Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Erklärwerk: Finanztransaktionssteuer

Von Stephan Beuting

Zwei Befürworter der Finanztransaktionssteuer: französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (picture alliance / dpa - Wolfgang Kumm)
Zwei Befürworter der Finanztransaktionssteuer: französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (picture alliance / dpa - Wolfgang Kumm)

Die Kanzlerin ist persönlich dafür, Nicholas Sarkozy will sie, die Briten eher nicht. Die Frage nach Sinn und Nutzen der Finanztransaktionssteuer wird kontrovers diskutiert, auch innerhalb der Regierungskoalition.

Der britische Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes hatte darüber bereits vor gut 70 Jahren nachgedacht

"…um spekulative Geschäfte, vor allem auf dem Derivatemarkt zu regulieren."

Eine mächtige Idee, mit dem Schicksal eines Papiertigers.

Vor etwa 40 Jahren bringt James Tobin die Finanztransaktionssteuer erneut ins Spiel, resigniert jedoch nach kurzer Zeit:

"ähnlich wie das Monster von Loch Ness taucht sie immer mal wieder auf, regt die Phantasie der Menschen an um dann wieder zu verschwinden."

Nun will Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy die Steuer, Kanzlerin Angela Merkel kann sie sich persönlich vorstellen, Finanzminister Schäuble hofft, dass Politik dadurch Legitimität zurückgewinne.

Die Steuer soll auf alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen anfallen. Tobin schlug damals 0,05 Prozent vor, aktuell ist von 0,01 Prozent die Rede, also geradeeinmal ein Euro Steueraufkommen bei einer Summe von 10.000 Euro.

Welche Auswirkungen hat die Einführung einer Finanztransaktionssteuer?

Deutschlandfunk-Wirtschaftskorrespondentin Brigitte Scholtes

"Sicherlicht versalzt sie Spekulanten wie etwa den Daytradern ihre kurzfristigen Geschäfte, weil sie die Margen vernichtet. Als Lösung für die Finanz- und Wirtschaftskrise taugt sie aber nicht wie manche Befürworter weiß machen wollen. Letztendlich sorgt sie für mehr Gerechtigkeit. Ein Dilemma, wenn sie nicht zumindest europaweit eingeführt wird, werden viele Spekulanten einfach ausweichen auf Börsenplätze, an denen die Steuer nicht erhoben wird. In welchem Umfang das geschehen wird, ist unklar."

57 Milliarden

Die EU-Kommission hat nachgerechnet. Eine europaweite eingeführte Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,01 Prozent würde 57 Milliarden Euro in die Kassen spülen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:05 Uhr Weltzeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Erster Auftritt als BundespräsidentSteinmeier zeigt klare Kante

Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht am 22.03.2017 bei der gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat nach seiner Vereidigung im Deutschen Bundestag in Berlin.  (dpa/Michael Kappeler)

Frank Walter Steinmeier hat in seiner Antrittsrede die Kontroverse um den türkischen Präsidenten in der Mittelpunkt gestellt - verbunden mit dem Aufruf, den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel freizulassen. Ein riskantes Manöver für das neue deutsche Staatsoberhaupt.

Leipziger BuchmesseDas Lesen kann beginnen!

Auf der Leipziger Buchmesse 2016: Ein Frau liest  (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

In Leipzig wird heute Abend die Buchmesse eröffnet. Bis Sonntag präsentieren mehr als 2.000 Aussteller ihre Neuerscheinungen. Unser Literaturkritiker Kolja Mensing hat alle redaktionellen Vorbereitungstreffen hinter sich - und befindet sich nun "im Rausch".

Auftritte türkischer MinisterErdogans verschleierte Kehrtwende

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht in Istanbul. (AFP / OZAN KOSE)

Die Ansage der Bundesregierung, den Türken die Stimmabgabe in Deutschland im Falle von Rechtsverstößen zu verbieten, stelle für Ankara ein echtes Problem dar, kommentiert Christian Buttkereit. Denn dieser sei auf diese Stimmen angewiesen.

Julia Samoilowa Ukraine verbietet russischer ESC-Kandidatin Einreise

Die im Rollstuhl sitzende Sängerin Julia Samoilowa tritt am 07.03.2014 in Sotschi (Russland) bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele 2014 auf.  (dpa picture-alliance/AP Ekaterina Lyzlova)

Der ukrainische Geheimdienst hat der russischen ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa die Einreise verboten. Dadurch kann die Sängerin im Rollstuhl voraussichtlich nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Kiew auftreten.

AskeseVerzicht oder nicht?

Ein Mönch sitzt im Antaiji Kloster neben einer Gitarre und genießt die völlige Ruhe. (Norbert Hübner)

Enthaltsamkeit dient in modernen Gesellschaften oft nicht mehr der spirituellen Erhebung, sondern der Leistungssteigerung. Fundamentalisten des innerweltlichen Glaubens rennen in die Muckibude, ans Cardio-Gerät, aufs Indoor-Fahrrad. Ein Plädoyer fürs Fasten durch Laster.

Konzertfilm "Rammstein - Paris"Brutalo-Trash im Kino

Band Rammstein bei der Filmpremiere "Rammstein Live in Paris" in der Berliner Volksbühne: Richard Zven Kruspe, Paul Landers, Oliver Riedel, Christian Lorenz, Christoph Schneider und Till Lindemann. (imago/Tinkeres)

Martialische Musik und brutale Ästhetik – das ist das Erfolgsrezept von Rammstein. Der schwedische Regisseur Jonas Akerlund hat aus mehreren Konzerten der Band in Paris einen Film gemacht. Ab Donnerstag kommt "Rammstein - Paris" für nur drei Tage in 100 deutsche Kinos.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Anschlag in London  Polizei spricht jetzt von fünf Toten | mehr

Kulturnachrichten

Ukraine verbietet russischer ESC-Kandidatin Einreise  | mehr

 

| mehr