Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

EU-Kommission stärkt Urheberrechte

Entwurf für grenzüberschreitende Rechteverwertung

Europas Internetnutzer sollen Musik künftig leichter und grenzenlos aus dem Internet herunterladen können (picture alliance / dpa - Maximilian Haupt)
Europas Internetnutzer sollen Musik künftig leichter und grenzenlos aus dem Internet herunterladen können (picture alliance / dpa - Maximilian Haupt)

Musiker und Autoren sollen demnächst schneller an ihr Geld kommen und ihre Titel leichter in der ganzen EU verbreiten können. Die EU-Kommission hat dazu einen Entwurf zur Regelung von Urheberrechten vorgelegt. Bis das neue Gesetz gilt, dürften aber noch Jahre vergehen.

Es ist eine Stärkung der Rechte von Autoren und Künstlern: Wie EU-Binnenkommissar Michel Barnier erläuterte, geht es in dem Entwurf auch um grenzüberschreitende Lizenzen, die vor allem für Musik-, Film- und Bücherrechte gelten sollen. Jeder europäische Hit wäre künftig also in allen EU-Ländern zugänglich. Als Folge werde das Angebot wachsen, sagte Barnier. "Früher hat man eine CD im Laden gekauft - heute gibt es iTunes, die ein Lied in alle 27 Ländern verkaufen und dafür die Lizenz von 27 Behörden brauchen", sagte Barnier. Oft dauere dieses Verfahren lange, so dass ein Song lange Zeit nur im eigenen Land per Mausklick zu kaufen sei. Die Kommission will dies mit länderübergreifenden Online-Lizenzen ändern.

Dem Vorschlag müssen das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten noch zustimmen. Dies dürfte ein bis zwei Jahre dauern, danach müssen die Staaten die Vorgaben in nationales Recht umsetzen.

Neue Regeln für die Gema

Die EU-Kommission will Verwertungsgesellschaften wie die deutsche Gema mit der neuen Richtlinie strengeren Regeln unterwerfen, damit Autoren ihr Geld schneller erhalten und einen besseren Service bekommen. Barnier bemängelt, dass es oft lange dauert, bis die Gesellschaften Geld an die Rechteinhaber ausschütten. Brüssel will unabhängige Aufsichtsgremien, detaillierte Berichte über die Erlösquellen und die Verwendung der Mittel sowie Auszahlungsfristen vorschreiben.

Nach Angaben der Kommission gibt es in der EU mehr als 250 Verwertungsgesellschaften, die die Rechte von Autoren und Künstlern vertreten. In Deutschland ist dies die Gema. Sie verwalten jährlich rund sechs Milliarden Euro an Lizenzgebühren. Eine Organisation, die europaweit Urheber vertritt, gibt es nicht.


Mehr auf dradio.de:

Netz contra Politik - ACTA und der Kampf ums Urheberrecht
"Ohne sachliche Debatte kommen wir nicht weiter" - Musikverband fordert die Urheberrechte von Musikern im Internet zu stärken
ACTA-Kritiker fordert Reform des Urheberrechts - Beckedahl: Allgemeinheit hat ein Recht auf Information und Kommunikation
ACTA-Vertragstext
Portal der ACTA-Gegner

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Brennelemente für Tihange 2"Es braucht in Europa insgesamt einen Atomausstieg"

Das umstrittene belgische Atomkraftwerk Tihange. (AFP / Belga / Eric Lalmand)

Brennelemente-Lieferungen aus Deutschland in das belgische Atomkraftwerk haben für massive Kritik gesorgt. NRW-Umweltminister Johannes Remmel nennt das Vorgehen der Bundesregierung im DLF "widersinnig". Sie fordere eine Abschaltung der Reaktoren, genehmige aber gleichzeitig Lieferungen.

Bloggen gegen Hetze im NetzWie ein slowakischer Rentner gegen Rechtsextreme kämpft

Unterstützer der rechtsextremen "Volkspartei Unsere Slowakei" bei einer Demonstration in der Ostslowakei. (dpa / picture alliance)

Ján Levoslav Benčík bietet Rechtsextremen in der Slowakei die Stirn. Detailliert dokumentiert er deren Hetze im Netz - und sorgt damit für Aufsehen. Ein Lehrstück darüber, wie selbst einzelne Menschen Rechtspopulisten Schranken aufzeigen können, findet Autor Michal Hvorecky.

FriedensethikAuf verlorenem Posten?

Ein Kind trägt am Potsdamer Platz in Berlin ein Plakat mit einer Friedenstaube (dpa / Florian Schuh)

Die Friedensbewegung Pax Christi kämpft um ihre kirchlichen Zuschüsse und damit ums Überleben. Dabei sind ethische Erkenntnisse angesichts von Terrorismus, Cyberwar und Drohneneinsatz gefragt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Aufklärungsflüge in Syrien  Linke kritisiert Bundeswehr-Beteiligung | mehr

Kulturnachrichten

DJV fordert gesetzliche Garantien für Deutsche Welle  | mehr

 

| mehr