verfilmt wurde, viel Zeit sowohl beim beliebten Winddrachen-Wettkampf wie auch mit heißgeliebten Western-Filmen zusammen. Es ist die Zeit in Afghanistan vor dem russischen Einmarsch und vor sowie während der Taliban-Herrschaft.

Eines Tages zerbricht diese Jungenfreundschaft, als Hassan von einem älteren Jungen angegriffen, erniedrigt und quasi vergewaltigt wird und Amir nicht eingreift. Aus Scham über seine Feigheit verrät Amir seinen Freund. Viele Jahre später muss er sich als Erwachsener, der nun mit eigener Familie in den USA lebt, seinen Erinnerungen stellen. Er kehrt zurück, um eine große moralische Schuld endgültig zu tilgen, schreibt Hans-Ulrich Pönack in den "Filmen der Woche" im Deutschlandradio Kultur. (Text, MP3-Audio)

Khaled Hosseini, "Drachenläufer", Coverauschnitt (BErlin Verlag)Khaled Hosseini, "Drachenläufer", Coverauschnitt. (BErlin Verlag)

Der Bestseller wurde Millionen Mal verkauft

Der Debütroman "Drachenläufer" des amerikanischen Schriftstellers afghanischer Herkunft, Khaled Hosseini, wurde 2003 unter dem Originaltitel "The Kite Runner" und 2004 in Deutschland unter dem Titel "Drachenläufer" veröffentlicht. Seitdem ist der Bestseller in über 40 Ländern erschienen und wurde weltweit über neun Millionen Mal verkauft.

In der Geschichte von Amir und Hassan verarbeitete Hosseini Erinnerungen an die eigene privilegierte Kindheit als Sohn eines afghanischen Diplomaten. Die Familie lebte unter anderem in Paris und emigrierte später in die USA, wo der heute 42-jährige Khaled Hosseini Medizin studierte und anschließend Internist wurde, bevor er sich ganz seiner schriftstellerischen Arbeit widmete.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:27 Uhr

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