Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Epischer Erzähler der Judenverfolgung"

Saul Friedländer erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Saul Friedländer (AP)
Saul Friedländer (AP)

Einen "epischen Erzähler der Judenverfolgung" will der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in diesem Jahr mit seinem Friedenspreis ehren. Die Auszeichnung geht an den israelischen Historiker Saul Friedländer. Sie ist mit 25.000 Euro dotiert und wird im Oktober während der Frankfurter Buchmesse verliehen.

In der Begründung des Stiftungsrates heißt es, der Autor habe den zu Asche verbrannten Menschen Klage und Schrei gestattet und Gedächtnis und Namen geschenkt.

"Ich freue mich riesig"

Friedländer sagte im Deutschlandfunk, es sei für ihn eine große Ehre. Historiker sei er auch aus einem inneren Drang geworden. Er habe die Geschichte seiner Familie, die in Auschwitz umgebracht worden sei, aber auch die Geschichte eines ganzen Volkes erforschen wollen. (MP3-Audio)

"Eine ausgezeichnete Wahl"

"Menschen, die ihn persönlich kennen gelernt haben, bezeichnen ihn als eine moralische Instanz." Mit Friedländer habe der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine ausgezeichnete Wahl getroffen, sagte Volker Ullrich, Sachbuch-Chef bei der "Zeit", im Deutschlandradio Kultur. Ein ehrwürdigerer Preisträger hätte sich kaum finden lassen. (MP3-Audio)

Saul Friedländer wurde 1932 in Prag geboren, den Holocaust überlebte er in Frankreich. Als Politikwissenschaftler lehrte er in Genf, Tel Aviv und Los Angeles. Als sein wichtigstes Werk gilt "Das Dritte Reich und die Juden".

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:23 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:50 Uhr Presseschau

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Vermeintliches WundermittelMediziner lehnt Methadon in der Krebstherapie ab

Durch ein Mikroskop ist der Anreicherungsprozess von Nanopartikeln in Krebszellen zu sehen. (Jan Woitas/dpa-Zentralbild)

Ein Wundermittel gegen Krebs? Derzeit wird in den Medien über den Einsatz von Methadon im Kampf gegen Krebs diskutiert. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Lukas Radbruch, hält davon allerdings wenig.

documenta-echo: Irena HaidukUniformen für die Freiheit

Sechs schwarz gekleidete frauen schreiten in zwei Dreierreihen vor dem Fridericianum. Auf dem kopf balancieren sie jeweils ein Buch. (Deutschlandradio / Änne Seidel)

Ein schlichtes Kleid, dazu ergonomische Schuhe: "Yugoform" nennt die serbische Künstlerin Irena Haiduk die Kleidung, die sie auf der documenta zum Kauf anbietet - eine bequeme Uniform für die arbeitende Frau und Teil ihrer documenta-Arbeit "Seductive Exacting Realism".

Vor 50 JahrenKZ-Kommandant Franz Stangl wird an die BRD ausgeliefert

Der ehemalige Kommandant der Vernichtungslager Treblinka und Sobibor, Franz Stangl (r) wird am 23. Juni 1967 von einem Polizeibeamten zum Flughafen nach Rio de Janeiro (Brasilien) gebracht, um an die Bundesrepublik ausgeliefert zu werden. Franz Stangl, der nach dem Zweiten Weltkrieg über Italien und Syrien 1951 nach Brasilien emigrierte und dort unter seinem Namen in einem Zweigwerk des Volkswagenwerkes arbeitete, wurde von Simon Wiesenthal aufgespürt und 1967 an die Bundesrepublik ausgeliefert. (picture alliance / dpa / UPI)

Franz Stangl war für den Tod von nahezu einer Million Juden verantwortlich. Nach Kriegsende flüchtete der KZ-Kommandant nach Syrien, kurz darauf nach Brasilien. Nach jahrelanger Suche wurde er gefasst und vor 50 Jahren an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Europäische Union  Asselborn sieht Grund zu Optimismus | mehr

Kulturnachrichten

EU nimmt Facebook und Co. ins Visier  | mehr

 

| mehr