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Entspannte Verhältnisse

20 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag

Bronislaw Komorowski in Berlin. (AP)
Bronislaw Komorowski in Berlin. (AP)

Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag sei eines der wegweisenden Fundamente des neuen Europas, sagte der polnische Präsident Bronislaw Komorowski in Berlin. Am 17. Juni 1991 wurde der Vertrag in Bonn unterschrieben.

<p>Mit dem Dokument wurde die europäische Integration geebnet, betonte der polnische Staatsgast in seiner Berliner Rede. Komorowski ist ein früherer Aktivist der Gewerkschaft Solidarnosc, die den friedlichen Wandel in Polen einläutete. Ab dem 1. Juli übernimmt Polen zum ersten Mal den Ratsvorsitz in der Europäischen Union. <br /><br />In den ersten zwei Jahrzehnten nach Ende des Zweiten Weltkriegs gab es keine offiziellen Kontakte zwischen der Bundesrepublik und Polen. Erst 1972 nahmen Bonn und Warschau diplomatische Beziehungen auf; zu freundschaftlichen Beziehungen kam es jedoch erst, als die Bundesrepublik am 14.11.1990 die <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="129031" text="Oder-Neiße-Linie" alternative_text="Oder-Neiße-Linie" /> als polnische Westgrenze anerkannte. Am 17. Juni 1991 wurde der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag unterzeichnet. <br /><br />Das Dokument sieht vor, die ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität der im jeweiligen Land lebenden Volksgruppe zu schützen und zu fördern. Während die deutsche Minderheit in Polen jährlich rund 25 Millionen Euro erhalte, lägen die <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="119444" text="Aufwendungen für polnische Einrichtungen in der Bundesrepublik" alternative_text="Aufwendungen für polnische Einrichtungen in der Bundesrepublik" /> bei lediglich 300.000 Euro, so die Kritiker aus dem national-konservativem Lager. <br /><br />Darüber hinaus sicherte das Dokument Polen Unterstützung bei der Annäherung an die Euopäische Union zu, der das Land 2004 beitrat.<br /><br /><papaya:media src="fa78176af77e176decfef236bf101a31" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Helmut Kohl, Ex-Bundeskanzler, CDU" popup="yes" />Während der Vertragsunterzeichnung kam es vor dem Bonner Kanzleramt zu nationalistisch gefärbten Protesten seitens <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/17/dlf_20110617_0513_5fb8e614.mp3" title="20 Jahre Nachbarschaftsvertrag - Hintergrundbericht als MP3-Audio">Vertretern der Vertriebenenverbänden.</a> Die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze stand dabei im Mittelpunkt der Proteste. <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/17/drk_20110617_1748_e1b6c2bd.mp3" title="Rückblick auf 20 Jahre Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag (MP3-Audio)">Helmut Kohl</a> reagierte darauf mit den Worten:<br /><br />&quot;Das deutsch-polnische Vertragswerk wird von einigen meiner Landsleute nicht leichten Herzens angenommen. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die infolge des Krieges ihre Heimat jenseits von Oder-Neiße verloren haben. Wir hören auch aus Polen zögernde Stimmen. Gerade an diese Deutschen und an diese Polen ergeht heute auch mein Appell zur Aussöhnung.&quot;<br /><br />Krzysztof Wojciechowski, Verwaltungsdirektor des Collegium Polonicum und Koordinator der internationalen Beziehungen im Gründungsbüro der Europa-Universität Viadrina, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="146365" text="denkt mit gemischten Gefühlen an diese Zeit zurück." alternative_text="denkt mit gemischten Gefühlen an diese Zeit zurück." /> Heute sei das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen nicht mehr so emotional und "sexy", aber dafür sei man einander sympathischer als damals.<br /><br /></p><p><strong>Die Nachbarn nähern sich an</strong></p><p> Nach Einschätzung der Deutschlandradio-Korrespondentin Margarete Wohlan haben sich die Beziehungen beider Länder 20 Jahre nach Inkrafttreten des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag normal entwickelt. Nach ihrer Ansicht stellt der Vertrag <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/17/drk_20110617_0713_4fa9a7b4.mp3" title="Margarete Wohlan zum deutsch-polnischen Verhältnis - Beitrag als MP3-Audio">ein Symbol der Stabilisierung dar.</a><br /><br />Man sei heute in einer <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70196" text="Phase der gereiften Partnerschaft" alternative_text="Phase der gereiften Partnerschaft" />, sagt der polnische Botschafter in Deutschland Marek Prawda - wenn auch teilweise das Verhältnis getrübt sei durch "familiär überlieferte Ressentiments oder Denkmuster von gestern".</a><br /><br />Auch die Ergebnisse einer <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/17/drk_20110617_0711_21396d26.mp3" title="Allensbach-Studie zum deutsch-polnischen Verhältnis - Audio-Beitrag">Allensbach-Studie</a> haben ergeben, dass sich Polen und Deutsche besser kennengelernt haben. Demnach beurteilen 48% der Deutschen und 50% der Polen die deutsch-polnischen Beziehungen positiv, obwohl die Klischees und Vorurteile auf beiden Seiten noch sehr lebendig sind.</p>


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

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