Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Erklärwerk: Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus ESM

Von Stephan Beuting

Der ESM soll verhindern, dass Schulden immer weitere Schulden nach sich ziehen. (picture alliance / dpa - Uli Deck)
Der ESM soll verhindern, dass Schulden immer weitere Schulden nach sich ziehen. (picture alliance / dpa - Uli Deck)

Während der <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="16619" text="EFSF" alternative_text="EFSF" /> noch aus der Not geboren und von vornherein zeitlich befristet war, soll der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) nun einzelne EU-Staaten und die Union als Ganzes dauerhaft vor dem finanziellen Kollaps schützen.

Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus, kurz ESM, soll dafür sorgen, dass Euro-Staaten nicht pleite gehen, einfach um zu verhindern, dass in Folge einer Staatspleite und dem daraus folgenden Zahlungsausfall weitere Banken und Staaten in Schwierigkeiten geraten und am Ende die gemeinsame Währung und dadurch alle Länder der Eurozone leiden.

Um Länder vor der Staatspleite zu schützen, verfügt der ESM über eine Summe von mindestens 500 Milliarden, eventuell 750 Milliarden, die zur effektiven Kreditvergabe zur Verfügung steht. Damit kann der ESM

Erstens: EU-Staaten mit Krediten aushelfen. Weil die Bonität des ESM hoch ist, können notleidende Staaten so zu niedrigeren Zinsen Geld leihen, als ihnen das am Kapitalmarkt möglich wäre.

Und zweitens: Staatsanleihen von EU-Staaten ankaufen. Im Ernstfall stützt der ESM damit den Anleihenkurs eines notleidenden Staates, um Spekulationen entgegenzuwirken.

In beiden Fällen soll der ESM verhindern, dass Schulden immer weitere Schulden nach sich ziehen.

Wie gut ist die Europäische Union mit dem ESM für neue Finanzkrisen gerüstet?

Deutschlandfunk-Wirtschafts-Korrespondent Stefan Wolff: "Das Eurosystem ist gut gerüstet für die Krise, mit der man gerade konfrontiert ist, das heißt, die Länder, die ins Straucheln geraten sind, wie zum Beispiel Griechenland oder Portugal, die können problemlos gestützt werden aber es darf nicht mehr passieren. Wenn so große Länder wie Spanien oder Italien in diesen Abwärtssog gezogen werden würden, dann wäre jeder Rettungsschirm auf alle Fälle zu klein."

22 Milliarden

So hoch ist der Anteil, den Deutschland nach jetzigem Stand in den ESM direkt einzahlen wird. 22 Milliarden, das ist etwas weniger als die Bundesregierung 2012 Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ausgeben will und fast doppelt soviel wie der Etat für Bildung und Forschung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Entdeckertag

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Referendum in Ungarn"Wir brauchen Ordnung in dem Hause"

Ungarns Botschafter Peter Györkös am 15.02.2016. (dpa / picture-aliiance / Horst Galuschka)

Der ungarische Botschafter in Deutschland verteidigt die Flüchtlingspolitik seines Landes. Peter Györkös sagte im DLF, mit dem Schutz der Außengrenzen habe man auch Deutschland geschützt. Andernfalls wären womöglich drei bis vier Millionen Menschen unkontrolliert eingereist.

Flüchtlingspolitik"Wir haben das nicht geschafft!"

Ein Flüchtling schwent eine Deutschlandfahne in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien. (dpa / Kay Nietfeld)

Zwei Sätze stehen für Angela Merkels Flüchtlingspolitik: "Wir schaffen das" hatte sie vor einem Jahr gesagt. Um jetzt hinterherzuschieben, am liebsten würde sie die Zeit "um viele Jahre zurückspulen". Dabei, so Islamwissenschaftler Fabian Köhler, müssten sich vor allem die Linken eingestehen: "Wir haben das nicht geschafft".

Uraufführung von Mozarts "Zauberflöte"Meisterwerk oder Machwerk?

Ein bisher unbekanntes angebliches Mozart-Porträt ist in der Berliner Gemäldegalerie entdeckt worden. Das 80 mal 62 Zentimeter große Ölgemälde von Johann Georg Edlinger ist wahrscheinlich während Mozarts letztem Aufenthalt in München 1790 entstanden.  (picture alliance / dpa / Staatliche Museen zu Berlin)

Hübsche Musik, aber eine allzu alberne Geschichte: Das war die Meinung vieler Besucher und Kritiker, als sie vor 225 Jahren das erste Mal "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart sahen und hörten.

Drosselung der Ölfördermenge"Eine folgerichtige Entscheidung der Opec"

Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (dpa/picture-alliance/Bernd Wüstneck)

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stehe mittlerweile mit dem Rücken zur Wand, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert im DLF. Wenn ihre Vetreter nicht dauerhaft niedrige Preise akzeptieren wollten, seien sie dazu verpflichtet, das Öl-Angebot zu reduzieren. Zudem müssten sie zeigen, dass die Opec als Organisation noch eine Legitimation habe.

Neutrino-Suche am SüdpolAuf der Jagd nach Geisterteilchen

Das Neutrino-Teleskop IceCube hält am Südpol nach kosmischen Neutrinos Ausschau (IceCube / NSF)

Die Neutrinos sind ein Phänomen. Die Elementarteilchen hinterlassen so gut wie keine Spuren. Sie sind für die Forschung von großer Bedeutung. Am Südpol soll der Forscher Christian Krüger sie mit dem Detektor IceCube finden.

ESA-SONDE ROSETTAEin Weltraumabenteuer in drei Akten

Zwölf Jahre war Raumsonde Rosetta für uns im All. Endlich erreicht sie nach sieben Milliarden Kilometern den Kometen Tschuri - und wird ihre Arbeit für immer beenden. Aber bis zum letzten Moment, soll sie uns mit Bildern und Informationen versorgen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Weltklimapakt  EU ebnet Weg für Ratifizierung | mehr

Kulturnachrichten

Literaturnobelpreis-Bekanntgabe erst am 13. Oktober  | mehr

Wissensnachrichten

Langzeitstudie  Armut macht das Hirn lahm | mehr