Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Erste Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Lohn

Bei Linde in Ballenstedt wurde schon am Dienstag gestreikt (picture alliance / dpa / Matthias Bein)
Bei Linde in Ballenstedt wurde schon am Dienstag gestreikt (picture alliance / dpa / Matthias Bein)

Um Mitternacht standen die Bänder still: Die Nachtschichten in mehreren Unternehmen haben mit dem Ende der tariflichen Friedenspflicht in der vergangenen Nacht die Arbeit niedergelegt. Ab Mitte der Woche droht eine Streikwelle.

Die Schauplätze der ersten Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie lagen vor allem in Bayern und Niedersachsen. So nahmen 400 Beschäftigte in Augsburg bei MAN Diesel an einem Warnstreik teil. In Niedersachsen legten etwa 500 Beschäftigte bei Continental in Gifhorn, Bosch in Salzgitter, KSM Castings in Hildesheim und Haendler & Natermann in Hann. Münden die Arbeit kurzfristig nieder. Zu Warnstreiks kam es auch bei ThyssenKrupp in Andernach und Osram in Berlin.

Richtig anlaufen soll die Warnstreikwelle dann ab Mitte der Woche. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisiert, die Warnstreiks seien "unnötig und schädlich".

IG-Metall-Chef Berthold Huber hatte bereits im Februar vor Warnstreiks gewarnt, berichtete Deutschlandfunk-Korrespondet Michael Braun. Die geforderten Lohnerhöhung hätten sich die Belegschaften "mehr als verdient". Auch vor dem Hintergrund der Produktivitätssteigerung in der Metall- und Elektroindustrie sei die Forderung nach mehr Geld angemessen.

Arbeitgeber bieten drei Prozent

Die IG Metall verlangt für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn in zwölf Monaten sowie die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber bieten bislang ein Plus von drei Prozent über eine Laufzeit von 14 Monaten.

Die Tarifverhandlungen sollen in Baden-Württemberg am 8. Mai und in Nordrhein-Westfalen am 11. Mai fortgesetzt werden. Beide Bezirke waren in der Vergangenheit Pilotbezirke, deren Abschlüsse für die gesamte Branche übernommen wurden. Huber drohte mit ausgedehnten Streiks, sollte es im Mai keine Lösung geben.

In Ostdeutschland war die Friedenspflicht bereits früher abgelaufen, dort gab es bereits in der vergangenen Woche Arbeitsniederlegungen. Nach Angaben der IG Metall legten Mitarbeiter des Unternehmens Linde in Ballenstedt und von KSB in Halle die Arbeit vorrübergehend nieder. In der Metall- und Elektroindustrie im Osten gibt es weitaus weniger Beschäftigte als im Westen.

Mehr zum Thema:
IG Metall will ab Sonntag streiken - Proteste bei Tarifverhandlungen mit Zeitarbeitsverbänden (MP3-Audio)
"Es ist genug Spielraum da für gute Lohnerhöhungen" - IG-Metall-Vize rechtfertigt 6,5-Prozent-Forderung seiner Gewerkschaft
Nicht unmäßige Forderung - IG Metall will 6,5 Prozent mehr Lohn

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 06:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Technikwunder am GotthardDer längste Bahntunnel der Welt

Eine Lok mit der Aufschrift "Flachbahn durch die Alpen Gotthard-Basistunnel 2016 Ceneri-Basistunnel 2016" fährt am 15.11.2012 bei Erstfeld bei der Loktaufe aus dem Gotthard-Basistunnel. (dpa-Bildfunk / AlpTransit Gotthard AG)

Es ist ein Ereignis von verkehrshistorischer Bedeutung: Am 1. Juni wird mit dem Gotthard-Basistunnel in der Schweiz nach 17 Jahren Bauzeit der längste Eisenbahntunnel der Welt eröffnet. Er soll die Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die Schiene fördern.

Bürgerrechtsbeauftragter in PolenHüter der Freiheit, Gegenspieler der Mächtigen

Porträt des polnischen Bürgerrechtsbeauftragten Adam Bodnar (picture alliance / dpa / Tomasz Gzell)

Der polnische Bürgerrechtsbeauftragte Adam Bodnar ist weitaus mächtiger als viele seiner Kollegen in den europäischen Nachbarstaaten. Er ist ein Mann der leisen Töne - unterschätzen sollte ihn die Regierung in Warschau deswegen aber besser nicht.

Ersatzteile zum SteckenBaustelle Smartphone

Weil es immer wieder ein neues, geileres Smartphone gibt, wechseln wir spätestens alle zwei Jahre das Gerät. Damit der Elektroschrotthaufen aber nicht unendlich weiter wächst, sollen Stecksysteme die Halbwertszeit verlängern.

Schwere Unwetter in Deutschland"Wir behalten diese gefährliche Unwetterlage"

Nach einem Unwetter mit starken Regenfällen ist am 29.05.2016 eine Straße in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) überschwemmt. (dpa / picture-alliance / Jonas Heilgeist)

Blitze, Hagel, Sturmböen und Starkregen: Ein Unwetter hat weite Teile im Süden des Landes verwüstet und auch im Westen und Norden sieht es ziemlich düster aus. Schuld daran ist das Tief "Elvira", das seit vielen Tagen über Deutschland liegt. Die Stagnation der Wetterlage sei deshalb besonders gefährlich, "weil wir ja anders als bei einer Badewanne keinen Abfluss haben", sagte die Meteorologin Katja Horneffer im DLF.

Philosoph Wolfram Eilenberger"Die integrative Kraft des Sports ist ein Mythos"

Die deutschen Spieler Torwart Bernd Leno (hinten, l-r), Sebastian Rudy, Jonas Hector, Mario Gomez, Antonio Rüdiger, Samy Khedira und Jerome Boateng sowie (vorne, l-r) Leroy Sane, Julian Draxler, Mario Götze und Joshua Kimmich. (dpa / Christian Charisius)

Der Philosoph Wolfram Eilenberger sieht in Deutschland ein hohes Maß an Alltagsrassismus. Die angebliche Boateng-Äußerung von AfD-Vize Alexander Gauland nannte er im Deutschlandfunk unverantwortlich. Die "integrative Kraft des Sports" bezeichnete Eilenberger allerdings als Mythos: "Wir bilden uns ein, dass der Sport eine sehr starke integrative Kraft hat, während das nur in zwei, drei Sportarten der Fall ist."

Hass auf Schwule in RusslandWas tun? Nicht aufgeben!

Zwei Männer küssen sich. (picture alliance / dpa)

Die Situation der Homosexuellen in Russland ist prekär, und Präsident Putin kümmert das wenig. Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband sieht die Diskriminierung in einem größeren Zusammenhang: als Teil einer antidemokratischen Entwicklung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nordkorea  Raketentest offenbar fehlgeschlagen | mehr

Kulturnachrichten

175. Jahre Hamburger St. Pauli Theater  | mehr

Wissensnachrichten

Sonne  Lichtphänomen in Manhattan | mehr