Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Einige Gewinner, viele Verlierer

Kultusministerkonferenz und Bildungsministerium präsentieren Bildungsbericht

Gebildete Schüler, ungebildete Schulabbrecher: Der Bildungsbericht zeichnet ein geteiltes Bild von Deutschlands Bildungslandschaft (Sascha Schuermann/dapd)
Gebildete Schüler, ungebildete Schulabbrecher: Der Bildungsbericht zeichnet ein geteiltes Bild von Deutschlands Bildungslandschaft (Sascha Schuermann/dapd)

Mehr Abiturienten, mehr Studenten: Das Bildungsniveau in Deutschland steigt. Gleichzeitig zählen 20 Prozent der Jugendlichen immer noch zu den Bildungsverlierern, so das Fazit des in Berlin vorgestellten Bildungsberichts 2012.

In Deutschland gibt es mehr Abiturienten und Studenten - fast jeder zweite erlangt heute die Fachhochschulereife. Immer mehr junge Menschen erreichen den mittleren Bildungsabschluss. Jungakademiker sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt, und die Not an Lehrstellen hat merklich nachgelassen.

Diese positiven Entwicklungen zeichnen führende Bildungswissenschaftler im Bildungsbericht 2012 nach. Die von der Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegebene aktuelle Bestandsaufnahme wurde am Freitag in Berlin vorgestellt.

20 Prozent der Jugendlichen mit geringer Lesekompetenz

Die Zahl der Bildungsverlierer hingegen bleibt unverändert hoch. Bis zu 20 Prozent der Jugendlichen können nicht richtig lesen oder Texte verstehen, brechen die Schule oder Lehre ab und nehmen auch an keiner Weiterbildung teil. 1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren haben weder einen Schul- noch einen Berufsabschluss in der Tasche.

Besonders in den letzten Jahrzehnten scheinen immer mehr Menschen den Anschluss zu verlieren: In der Altersgruppe der 30- bis 35-Jährigen ist laut Bericht der Anteil der Ungelernten und Schulabbrecher erheblich größer als bei den 60- bis 65-Jährigen, die nun aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Kritik am Betreuungsgeld

In dem Bericht werden auch die Pläne der Bundesregierung kritisiert, ein Betreuungsgeld einzuführen. Es bestehe die Gefahr, dass die Einführung finanziell zu Lasten wichtiger Reformvorhaben im Bildungssektor wie dem Ausbau der Betreuungsangebote gehe.

Der Bildungsbericht erscheint alle zwei Jahre. Dieses Mal hatte der Frankfurter Bildungsforscher Horst Weishaupt die Federführung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Kultur heute

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Nachspiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Einhundert

Aus unseren drei Programmen

Bedrohte TierartFür die Giraffe wird's eng

In 30 Jahren 40 Prozent weniger Tiere: Giraffen haben wie viele andere Tiere unter dem Menschen zu leiden. Der tötet manchmal aus Habgier oder Aberglaube, in anderen Fällen aus eigener Not.

Der Karneval von TeneriffaSchrill, bunt und fröhlich

Karnevalskönigin Judit Lopez Garcia auf einer Parade in Santa Cruz auf Teneriffa. (imago / Ramón de la Rocha)

Mit reichlich südamerikanischem Flair wird der Karneval in Santa Cruz auf der Kanareninsel Teneriffa gefeiert. Und das schon seit mehr als 200 Jahren. Eine Woche lang herrscht hier ein fröhlicher Ausnahmezustand, der inzwischen auch immer mehr Touristen anzieht.

Maren Ade im Oscar-Rennen"Toni Erdmann" biegt auf die Zielgerade

Die Regisseurin Maren Ade bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2016 für "Toni Erdmann" (dpa picture alliance / PAP / Jacek Turczyk)

Endspurt für Maren Ade: Mit "Toni Erdmann" hat sie es unter die letzten fünf Filme geschafft, die für den "Auslandsoscar" nominiert sind. Vor zehn Jahren hat zuletzt ein deutscher Beitrag gewonnen - "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck.

Kosmopolitin Katharina Finke"Wer loslassen trainiert, hat weniger Verlustängste"

Was sie hat, passt in zwei Taschen. Seit fünf Jahren reist Katharina Finke so um die Welt, ohne viel Besitz, ohne eigene Wohnung. Sie sagt: Das befreit mich von Verlustängsten und lässt mich offen auf die Welt schauen.

Umgang mit der VergangenheitErinnerung als Risiko und Chance

Alte Polaroids in einer Kiste. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Ohne Erinnerung keine Zukunft, heißt es oft. Und es ist viel Wahres dran: Erinnerung schenkt Wurzeln, Identität und eine kraftvolle Basis für die Zukunft. Doch nicht jede Erinnerung ist gesund. Manches kann auch lähmen und jegliche eigene Gestaltung verhindern.

Trump und die MedienDas Prinzip der Pressebeschimpfungskonferenz

Der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler am Rednerpult des Medienforums NRW 2012 (imago stock&people)

Donald Trump macht Politik als präsidentielles Dekret plus Eigenpropaganda: So formuliert es der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler im DLF. Für Trump zähle der direkte Draht zum Volk. Alles, was dazwischen geschaltet werde, störe ihn. Darum seien viele Medien für Trump der Feind. Und es könne bald weitere Feinde geben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Philippinen  Regierung prüft Berichte über Tod deutscher Geisel | mehr

Kulturnachrichten

Natalie Portman sagt Oscar-Teilnahme ab  | mehr

Wissensnachrichten

Seltenes Naturschauspiel  Feuerring über Südamerika | mehr