Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Erklärwerk: Die Bankenaufsicht

Von Martin Krinner

Die Euro-Skulptur vor dem Hauptgebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.  (AP)
Die Euro-Skulptur vor dem Hauptgebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. (AP)

Derzeit wird diskutiert, ob die Europäische Zentralbank (EZB) die Bankenaufsicht für ganz Europa übernehmen könnte. Damit soll behoben werden, was EU-Kommissarin Vivane Reding die "gemütlichen Beziehungen" zwischen den nationalen Aufsehern und den Banken ihres Heimatlandes genannt hat.

Wer eine Bank gründen will, der braucht dafür eine Genehmigung. Und auch danach muss er sich im täglichen Geschäft immer wieder in die Karten schauen lassen. Diese beiden Aufgaben übernimmt die Bankenaufsicht. Sie überwacht zum Beispiel das Eigenkapital der Banken, das hoch genug sein muss, um mögliche Verluste zu verkraften. Wie diese Kontrolle ausfällt, das hängt von Art und Umfang der Geschäfte ab. Grundsätzlich gilt: je höher die Risiken, die eine Bank eingeht, desto genauer schaut die Aufsicht zu.

In Deutschland teilen sich bisher zwei Institutionen die Bankenaufsicht: die BaFin und die Deutsche Bundesbank. Im Moment wird aber diskutiert, ob dieEZB diese Aufgabe künftig für ganz Europa übernehmen könnte. Damit soll behoben werden, was EU-Kommissarin Vivane Reding die "gemütlichen Beziehungen" zwischen den nationalen Aufsehern und den Banken ihres Heimatlandes genannt hat.

Könnte die EZB eine gesamteuropäische Bankenaufsicht überhaupt leisten?

Klemens Kindermann aus der Deutschlandfunk Wirtschaftsredaktion:

"Mit der Aufsicht über alle europäischen Banken wäre die EZB sicher überfordert. Wie schwierig die Kontrolle ist, hat der jüngste Stresstest der Bankenaufsicht EBA in London gezeigt. Der verlief ziemlich chaotisch. Wenn die EZB also so eine Art "Super-Aufseherin" werden soll, dann höchstens über die 15 oder 20 größten grenzüberschreitenden Geldinstitute. Allerdings: Die Krise lehrt, dass nicht unbedingt die Aufsicht über die Groß-Banken das Problem ist. Die Turbulenzen in Spanien etwa haben wir den dortigen Sparkassen zu verdanken. Solche Insitute zu kontrollieren, dafür wäre die EZB die falsche Adresse."

Zahl: 8300

Eine Aufsicht für ganz Europa hätte tatsächlich viel zu tun. Von Finnland bis Portugal gibt es zurzeit etwa 8300 Kreditinstitute.



Weitere Erklärwerk-Beiträge:

Der Leitzins
Der "Grexit"
Der Europäische Stabilitäts-Mechanismus ESM
EZB-Tender
Finanztransaktionssteuer
SoFFin
Ratingagenturen
Der ifo-Geschäftsklimaindex
Erklärwerk: Eurobonds
Die EZB

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Kommentar

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Zeitfragen. Politik und Soziales

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Kretschmer (CDU) zu Koalitionsverhandlungen"Über Härtefälle wird man im Detail immer sprechen können"

Der Generalsekretär der CDU in Sachsen, Michael Kretschmer. (imago / IPON)

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer begrüßt, dass es zu Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD kommt. Im Dlf sagte er, die Sondierungsergebnisse dürften "jetzt nur nicht verwässert werden". Zu Nachbesserungsforderungen der SPD etwa beim Familiennachzug sagte Kretschmer, über Härtefälle könne man im Detail immer sprechen.

SPD-Vize Schäfer-Gümbel"Wir werden sicherlich schwierige Verhandlungen bekommen"

Thorsten Schäfer-Gümbel, stellvertretender Bundesvorsitzender und hessischer Landesvorsitzender der SPD, spricht am 16.12.2017 in Erfurt (Thüringen) beim außerordentlichen Landesparteitag der SPD. Die Sozialdemokraten wollen sich mit der gestoppten Kreisreform in Thüringen sowie der Regierungsbildung in Berlin beschäftigen.t (picture alliance / dpa / Michael Reichel)

SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel warnte die CSU davor, die anstehenden Verhandlungen durch Polemik zu belasten. "Mit wechselseitigen Drohungen wird man keine neue Basis schaffen", sagte Schäfer-Gümbel im Dlf. Es gehe um viel, was jetzt konkretisiert werden müsse.

Juden in DeutschlandAntisemitismus lässt sich nicht abschieben

Teilnehmer einer Demonstration verbrennen am 10.12.2017 eine selbstgemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln. Die geplante Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem sorgte auch in Berlin für Proteste. Bei den pro-palästinensischen Demonstrationen wurden Fahnen mit dem Davidstern angezündet. (picture alliance / dpa / Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus)

Wie lässt sich Antisemitismus bekämpfen? Diese Frage wird zurzeit in Berlin intensiv diskutiert. Holger Michel meint, vor allem der Kontakt mit jüdischen Mitbürgern sei das Mittel, um Antisemitismus gar nicht erst entstehen zu lassen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Washington  Kompromiss um Haushaltssperre zeichnet sich ab | mehr

Kulturnachrichten

Leiterin des Hauses der Weimarar Republik | mehr

 

| mehr