Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ende der Wehrpflicht

Letzte Rekruten in Bundeswehr eingezogen

Zum letzten Mal werden im Januar 2011 junge Männer zum Grundwehrdienst eingezogen (AP)
Zum letzten Mal werden im Januar 2011 junge Männer zum Grundwehrdienst eingezogen (AP)

Nach mehr als 50 Jahren wird die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Zum letzten Mal werden heute junge Männer regulär zum Grundwehrdienst eingezogen. Bundesweit müssen nach Angaben des Verteidigungsministeriums noch rund 12.000 Wehrpflichtige ihren Grundwehrdienst antreten.

Zum zweiten Einberufungstermin Anfang März rücken nur noch Freiwillige ein. Zum 1. Juli 2011 wird die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt. Die Zahl der Bundeswehrsoldaten soll insgesamt von 240.000 auf 185.000 zurückgehen.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, forderte angesichts der Aussetzung der Wehrpflicht die Vermeidung von Härtefällen. Wichtig sei ihm, "dass die Ausbilder nicht sagen, mein Gott, das sind sowieso die letzten, da brauchen wir uns jetzt nicht zu kümmern, wir müssen jetzt sehen, dass wir uns auf die neue Struktur dann auch ausrichten", sagte Königshaus im Deutschlandfunk.

Aus für den Zivildienst

Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht entfällt auch der Zivildienst. Die Bundesregierung plant die Einrichtung eines Bundesfreiwilligendienstes, der das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr ergänzt. Pro Jahr sollen Männern und Frauen jeglichen Alters rund 35.000 Stellen offen stehen. Der Dienst ist mindestens für sechs und höchstens für 24 Monate geplant.

Französische Soldaten der Fremdenlegion marschieren am Nationalfeiertag durch Paris. (dpa)Frankreich setzt seit Jahren auf eine Berufsarmee. (dpa)

Vorbild Frankreich

In Frankreich besteht seit 2002 de facto keine Wehrpflicht mehr. Die französische Armee ist seitdem eine reine Berufsarmee. Der damalige Präsident Jaques Chirac hatte im Mai 1996 entschieden, die 1798 eingeführte allgemeine Wehrpflicht auszusetzen.

Mit dem Gesetz vom Oktober 1997 wurde die Einberufung der Rekruten zur Jahresmitte 2001 eingestellt, die allgemeine Pflicht zur Erfassung aber auch auf Mädchen erweitert. Auch sie können zwischen dem 16. und dem 26. Lebensjahr ein Freiwilliges Militärdienstjahr absolvieren. Parallel dazu existiert das "Volontariat civil", der Zivildienst, den allerdings nur ein paar Tausend Jugendliche jährlich absolvieren.

Inzwischen müssen alljährlich auch heute noch etwa 750.000 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren an einem eintägigen Informationstag, dem sogenannten "Vorbereitungstag zur Landesverteidigung" (Journée d’appel de préparation à la défense) beiwohnen.

Rekrutierungsschwierigkeiten kennt das französische Militär allerdings nicht, was nicht zuletzt auf die Militärtradition des Landes, aber auch auf die hohe Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:10 Uhr Hörspiel

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 20:00 Uhr Eine Stunde Film

Aus unseren drei Programmen

Entscheidung im NPD-VerbotsverfahrenExtremismus-Experte: "Verfahren wichtig und richtig"

Vor Beginn der mündlichen Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht über ein Verbot der rechtsextremen NPD am 01.03.2016 in Karlsruhe (Baden-Württemberg) liegen Aktenordner auf einem Tisch.  (dpa / picture alliance / Uwe Anspach)

Unabhängig vom Ausgang sei das NDP-Verbotsverfahren richtig gewesen, sagte Eric Wallis vom RAA-Regionalzentrum Mecklenburg-Vorpommern im DLF. Solch Verfahren seien ein wichtiges Werkzeug des Rechtsstaats, um zu prüfen, ob Politik möglicherweise mit Gewalt durchgesetzt werden soll.

NPD-VERBOTSVERFAHREN"Die AfD wäre der große Profiteur"

Ob die rechtsextreme NPD verboten wird oder nicht, darüber entscheidet erneut das Bundesverfassungsgericht. 2003 war der erste Versuch aus formalen Gründen gescheitert. Vom NPD-Verbot profitieren würde vor allem die AfD, sagt der Rechtsextremismus-Experte Olaf Sundermeyer.

"Hard Brexit" Ifo-Chef: "Noch nicht das Ende der Verhandlungen"

Der Präsident des ifo Instituts, Clemens Fuest, posiert vor einem Schild mit der Aufschrift "ifo". (picture alliance / dpa / Christina Sabrowsky)

Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest, geht fest davon aus, dass die britische Premierministerin Theresa May am Mittag Pläne für einen "harten Brexit" präsentieren wird. Die Europäer hätten ihr keine andere Wahl gelassen, sagte Fuest im Deutschlandfunk. Dies sei aber der Beginn der Verhandlungen.

PriesterausbildungDie Angst vor der Einsamkeit im Pfarrhaus

(Marc Herwig / picture alliance / dpa )

Nur etwa ein Drittel der Priesteramtsanwärter in Deutschland lässt sich später auch tatsächlich zum Priester weihen. Das Zölibat und die Angst vor dem Verlust der privaten sozialen Kontakte gehören mit zu den Gründen, warum junge Männer dem Priesterberuf den Rücken kehren.

Wahl des neuen EU-ParlamentspräsidentenLambsdorff: "Ein völlig offenes Rennen"

Der Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff (FDP) (dpa / picture-alliance / Roland Weihrauch)

Sieben Abgeordnete bewerben sich heute um das Amt des EU-Parlamentspräsidenten. "Es ist ein völlig offenes Rennen", sagte der FDP-Europapolitiker, Alexander Graf Lambsdorff, im Deutschlandfunk. Es gebe einen echten Wettbewerb um Inhalte, und die Fraktionen würden in einen Dialog treten müssen.

Wahl des EU-ParlamentspräsidentenAuftakt für mehr Transparenz?

Blick in den Saal des EU-Parlaments während einer Abstimmung am 20.5.15 (dpa/Patrick Seeger)

Das Europäische Parlament wählt heute einen neuen Präsidenten. Bislang wurde das Amt stets zwischen Sozialdemokraten und Konservativen "ausgekungelt". Doch diesmal gibt es sieben Kandidaten. Für die EU-Abgeordnete Gabi Zimmer (Linke) ist das neue Verfahren eine Stärkung der Demokratie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Europaparlament  Stichwahl um Nachfolger für Präsident Schulz erforderlich | mehr

Kulturnachrichten

"FAZ"-Rechtsstreit mit Thalia beigelegt  | mehr

Wissensnachrichten

Visafrei Reisen  Mit deutschem Pass kein Problem | mehr