Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Energiewende wird teurer

Öko-Umlage steigt auf 5,3 Cent - Berlin will Reformen

Bundeskanzlerin Merkel bei der Eröffnung eines Windparks (dpa / Jens Büttner)
Bundeskanzlerin Merkel bei der Eröffnung eines Windparks (dpa / Jens Büttner)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte versichert, dass Strom wegen der Energiewende nicht teurer werde. Nun werden Ökostromumlage und Netzgebühren ab nächstem Jahr steigen. Eine vierköpfige Familie muss damit etwa 170 Euro mehr zahlen. Bundesumweltminister Peter Altmaier will nun eine Reform präsentieren.

<p>Die Verbraucher werden die Kosten der Energiewende deutlich stärker als geplant tragen. Nicht nur die Netzgebühren werden deutlich teurer. Nun steht nach übereinstimmenden Medienberichten fest, dass die Umlage zum Ausbau des Ökostroms um die Hälfte auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde von bislang 3,59 Cent steigt - plus Strom- und Umsatzsteuer. Eine vierköpfige Famile mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt damit allein für die Umlage rund 85 Euro mehr. Sie erhöht sich, weil immer mehr regenerativer Strom aus Wind, Wasser und Sonne produziert wird. Bei den Netzgebühren rechnet die Branche mit einem Anstieg von 40 Prozent, was für die Durchschnittsfamilie noch einmal 85 Euro bedeuten könnte.<br /><br /><papaya:media src="91a8bf31b5e943768d6cb6a7cc6813c6" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Bundesumweltminister Peter Altmaier" popup="yes" />Damit die Folgekosten der Energiewende nicht völlig aus dem Ruder geraten, will die Bundesregierung reagieren. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will die Förderung des Ökostroms reformieren, um so "vertretbare" Strompreise zu gewährleisten. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werde "an Haupt und Gliedern" überarbeitet, sagte der Minister im ARD-Fernsehen. So solle der Ausbau erneuerbarer Energien wie Solar-, Wind- und Wasserkraftenergie zwischen den 16 Bundesländern besser abgestimmt werden. Auch eine Begrenzung der künftigen Förderung sei möglich.<br /><br />Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Juni 2011, als sie ihre Pläne der Energiewende im Bundestag vorstellte, noch erklärt: "Unternehmen genauso wie Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden. (...) Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen; heute liegt das etwa bei 3,5 Cent pro Kilowattstunde." So Merkel in der 17. Minute ihrer Regierungserklärung:<br /><br /><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" width="475" height="267" id="showIt" style="width: 475px; height: 297px;"> <param name="movie" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf "/> <param name="menu" value="true" /> <param name="quality" value="high" /> <param name="wmode" value="opaque" /> <param name="swliveconnect" value="true" /> <param name="allowscriptaccess" value="always" /> <param name="scalemode" value="showall" /> <param name="allowfullscreen="allowfullscreen"" value="true" /> <param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&bandwidth=514&xasxTemplate=xasx_od.xml&autoPlay=false&skin=od_embed_ext&application=144277506&baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&params=?r=r$contentId=1173706$singleton=true$forcedWidth=475$forcedHeight=267$keepVideoAspectRatio=true&language=de" /> </object><br /><br />Nun rechtfertigte die Bundeskanzlerin die höhere Ökostromumlage. "Wenn man die Energiewende will, geht es nicht ohne jede Preisveränderung", sagte Merkel am Abend bei einer CDU-Regionalkonferenz in Fulda.<br /><br />Der Ausbau des Ökostroms kommt offenbar zu schnell voran, denn der Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die Umlage von den Verbrauchern bezahlt - jährlich rund 16 Milliarden Euro. Die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW wollen die Höhe der Umlage am Montag bekanntgeben. "Die Zahl steht fest", sagten Beteiligte.<br /><br /></p><p><strong>So setzt sich der Strompreis zusammen</strong></p><p>Eigentlich müsste die Stromrechnung geringer ausfallen, denn der reine Energiepreis sinkt. Doch dann muss auch die Umlage höher sein, eben wegen dieser genannten Differenz. Der reine Energiepreis macht insgesamt lediglich ein gutes Drittel aus. Er wird unter anderem an der deutschen Strombörse in Leipzig gehandelt, wo der Trend momentan leicht nach unten zeigt. Daneben beträgt das Netznutzungsentgelt ein Fünftel der Stromrechnung. Damit werden Stromtransport und -verteilung bezahlt.<br /><br />Für Abgaben, Umlagen und Steuern werden derzeit 45,4 Prozent fällig, mit der höheren Ökostromumlage dann 48,8 Prozent. Die staatlichen Zuschläge pro Kilowattstunde im Einzelnen:<ul><li>EEG-Umlage: derzeit 3,59 Cent, ab 2013 rund 5,3 Cent</li><br /><li><papaya:link href="http://www.gesetze-im-internet.de/kav/index.html" text="Konzessionsabgabe" title="Konzessionsabgabe" target="_blank" />, mit der die Kommunen Stromleitungswegerechte einräumen: 1,32 bis 2,39 Cent</li><br /><li>Stromverbrauchszuschlag gemäß <papaya:link href="http://www.eeg-kwk.net/de/697.htm" text="Paragraph-19-Umlage" title="Paragraph-19-Umlage" target="_blank" />: 0,151 Cent</li><br /><li>Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz: 0,002 Cent</li><br /><li>Stromsteuer: 2,05 Cent</li><br /><li>Umsatzsteuer: 19 Prozent</li></ul></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr Jazz Live

