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Erklärwerk: Die Deutsche Bank

Die Ära Ackermann ist zuende

Von Martin Krinner

Die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt (AP)
Die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt (AP)

Auf der Hauptversammlung am heutigen Donnerstag verabschiedet sich der langjährige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, von seinem Posten. Aus diesem Anlass blicken wir zurück auf die Unternehmensgeschichte des Geldinstituts.

Die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank wurde 1870 mit einem klar formulierten Ziel gegründet: Sie sollte den Außenhandel deutscher Unternehmer unterstützen und unabhängig machen von den überwiegend englischen Geldgebern. Das Hauptaugenmerk lag am Anfang entsprechend auf Geschäften im Ausland – in Amerika, Ostasien und im Osmanischen Reich –, und mit der deutschen Großindustrie.

Im Dritten Reich wurde die Bank zum Instrument der Nazis. Sie war an der Arisierung deutscher Unternehmen beteiligt und führte Guthaben jüdischer Kunden an den Staat ab. Das Werk der I.G. Farben und das KZ in Auschwitz wurde mit Krediten der Deutschen Bank gebaut.

Die Besatzungsmächte zerschlugen deshalb die Deutsche Bank nach dem Krieg. Ende der 50er wurde sie aber wieder zusammengeschlossen. Sie stieg ins breite Privatkundengeschäft ein, erweiterte ihr Filialnetz im In- und Ausland und wandelte sich zum internationalen Konzern. Heute ist die Deutsche Bank offiziell "too big to fail": Sie ist eine der 29 Großbanken, die vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft werden.

Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Finanzinstitut mit internationalem Rang. Das ist schön für die Deutsche Bank. Aber spielt das für die deutsche Wirtschaft als Ganzes heute noch eine Rolle?

Stefan Wolff, Wirtschaftskorrespondent aus Frankfurt:

"Deutsche Unternehmen sind ja international aktiv. Und bei ihren Geschäften im Ausland können sie ein großes deutsches Bankhaus sehr gut gebrauchen. Das liegt nicht nur daran, dass dort deutsch gesprochen wird, sondern dass dieses Bankhaus eben auch die deutsche Unternehmenskultur, das deutsche Wirtschaften versteht und dann eben auch im Ausland mit begleiten kann. Das fällt sicherlich vielen Unternehmen schwerer, wenn sie da mit ausländischen Instituten vor Ort zu tun haben."

Zahl: 100.000

Insgesamt beschäftigt die Deutsche Bank heute etwas mehr als 100.000 Mitarbeiter. Nur die Hälfte davon allerdings – knapp 50.000 – arbeiten auch tatsächlich in Deutschland.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

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