Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Erste Krawalle im Wendland

Castor-Transport aus Frankreich überquert deutsche Grenze

Wasserwerfer gegen Atomkraft-Gegner: Die Polizei räumt eine Straßenkreuzung. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
Wasserwerfer gegen Atomkraft-Gegner: Die Polizei räumt eine Straßenkreuzung. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Im Wendland ist es vor der erwarteten Ankunft des Castor-Transports aus Frankreich zu Zusammenstößen zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei gekommen. Es gab Verletzte auf beiden Seiten und einige Festnahmen.

Nach einer friedlichen Kundgebung in Metzingen mit 3000 Teilnehmern blockierten gestern Abend etwa 800 Menschen die Bundesstraße 216. Die Polizei setzte zur Räumung Wasserwerfer ein, die Demonstranten warfen mit Steinen, Farbbeuteln und Feuerwerkskörpern. Nach Angaben eines Lokalradios wurden 20 Atomkraftgegner und sieben Polizisten leicht verletzt. Vier Menschen wurden festgenommen.

Am Morgen danach herrscht im Wendland friedliche Stimmung, wie Deutschlandfunk-Korrespondentin Susanne Schrammar berichtet. Die Polizei wertet die Krawalle vom Vorabend nicht als Hinweis auf eine Radikalisierung der Demonstrationen. Ein Sprecher sagte Deutschlandradio Kultur, man erwarte friedlichen Protest. Die Initiativen rufen zu gewaltfreien Aktionen auf. Gleichwohl wird es wohl auch wieder Gleisblockaden geben.

Für morgen ist eine große Kundgebung geplant, zu der 15.000 Teilnehmer erwartet werden – wesentlich weniger als die 50.000 vom vergangenen Jahr, als die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke der Anti-Atom-Bewegung neuen Auftrieb verschafft hatten.

Der Zug mit den elf Castor-Behältern überquerte am Vormittag die deutsch-französische Grenze. Es ist der erste Transport nach dem Atomausstieg. Trotz des von Bundesumweltminister Norbert Röttgen verkündeten Neustarts bei der Suche nach einem Endlager fürchten die Menschen im Wendland, dass mit jedem neuen Castor-Behälter im Zwischenlager die Entscheidung für Gorleben wahrscheinlicher wird.

Mehr bei dradio.de:

Röttgen lädt zum Endlager-Gipfel: Bundesumweltminister will Alternativen zu Gorleben finden
"In Gorleben wird nicht erkundet, in Gorleben wird gebaut" - Grünen-Politiker Trittin fordert Stopp der Arbeiten
Kretschmann schließt Gorleben als Atom-Endlager nicht aus
"Einen Zweifel an Gorleben habe ich nicht" - CSU-Politiker Ruck nennt Endlager geeignet

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Kontrovers

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:07 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Frankreich-Wahl"Macron als Sozialliberaler genau der Richtige"

Emmanuel Macron nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses der ersten Wahlrunde um die französische Präsidentschaft. (Daniel Fouray/MAXPPP/dpa)

Der Ausgang der ersten Wahlrunde zur französischen Präsidentschaft sei eine gute Nachricht, sagte Alexander Graf Lambsdorff (FDP, Vize-Präsident des Europaparlaments. Er sei sich sehr sicher, dass Emmanuel Macron es schaffen und zum nächsten französischen Präsidenten gewählt werde. Macron stehe für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und habe gleichzeitig den sozialen Ausgleich im Blick.

Frankreich hat gewähltZwei Kandidaten, ein Schock

Unterstützer des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron bejubeln in Paris mit französischen Flaggen die ersten Hochrechnungen.   (dpa Bildfunk / AP / Thibault Camus )

Emmanuel Macron und Marine Le Pen haben es bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich in den zweiten Wahlgang geschafft. Der Erfolg Le Pens heißt für den Geografen und Sozialwissenschaftler Boris Grésillon: Frankreich geht es schlecht.

Emanzipation und FeminismusGleichberechtigung - nicht nur Frauensache

Mit Plakaten und in historischen Gewändern erinnern Frauen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) an die Wahlrechtsdemonstrationen der Suffragetten vor 100 Jahren. (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)

Es gibt kein Übel, an dem der Feminismus nicht schuld ist. So sehen das zumindest dessen Kritiker. Das Gegenteil ist richtig: Gleichberechtigung zielt auf eine menschenfreundliche Kultur - und davon profitieren auch die Männer.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

OLG Düsseldorf  Verfahren wegen Duisburger Loveparade-Katastrophe muss eröffnet werden | mehr

Kulturnachrichten

Loveparade-Unglück nun doch vor Gericht  | mehr

 

| mehr