Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

EU-Länder planen Maßnahmenpaket zum Schutz des Euro

Noch keine konkreten Beschlüsse bei Finanzministertreffen

Ein Teilnehmer des EU-Gipfels zur Eurokrise in Brüssel trägt einen Plastikbeutel mit Euro-Symbol. (AP)
Ein Teilnehmer des EU-Gipfels zur Eurokrise in Brüssel trägt einen Plastikbeutel mit Euro-Symbol. (AP)

Die EU-Finanzminister haben sich bei einem Treffen in Brüssel darauf verständigt, in den kommenden Wochen ein Maßnahmenpaket zum Schutz des Euro zu erarbeiten.

Konkrete Beschlüsse wurden bei den Gesprächen noch nicht gefasst. Schnellschüsse wolle man vermeiden, hieß es.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte die EU-Länder dazu aufgerufen, ihre Wirtschaftspolitik besser zu koordinieren, "um die Wettbewerbsfähigkeit in allen Ländern zu steigern". Wichtig sei eine Lösung, die verhindere, immer wieder neu reagieren zu müssen, sagte Schäuble am Rande des Treffens in Brüssel.

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, erklärte, derzeit würden verschiedene Instrumente zur Effizienzsteigerung des Rettungsschirms erörtert. So sollen die von den EU-Staaten zugesagten 440 Milliarden Euro tatsächlich auch als Kreditvolumen genutzt werden können. Bisher ist dies nicht möglich. Mit den Überlegungen befassen sich heute die Finanzminister aller 27 EU-Länder in Brüssel.

Was bisher an Bürgschaften für in Not geratene Euro-Länder zur Verfügung stand, soll in verfügbares Kreditvolumen umgewandelt werden. Außerdem im Fokus der Beratungen: die Haushaltssanierung und Banken-Stresstests.

Der FDP-Finanzpolitiker Volker Wissing kritisierte die von Kommissionspräsident Barroso erwogene Rettungsschirm-Ausweitung: "Wenn aber nur erst zehn Prozent eines Rettungsschirms ausgeschöpft sind und man dann daraus den Schluss zieht, dass man den Rettungsschirm ausweiten muss, dann passt das nicht mehr zusammen", so Wissing im Deutschlandfunk.

Auch der CSU-Europaparlamentarier Markus Ferber attackierte Barroso scharf und vertedigte gleichzeitig Bundesfinanzminister Schäuble in der Diskussion um eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms: "Herr Barroso hätte sich in diesen Reigen derer, die hier mitreden, ohne was zu sagen zu haben, nicht einreihen sollen", sagte Ferber im Deutschlandradio Kultur.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei der Übergabe des Jahresgutachtens (AP)Gegen eine Erhöhung des Rettungsschirms: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (AP)EZB-Chef Jean-Claude Trichet ist einer der Befürworter, der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist gegen eine Erhöhung des Rettungsschirms.Es gebe keinen Grund für die aufgeregte Diskussion darüber, die nur die Märkte verunsichere, sagte Schäuble im DLF. Portugal habe neues Kapital am Markt aufgenommen und für Irland reichten die Mittel aus. Er zeigte sich allerdings inzwischen zu einem Kompromiss bereit: Die verfügbare Summe zur Unterstützung hochverschuldeter Staaten könne aufgestockt werden, nicht aber das Gesamtvolumen des Rettungsfonds.

Hintergründe zum Rettungsschirm

DLF-Reihe: "Euro in der Krise" - Was beinhaltet der Euro-Rettungsschirm?

DLF-Reihe: "Euro in der Krise" - Wie funktioniert der Euro-Rettungsschirm?

Sammelportal Eurokrise: Alle dradio.de-Beiträge zum Thema

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Erstes TV-Duell Clinton - TrumpTrump war "wie immer mit sich selbst beschäftigt"

Jackson Janes, Direktor American Institute for Contemporary German Studies an der JohnsHopkins Universität in Washington D.C.

Bei der Fernsehdebatte zwischen den US-Präsidentschaftsbewerbern habe die demokratische Kandidatin Hillary Clinton bewiesen, dass sie ein Profi sei, sagte Jackson Janes, Präsident des American Institute for Contemporary German Studies, im DLF. Er sieht die Demokratin im Vorteil, wenn es darum geht, bislang unentschiedene Wähler zu überzeugen.

TV-DebatteEindeutiger Punktsieg für Clinton

Hillary Clinton (R) und Donald Trump kurz vor dem TV-Duell. (dpa / picture alliance / EPA / ANDREW GOMBERT)

Hillary Clinton hat das erste TV-Duell gegen Donald Trump gewonnen: Das zeigen erste Umfragen und die Kommentare der internationalen Medien. Nur auf einem Feld konnte der US-Republikaner überzeugen.

CLINTON VS TRUMPDie Gesichter von Hillary und Donald

Das TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist gelaufen. Wir schauen mit dem Gesichtsspezialisten Dirk Eilert ganz genau in ihre Gesichter - und kürt seinen Debatten-Gewinner.

Zehn Jahre Islamkonferenz "Die Organisationen müssen zur Demokratie verpflichtet werden"

Necla Kelek, Publizistin und Islam-Kritikerin während der ARD-Talksendung "Anne Will". (picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)

Die Soziologin Necla Kelek hält die Islamkonferenz für gescheitert. Die Bundesregierung müsse die Organisationen zur Demokratie verpflichten - auch was die Gleichberechtigung von Mann und Frau betreffe.

Globale KrisenDas Versagen der Linken

Protestplakate (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Auf die epochalen Herausforderungen unserer Zeit: Finanzmarktdesaster und Kapitalismuskrise, sowie Rechts-Populismus und Nationalismus – hat ausgerechnet die politische Linke keine tragfähige Gegenentwürfe anzubieten, meint der Soziologe Christian Schüle.

Vor 75 JahrenDas erste Elektroauto wird vorgestellt

"Ich fahre mit Strom" steht an einem elektrisch angetriebenen Opel Ampera, der am 27.04.2016 in Halle (Sachsen-Anhalt) an einer Ladesäule von EnviaM geladen wird. (dpa / picture alliance / Jan Woitas)

Elektroautos erlebten bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine kurze Blütezeit, wurden dann jedoch vom Bezinauto verdrängt. Erst als Treibstoff im Zweiten Weltkrieg knapp wurde, entdeckten französische Ingenieure den Stromantrieb wieder.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

US-Wahlkampf  Trump und Clinton liefern sich Schlagabtausch | mehr

Kulturnachrichten

Castorf erhält Nestroy-Preis für sein Lebenswerk  | mehr

Wissensnachrichten

Restaurierung  So klingt die erste Musik vom Computer | mehr