Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

EU einigt sich im Klimastreit

Bundeskanzlerin Merkel setzt sich durch

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem EU-Gipfel in Brüssel (AP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem EU-Gipfel in Brüssel (AP)

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich im Klimastreit verständigt. Die EU verpflichtet sich, den CO2-Ausstoß bis 2020 um ein Fünftel zu verringern. Der Anteil der erneuerbaren Energien soll auf 20 Prozent des Energieverbrauchs steigen.

Die amtierende Ratspräsidentin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagte nach dem Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel, sie sei sehr zufrieden und glücklich. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach von einem "historischen Ereignis".

Merkel rechnet mit harten Verhandlungen in der Europäischen Union über die Umsetzung der vereinbarten Klimaziele in den einzelnen Ländern. Die CDU-Politikerin sagte, bei der Aufteilung der Lasten müssten die jeweiligen nationalen Voraussetzungen berücksichtigt werden. Sie kündigte zudem an, die Ziele der EU im Rahmen der G8 auch in die internationale Gemeinschaft hineinzutragen.

Chirac lobt Verhandlungsgeschick Merkels

Der französische Präsident Jacques Chirac, der bei seinem wohl letzten EU-Gipfel als einer der härtesten Kontrahenten Merkels auftrat, lobte ihr Verhandlungsgeschick. Sie habe mit viel "Intelligenz" agiert, sagte der 74-Jährige. Merkel kam ihrerseits Chirac bei der Atomkraft entgegen. Staaten wie Frankreich sollen beim Klimaschutz im eigenen Land die Leistungen der Atomenergie
anrechnen können. Mit einem Atomstrom-Anteil von rund 40 Prozent müsste Frankreich theoretisch bis 2020 nichts weiter unternehmen.

Auch der polnische Präsident Lech Kaczynski sprach von einem Erfolg. Als Zugeständnis an Polen ließ der deutsche EU-Vorsitz eine Passage einfügen, wonach die "wachsende Sorge über die Sicherheit der Energieversorgung" berücksichtigt werden soll. Polen hatte stärkere Garantien von der EU verlangt, im Fall von Versorgungskrisen wie jüngst durch Russland solidarisch zur Seite
zu springen.

Blair nennt Gipfel-Ergebnisse "bahnbrechend"

Der britische Premier Tony Blair sagte, die EU habe sich "bahnbrechende und mutige Ziele" gegeben.

In der Sendung "Informationen am Mittag" im Deutschlandfunk berichtete Ursula Welter über den EU-Gipfel in Brüssel. (Beitrag über den EU-Gipfel in Brüssel zum Nachhören, MP3)

Vor der Einigung beim EU-Gipfel sagte Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments, die Bundeskanzlerin habe bei der Festlegung von verbindlichen Klimazielen die volle Unterstützung der Abgeordneten. (Interview mit Hans-Gert Pöttering zum Nachhören, MP3)

Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, Martin Schulz, erwartete von der Einigung auf dem EU-Gipfel eine Signalwirkung. Wenn Europa als größte Industrie- und Verbrauchsregion der Erde mit gutem Beispiel vorangehe, könne sie auch glaubwürdiger von anderen Maßnahmen einfordern, erklärte Schulz im Deutschlandradio Kultur. (Interview mit Martin Schulz zum Nachhören, MP3)


Programmtipp: Über die die deutsche Ratspräsidentschaft und Zukunftsfragen der Union berichtet Deutschlandradio bereits seit Jahresbeginn in der "Werkstatt Europa". Im Euroblogkönnen Sie Ihre Meinung zu sechs wichtigen Zukunftsthemen der Europäischen Union äußern.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:21 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Hillary ClintonUnbeliebt, aber unentbehrlich

Sie sehen Hillary Clinton auf einem Großbildschirm. (AFP/Saul Loeb)

Hillary Clinton sei erfahren, politisch geerdet und ausdauernd, kommentiert Thilo Kößler. Sie sei aber auch Teil des Establishments und wirke kühl und verschlossen. Und doch sei sie die Einzige, die den Demagogen Trump noch stoppen könne.

Indiens Jugend unter DruckScheitern ist nicht vorgesehen

Schulkinder sitzen in Mahabalipuram (Indien) in einem Park. (dpa / picture alliance / Sebastian Kahnert)

Der Konkurrenzdruck im indischen Bildungssystem ist riesengroß − in Nachhilfe-Instituten büffeln Kinder und Jugendliche für ihre Karriere. Wer es nicht schafft, erlebt manchmal fatale Konsequenzen.

EU-Kommission vs. GoogleVon Macht und Ohnmacht

Sie sehen eine Radfahrerin und den Schriftzug Google auf einem Straßenschild. (AFP / Jana Asenbrennerova)

Seit mehr als sechs Jahren laufen die Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission gegen Google. Der Vorwurf: Der US-Konzern missbrauche seine Marktmacht. Google sieht sich zu Unrecht in der Kritik, nimmt die Verfahren aber ernst: Denn der Ausgang könnte weltweit Konsequenzen für den Konzern haben.

Kriminalität im Darknet"Da wird zu wenig und das Falsche getan"

Symbolfoto zum Thema Internetkriminalität: eine Hand vor einem Computer-Monitor (imago / epd / Annette Zoepf)

Der Amokläufer von München soll seine Waffe aus dem Darknet bezogen haben. Zuletzt sei es besser gelungen, gegen Kriminalität im Netz vorzugehen, so das Bundeskriminalamt. Ein großes Problem sei aber die mangelnde Expertise der Ermittler, sagt der Forscher Sandro Gaycken.

Coaching und SingenMit Herbert Grönemeyer bei der Sommerakademie

Drei Männer mittleren Alters sitzen an einem Tisch mit Mikrofonen vor sich. Sie werden gleich eine Pressekonferenz geben. (Deutschlandfunk/Dirk Groß-Langenhoff)

Bei der Sommerakademie "Deine Stärken, Deine Zukunft" in Essen ging es darum, Schüler mit Förderbedarf und jugendliche Flüchtlinge beim fragilen Übergang zwischen Schule und Beruf zu unterstützen. "Da ist insgesamt viel Potenzial und das muss man nur auftauen", war das Fazit von Schirmherr Herbert Grönemeyer. Der studierte mit den Schülern auch ein Musical ein.

Digitalisieren für die Nachwelt"Aufnahmen für kommende Generationen erhalten"

Schallplattenspieler mit Langspielplatte  (imago stock&people)

Die Recording Preservation Foundation widmet sich dem Erhalt von amerikanischen Klangaufnahmen wie Radiosendungen, Musik und Reden. Stiftungsleiter Gerald Seligman erklärt die Idee.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Renten  Schäuble stoppt Ost-West-Angleichung | mehr

Kulturnachrichten

Opernprogramm der Salzburger Festspiele wird eröffnet  | mehr

Wissensnachrichten

Südseestaat Tonga  Statt Sonnen lieber Skifahren bei Olympia | mehr