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Einigung auf Rettungspaket für "Hypo Real Estate"

Staat übernimmt Garantien für private Spareinlagen

Firmenschild der "Hypo Real Estate"-Bank in Berlin (AP)
Firmenschild der "Hypo Real Estate"-Bank in Berlin (AP)

Am späten Sonntagabend haben sich das Finanzministerium, die Bundesbank, die Finanzaufsicht und die Geschäftsbanken auf ein umfassendes Rettungspaket für den Münchner Immobilienfinanzierer "Hypo Real Estate" (HRE) geeinigt. Der Finanzsektor sagte einen weiteren Kredit von 15 Milliarden Euro zu, der zu den - vergangene Woche ausgehandelten - 35 Milliarden Euro hinzukommen. Der vom Bund zur Verfügung gestellte Bürgschaftsrahmen von 35 Milliarden Euro bleibt unverändert.

Der Vorstandschef der "Hypo Real Estate", Georg Funke, dankte allen Beteiligten und betonte, die gefundene Lösung stabilisiere das Unternehmen. Damit sei sichergestellt, dass man auch bei einem Andauern der Krise weiterarbeiten könne. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Bernhard, und Grünen-Fraktionschef Kuhn forderten unterdessen den Rücktritt Funkes. In der "Bild"-Zeitung begründeten sie dies damit, dass das Vertrauen in ihn zerstört sei.

Erster Rettungsplan scheiterte

Am Samstag war bekannt geworden, dass die ins Straucheln geratene "Hypo Real Estate" deutlich mehr Geld benötigt, als im bereits vereinbarten Rettungsplan vorgesehen. Medien berichteten über einen Fehlbetrag von bis zu 100 Milliarden Euro. Dies bezeichnete ein Sprecher des Münchener Immobilienfinanzierers als abwegig, räumte jedoch ein, dass sich der Finanzbedarf vergangene Woche erhöht habe. Als Reaktion auf die neue Finanzierungslücke hatten die Banken ihre Zusagen für die vereinbarten Rettungsmaßnahmen zurückgezogen.

Das erste Hilfspaket sah eine von der Bundesregierung mit mehreren Banken verabredete Bürgschaft vor, bei der fast 27 Milliarden Euro auf den Bund entfallen sollten; für die restlichen acht Milliarden wollten die Geldinstitute einstehen. Die HRE war durch massive Probleme bei ihrer irischen Tochter DEPFA in Schwierigkeiten geraten.

Regierung gibt Garantien für Spareinlagen

Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise hat die Bundesregierung eine Staatsgarantie für alle privaten Spareinlagen abgegeben. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück. Die Staatsgarantie gelte in unbegrenzter Höhe, erklärte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, in Berlin. Die Regierung wolle auf jeden Fall verhindern, dass Geld in größerem Stil abgehoben werde. Nach Angaben Albigs beläuft sich die Summe der Privat-Einlagen derzeit auf insgesamt 568 Milliarden Euro.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

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