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

EEG-Reformgipfel"Die Deckelung ist durch nichts gerechtfertigt"

Der baden-württembergische Energie- und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). (dpa-Bildfunk / Philip Schwarz)

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller schlägt vor, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2025 auf 50 Prozent anzuheben. Der Grünen-Politiker sagte im DLF, auch die geplante Deckelung der Windkraft an Land sei fragwürdig. Ebenso müsse der Netzausbau besser vorankommen. Bund und Länder wollen heute Abend über den Ausbau von Ökostrom beraten.

Debatte um Gauland-Äußerungen Sich weltoffen geben, Vorurteile pflegen

Deutsche Fußballfans zeigen vor Spielbeginn ein Plakat mit der Aufschrift "Jerome zieh neben uns ein" beim Länderspiel Deutschland - Slowakei in der WWK-Arena in Augsburg (Bayern). (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Einige Leute führen zwar gerne große Worte von Weltoffenheit im Munde, entpuppen sich aber voller Vorurteile, wenn beispielsweise ein Flüchtlingsheim in ihrer Nachbarschaft gebaut werden soll. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich der Soziologe Armin Nassehi.

NahrungsmittelFrisch oder abgepackt: Was ist leckerer?

Welche Dinge des alltäglichen Küchengebrauchs darf ich auch mal aus der Dose kaufen und welche nicht? Es gibt große Unterschiede, sagt unsere DRadio-Wissen-Küchenfee Tina Kießling.

Kritik am "Milchgipfel""Die Verbraucher können gar nichts tun"

Der stellvertretende Geschäftsführer der Organisation Foodwatch, Matthias Wolfschmidt, auf einem Bild aus dem Jahr 2012. (imago / Metodi Popow)

Millionenhilfen der Politik und im Laden die teurere Milch: Die Maßnahmen und Vorschläge der Bundesregierung brächten gar nichts, sagte Matthias Wolfschmidt von der Verbraucherorganisation Foodwatch im DLF. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erwecke nur den Anschein, den Landwirten helfen zu wollen.

Nato und RusslandDer Westen schafft eine neue militärische Front

Die Teilnehmer des Außenminister-Treffens der NATO-Länder sitzen im NATO-Hauptquartier in Brüssel zusammen. (picture alliance / dpa / EPA)

Die Nato rücke immer dichter an die europäischen Grenzen Russlands. Dadurch breche sie Vereinbarungen mit Moskau und schaffe eine neue militärische Front wie zu Zeiten des Kalten Krieges, warnt der Hamburger Friedensforscher Reinhard Mutz.

Erster WeltkriegVor 100 Jahren begann die Schlacht am Skagerrak

Ein deutsches Großkampfschiff beim Abfeuern einer Breitseite während der legendären Schlacht von Skagerrak Mai/Juni 1916. (dpa)

Es war die schwerste Auseinandersetzung auf hoher See im Ersten Weltkrieg: Skagerrak-Schlacht – unter diesem Namen kennt man sie in Deutschland. Die Briten sprechen von der "Schlacht von Jütland". 8.500 Seeleute kamen damals ums Leben, vor allem Briten. Heute vor 100 Jahren fiel der erste Schuss. Zu den offiziellen Gedenkfeiern wird auch Bundespräsident Joachim Gauck reisen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Costa Concordia  Berufungsgericht bestätigt Haftstrafe für Kapitän Schettino | mehr

Kulturnachrichten

Kinderbuch-Aquarell für 133.000 Euro versteigert  | mehr

Wissensnachrichten

Regel-Studienzeit  Offensichtlich kaum zu schaffen | mehr