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Elbhochwasser: Lauenburger Altstadt evakuiert

Schienensperrungen beeinträchtigen Bahnverkehr

Hochwasser der Elbe in Lauenburg (picture alliance / dpa / Christian Charisius)
Hochwasser der Elbe in Lauenburg (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Im Norden Deutschlands werden neue Pegelhöchststände erwartet. In Lauenburg wurde so bereits die Altstadt evakuiert. Hier steht die Elbe über neun Meter hoch. Zudem ist durch einen Deichbruch im Kreis Stendal der Fernbahnverkehr in Mitteldeutschland beeinträchtigt.

Elbabwärts steigen die Wasserstände weiter. In Schleswig-Holstein wurde die vom Hochwasser gefährdete Unterstadt von Lauenburg evakuiert. Die Fluten der Elbe rauschen hier bereits in einer Höhe von über neun Metern an den Hochwasserwänden vorbei. Verkehrsschilder versinken auf der anderen Seite in den Fluten. Doch bislang hält die Konstruktion, bleibt die historische Altstadt trocken. Allerdings ist der Scheitelpunkt des Hochwassers hier noch gar nicht erreicht.

Im brandenburgischen Wittenberge soll die Elbe heute einen Stand von acht Metern erreichen, am Dienstag könnte sie nochmals um weitere 20 Zentimeter zulegen. Der Höchststand bei der sogenannten "Jahrhundertflut" 2002 hatte bei 7,34 Metern gelegen. In Schnackenburg und Hitzacker an der niedersächsischen Elbe werden ebenfalls Rekordwerte erwartet. Unser Landeskorrespondent Alexander Budde berichtet aus der Region.

Deichbruch: Schienenverbindungen unterbrochen

Viele rote Einträge in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn: "Es kommt zu großen Verspätungen in beide Richtungen im Fernverkehr", heißt es bei zahlreichen Verbindungen von und nach Berlin, die normalerweise über Stendal verkehren. Dort wurde am frühen Morgen die Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten vorsorglich gesperrt. Die Züge werden umgeleitet. Einige Haltepunkte, darunter Wolfsburg, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe, entfallen daher.

Die Hochwasserwelle der Elbe hatte sich in der Nacht weiter nach Norden verlagert. Der Ort Fischbeck, rund 15 Kilometer südöstlich von Stendal, ist überflutet. Gegen Mitternacht war der Elbedeich dort zunächst auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Der Durchbruch erweiterte sich durch die Kraft der Wassermassen auf rund 50 Meter. Die Einsatzkräfte errichteten deswegen seit dem frühen Morgen einen 3,5 Kilometer langen Notdeich. Die Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. In drei weiteren Ortschaften wurde ebenfalls eine Evakuierung empfohlen. Insgesamt wurden mehr als 1000 Menschen in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes sprach von einem "massiven Deichbruch".

Pegelstand der Elbe bei Magdeburg steigt weiter (picture alliance / dpa / Jens Wolf)Der Pegelstand bei Magdeburg sinkt, die Lage bleibt angespannt. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

In Magdeburg geht das Wasser zurück

In der Landeshauptstadt Magdeburg sinkt der Pegelstand der Elbe, dennoch blieb die Lage weiter angespannt. Die Hochwasserflut hatte dort viel höhere Stände erreicht als erwartet.

Die Evakuierungen des Stadtteils Rothensee, von Magdeburg-Werder und in Gebieten östlich der Elbe blieben bestehen. Von einer Entwarnung könne noch keine Rede sein. Am gestrigen Sonntag hatte das Wasser einen historischen Rekord von 7,46 Metern erreicht. Montag Vormittag lag der Pegelstand bei 7,19 Metern und damit wieder knapp unter einer kritischen Marke für das Magdeburger Hafenbecken. Dort dürfte nun nach Einschätzung des Krisenstabs kein Wasser mehr austreten.

Unterdessen bot die 700 Kilometer östlich von Moskau gelegene russische Stadt Uljanowsk den vom Hochwasser betroffenen Regionen in Deutschland ihre Hilfe an: Die Agentur Itar-Tass zitiert Bürgermeisterin Marina Bespalowa: "Wir würden uns freuen, wenn wir unser Sommerlager zum Beispiel Kindern aus notleidenden Gebieten zur Verfügung stellen könnten."


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

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