Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

EKD-Ratsvorsitzende und Landesbischöfin Käßmann tritt zurück

Konsequenz aus Promillefahrt

Landesbischöfin Margot Käßmann (AP)
Landesbischöfin Margot Käßmann (AP)

Die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat ihr Amt nach nur vier Monaten zurückgegeben. Käßmann war am Samstag unter erheblichem Alkoholeinfluss von der Polizei gestoppt worden.

Die 51-jährige Käßmann war am vergangenen Samstag nach dem Überfahren einer roten Ampel von der Polizei gestoppt worden. Ein Bluttest ergab einen Alkoholwert von 1,54 Promille. Käßmann fuhr ihren Dienstwagen selbst, weil ihr Fahrer freihatte.

Käßmann erklärte in Hannover, sie habe einen "schweren Fehler" gemacht, den sie "zutiefst" bereue.

Der evangelische Theologe Christoph Markschies zollte Käßmann für ihren Rücktritt Respekt. Dieser Schritt wäre nicht nötig gewesen, sagte Markschies im Deutschlandradio Kultur.

Am Dienstagabend hatte der Rat der Evangelischen Kirche der Bischöfin noch einmütig sein Vertrauen ausgesprochen.

Frau mit Fehlern und Bischöfin der klaren Worte

Margot Käßmann gilt als Frau der offenen Worte. So wurde sie wegen ihrer Kommentierung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr in ihrer Neujahrsansprache (pdf) kritisiert. "Nichts ist gut in Afghanistan" hatte sie über den Einsatz gesagt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) lud sie daraufhin nach Kundus ein, um sich die Situation vor Ort anzusehen.

Käßmann, die auch Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers war, ist geschieden, was im Vorfeld ihrer Wahl zur EKD-Ratsvorsitzenden am 28. Oktober 2009 bei Einigen Zweifel an ihrer Vorbildfunktion weckte. Darauf angesprochen, entgegnete Käßmann am Tag nach ihrer Wahl im Deutschlandfunk-Interview:

"Ich entgegne, dass bei uns auch Menschen scheitern können. Wir wissen gerade als Christen und gerade von der Rechtfertigungslehre her, dass es im Leben Brüche geben kann und wir diese Brüche Gott anvertrauen und nicht uns selbst gerecht sprechen und sagen, dass wir selbst durch unsere Leistung ein guter und perfekter, vollkommener Mensch werden, sondern das ist Gottes Gnade, wie wir theologisch sagen, oder das ist von Gott zugesagt und das gilt auch im persönlichen Leben."

Käßmann droht nun wegen ihrer Trunkenheitsfahrt ein Strafverfahren.

Links auf dradio.de

Rücktritt der EKD-Ratsvorsitzenden Käßmann (Beitrag von Susanne Schrammar)

Reaktionen auf den Rücktritt (Beitrag von Christel Blanke)

Kommentar zum Rücktritt (Jacqueline Boysen)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 11:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:30 Uhr Musiktipps

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Trump und die deutsche WirtschaftMichael Fuchs (CDU): "Trump wird die Zusammenarbeit nicht abschaffen"

Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Michael Fuchs (dpa / picture alliance / Michael Kappeler )

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs geht davon aus, dass die Handelsbeziehungen zu den USA fortbestehen werden. Er glaube nicht, dass Präsident Trump hohe Zölle auf deutsche Einfuhren verhängen werde, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschlandfunk: "Am Ende des Tages wird Vernunft einkehren."

Trump und die Medien"Es ist klar, dass sie Unwahrheiten gesagt haben"

US-Präsident Donald Trump während einer Rede im CIA-Hauptquartier (imago / Olivier Douliery)

"Damit kommen wir klar", sagte der Präsident der Korrespondenten-Vereinigung im Weißen Haus, Jeff Mason, mit Blick auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump und dessen Umgang mit der Presse. Aufgabe der Journalisten sei es, sich weiter an die Fakten zu halten. Auch wenn Trump und sein Team das selbst nicht immer täten.

Beginn der Ära TrumpMit Shakespeare gegen Trump

William Shakespeare als Wachsfigur (picture alliance / dpa / Foto: Jens Kalaene)

Wir reiben uns noch immer die Augen! Der neue König hat den Thron bestiegen. Seine Kumpane und seine Familie sind in Position gebracht, die Rivalen liegen im Staub. Wie kann man das begreifen? Vielleicht mit Shakespeare?

Syrien-Gespräche in Astana "Erst mal wäre es ein symbolischer Durchbruch"

Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura (rechts) vor Beginn der Syrien-Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana.  (AFP / Ilyas Omarov)

In der kasachischen Hauptstadt Astana beginnen heute die Syrien-Gespräche. Zum ersten Mal sollen dort die Rebellen und das Regime gemeinsam an einem Tisch sitzen. Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, sagte im Deutschlandfunk, es sei zumindest möglich, dass der Waffenstillstand stabilisiert werde.

Vor 500 JahrenDas Ende der Mamluken-Herrschaft in Ägypten

Blick auf das Fort Kait Bey in Alexandria. Der Mamluken-Sultan Kait Bey ließ die dreistöckige Festung 1477 bei einem Besuch in Alexandria erbauen.  (dpa / picture-alliance / Mohamed Hamed)

Durch den Sieg über die als unbesiegbar geltenden Mongolen im Jahr 1260 schafften es die Mamluken, ein Kalifat in Ägypten zu installieren. Die ehemaligen Militärsklaven genossen hohes Ansehen bei der Bevölkerung. Doch vor 500 Jahren wurde ihr Reich vom osmanischen Heer zerschlagen.

ERNÄHRUNGSFORSCHUNGFrühstück ist das neue Rauchen

Unser ganzes Leben lang haben wir gelernt: die wichtigste Mahlzeit des Tages ist das Frühstück! Jetzt behauptet ein britischer Forscher: das stimmt gar nicht. Das Frühstück ist nicht nur nicht gesund. Es ist sogar so ungesund wie rauchen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien-Gespräche  Direkte Verhandlungen in Astana zunächst abgelehnt | mehr

Kulturnachrichten

Europol hebt Ring von Kunstschmugglern aus  | mehr

Wissensnachrichten

Kampagnen  "Impfung" gegen Fake-News? | mehr