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Eklat abgewendet: Merkel und Putin nun doch bei Beutekunst-Ausstellung

Russische Seite wollte Kanzlerin zunächst nicht das Wort erteilen

Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel  (AP)
Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (AP)

Im Rahmen des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in St. Petersburg ist es um ein Haar zu einem Eklat gekommen. Die mit Russlands Präsident Wladimir Putin geplante gemeinsame Eröffnung einer Beutekunst-Ausstellung wurde kurz vor dem Abflug Merkels abgesagt - und jetzt doch wieder ins Programm genommen.

<p>Alles begann, als Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin erklärte, die russische Seite habe entgegen ursprünglichen Planungen die Grußworte von Merkel und Putin gestrichen. Die Absage sei dann von beiden Seiten gemeinsam entschieden worden. <papaya:link href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/merkel-besuch-russland-laesst-beutekunst-ausstellung-platzen-a-907079.html" text="Laut 'Spiegel Online'" title="&quot;Spiegel online&quot; zur Absage der gemeinsamen Ausstellungseröffnung" target="_blank" /> sagte die deutsche Seite die Teilnahme Merkels daraufhin komplett ab. Aus Delegationskreisen verlautete nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur, Merkel habe in ihrem Grußwort die Rückgabe von Beutekunst fordern wollen. <br /><br />Am Nachmittag dann die Kehrtwende: Man wolle nun doch gemeinsam die Beutekunst-Ausstellung eröffnen, teilte Putin mit. Und Merkel bestätigte umgehend: "Ein direktes Gespräch mit dem Präsidenten und mir hat dazu geführt, dass wir die Ausstellung eröffnen". Nach ARD-Informationen wird Merkel nun auch ihr Grußwort halten dürfen - und darin auf das Thema Beutekunst eingehen. Putin betonte, das Thema Beutekunst sei "eine sehr heikle Frage für die Gesellschaften beider Länder". Man müsse nach Lösungen suchen, das Thema nicht aufblasen. "Wir dürfen nicht gegeneinander aufrechnen, sondern sollten den Weg der Kunstexperten gehen", so der russische Präsident.<br /><br /> <papaya:media src="7e7f727d4490423cba5a44dd4f99a7a6" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Die Eremitage in St. Petersburg" popup="yes" />Dass die CDU-Vorsitzende und der Kreml-Chef am frühen Abend eine große Schau über die "Bronzezeit - Europa ohne Grenzen" in der berühmten Eremitage eröffnen, war von langer Hand geplant. Die Ausstellung gelte bereits jetzt als Sensation, <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/21/dlf_20130621_0641_ef06a066.mp3" title="Beitrag unserer Korrespondentin Christina Nagel (MP3-Audio)">berichtete unsere Korrespondentin Christina Nagel</a>. Viele Kulturschätze seien seit 1945 nicht mehr öffentlich zu sehen gewesen - wie etwa der Goldschatz von Eberswalde. Er zählt zur so genannten Beutekunst. Das sind Werke, die Sowjetsoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Moskau gebracht haben. Deutschland hatte mit Blick auf internationales Recht immer wieder auf Rückgabe bestanden. Russland dagegen macht deutlich, dass die Schätze - wie es heißt - mit dem Blut seiner Soldaten bezahlt worden seien.<br /><br /></p><p><strong>Experte: Deutschland hat Ansprüche an Beutekunst nicht aufgegeben</strong></p><p>Der Osteuropa-Experte von der Uni Bremen, Wolfgang Eichwede, kann diese Argumentation bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/21/dlf_20130621_0813_cf733cbf.mp3" title="Interview mit Wolfgang Eichwede im Deutschlandfunk am 21.06.2013 (MP3-Audio)">Im Deutschlandfunk sagte Eichwede</a>, die Bereitschaft zur gemeinsamen Eröffnung sei ein guter Schritt von Frau Merkel gewesen. Dass Deutschland etwaige Ansprüche auf die Kunst nicht aufgebe, habe man schon daran sehen können, dass die Ausstellung nur in Russland zu sehen sei. Deutschland habe eine Garantieerklärung verweigert, so Eichwede, wonach die Kunstgegenstände nach Abschluss einer möglichen hiesigen Ausstellung wieder nach Russland zurückgebracht worden wären. <br /><br /></p><p><strong>Merkel und Putin begrüßen Fed-Pläne</strong></p><p>Im Laufe des Tages waren Merkel und Putin ungeachtet des Streits um die Ausstellung beim Internationalen Wirtschaftsforum zusammengekommen. Einhellig begrüßten sie den angekündigten Kurswechsel in der bisher lockeren Geldpolitik der US-Notenbank. Fed-Chef Ben Bernanke hatte diese Woche in Aussicht gestellt, die milliardenschweren Käufe von US-Staatsanleihen bis Mitte 2014 einzustellen. "Ich glaube auch, dass der Zeitplan, der ja offensichtlich angedeutet wurde durch den Präsidenten der Fed, ein richtiger Zeitplan ist", sagte Merkel, und auch Putin befand: "Eine Korrektur sollte stattfinden".<br /><br />Die Energiegroßmacht Russland nutzt das alljährliche Treffen zum Werben um Investoren. Teilnehmen wird neben der Kanzlerin auch eine große deutsche Delegation, zu der Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende von elf Unternehmen gehören. Viele ausländische Investoren sind vom derzeitigen Kurs Putins eher abgeschreckt, wie <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/20/dlf_20130620_1712_21d0985e.mp3" title="Bericht von Thomas Franke im Deutschlandfunk (MP3-Audio)"> Thomas Franke im Deutschlandfunk </a> berichtete. Laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist ein Schwerpunkt der Gespräche die Förderung des Mittelstands in Russland.<br /><br /><br /><strong>Mehr zum Thema auf dradio.de:</strong><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253082" text="Merkel eröffnet mit Putin Hannover Messe" alternative_text="Merkel eröffnet mit Putin Hannover Messe" />- <br>Protestanten: "Lassen Sie NGOs in Frieden" <br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="239232" text="Warten auf Modernisierung und Stabilität" alternative_text="Warten auf Modernisierung und Stabilität" />- <br> Vor einem Jahr wurde Wladimir Putin zurück ins Präsidentenamt gewählt</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

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