Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Elbhochwasser: Umleitungen im ICE-Verkehr

Dammbruch nahe Stendal - Bahnbrücke gesperrt

Elbhochwasser in Brandenburg - Wittenberge (picture alliance / dpa / Georg-Stefan Russew)
Elbhochwasser in Brandenburg - Wittenberge (picture alliance / dpa / Georg-Stefan Russew)

Durch einen Deichbruch in Sachsen-Anhalt ist der Fernbahnverkehr in Mitteldeutschland beeinträchtigt. Betroffen sind die Verbindungen Berlin-Hannover-Köln und Berlin-Kassel-Frankfurt. Bei Fischbeck im Kreis Stendal war ein Deich auf einer Länge von etwa 50 Metern gebrochen.

Viele rote Einträge in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn: "Es kommt zu großen Verspätungen in beide Richtungen im Fernverkehr" heißt es bei zahlreichen Verbindungen von und nach Berlin, die normalerweise über Stendal verkehren. Dort wurde am frühen Morgen die Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten gesperrt. Die Züge werden umgeleitet. Einige Haltepunkte, darunter Wolfsburg, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe, entfallen daher.

"Massiver Deichbruch"

Die Hochwasserwelle der Elbe hatte sich in der Nacht weiter nach Norden verlagert. Der Ort Fischbeck, rund 15 Kilometer südöstlich von Stendal, ist überflutet. Gegen Mitternacht war der Elbedeich dort zunächst auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Der Durchbruch erweiterte sich durch die Kraft der Wassermassen auf rund 50 Meter. Die Einsatzkräfte errichteten deswegen seit dem frühen Morgen einen 3,5 Kilometer langen Notdeich. Die Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. In drei weiteren Ortschaften wurde ebenfalls eine Evakuierung empfohlen. Insgesamt wurden mehr als 1000 Menschen in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes sprach von einem "massiven Deichbruch".

Pegelstand der Elbe bei Magdeburg steigt weiter (picture alliance / dpa / Jens Wolf)Der Pegelstand bei Magdeburg sinkt, die Lage bleibt angespannt. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)In der Landeshauptstadt Magdeburg sinkt der Pegelstand der Elbe, dennoch blieb die Lage weiter angespannt. Die Hochwasserflut hatte dort viel höhere Stände erreicht als erwartet.

Die Evakuierungen des Stadtteils Rothensee, von Magdeburg-Werder und in Gebieten östlich der Elbe blieben bestehen. Von einer Entwarnung könne noch keine Rede sein. Am gestrigen Sonntag hatte das Wasser einen historischen Rekord von 7,46 Metern erreicht. Montag Vormittag lag der Pegelstand bei 7,19 Metern und damit wieder knapp unter einer kritischen Marke für das Magdeburger Hafenbecken. Dort dürfte nun nach Einschätzung des Krisenstabs kein Wasser mehr austreten.

Hochwasser-Scheitel in Niedersachsen, Brandenburg und Holstein erwartet

Elbabwärts steigen die Wasserstände weiter. In Wittenberge soll die Elbe heute einen Stand von acht Metern erreichen, am Dienstag könnte sie nochmals um weitere 20 Zentimeter zulegen. Der Höchststand bei der sogenannten "Jahrhundertflut" 2002 hattte bei 7,34 Metern gelegen.

In Schnackenburg und Hitzacker an der niedersächsischen Elbe wurden ebenfalls Rekordwerte erwartet. Unser Landeskorrespondent Alexander Budde berichtet aus der Region. Die hochwassergefährdete Unterstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein wird derzeit geräumt.

Mehr auf dradio.de:

"Da, wo es regional darauf ankommt, arbeitet man hervorragend zusammen" - Niedersächsischer Innenminister Boris Pistorius sieht keine Probleme bei der Kooperation im Hochwasserschutz
Sandsäcke schleppen statt Bücher lesen - Hochschulen bitten ihre Studierenden um Hilfe im Kampf gegen das Hochwasser
"Dramatisches Wochenende" in Magdeburg -Zehntausende müssen vor dem Hochwasser fliehen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Aus den Archiven

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Österreichischer Schriftsteller Haslinger"Neuwahl wird Van der Bellen den Sieg kosten"

Der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger (dpa / picture-alliance / Jens Wolf)

Die zweite Runde der österreichischen Präsidentenwahl muss wiederholt werden: wegen eines Formfehlers. Der Schriftsteller Josef Haslinger hält das für absurd. Der Verlierer dieser Entscheidung werde am Ende Alexander Van der Bellen sein.

Kraft zu Kölner SilvestervorfällenEhrliche Worte, aber zu spät

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sitzt in Düsseldorf im Sitzungssaal des Landtages.  (dpa-Bildfunk / Oliver Berg)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat es vor dem Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht bedauert, sich nicht unmittelbar nach den Vorfällen öffentlichkeitswirksam auf die Seite der Opfer gestellt zu haben. Dies seien ehrliche Worte gewesen, kommentiert Moritz Küpper.

Kurdischstämmiger Syrer MehmüdSongs covern, um Deutsch zu lernen

Strahlendes Lachen, charismatische Persönlichkeit: Das ist Mehmüd. Bei seiner Flucht aus Syrien ließ er alles hinter sich. Seine Musik hilft ihm, Geschehenes zu verarbeiten und wenn er deutsche Songs covert, lernt er gleichzeitig die Sprache.

Selbstironische Lokalpatrioten Wenn Kanadier ihr Land besingen

Der kanadische Rockmusiker Neil Young bei einem Konzert im Juli 2014 in London (dpa / Will Oliver)

Die Kanadier sind nicht so offenherzig patriotisch wie ihre südlichen Nachbarn aus den USA. Trotzdem: Im hohen Norden des amerikanischen Kontinents wird der Kanada-Tag begangen. Anlass zu schauen, wie Musiker dort ihr Land besingen.

EU nach dem Brexit"Vergewisserung auf nationale Identitäten zulassen"

Gunther Krichbaum (CDU) lächelt in die Kamera (picture alliance/ dpa/ Soeren Stache)

Der CDU-Politiker Gunther Krichbaum sieht in der Rückbesinnung auf Nationalstaaten eine normale Folge der aktuellen Weltlage. Die Menschen in Europa suchten nach Orientierung, und die fänden sie dort stärker, sagte er im Deutschlandfunk.

LieblingsrapperMegaloh haut "Auf ewig 3" raus

Der Lieblingsrapper deines Lieblingsrappers, Megaloh, hat diese Woche den dritten Teil seiner Mixtape-Reihe "Auf ewig" veröffentlicht. Green goes Black hört rein und verschenkt Gästelistenplätze inklusive Camping für das anstehende splash! Festival.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bangladesch  Sicherheitskräfte befreien mehrere Geiseln aus Restaurant | mehr

Kulturnachrichten

Künstler und Museumsleute stellen sich hinter Dercon  | mehr

Wissensnachrichten

Archäologie  Wohin mit dem ganzen alten Zeug? | mehr