Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

EU will Banker-Boni begrenzen

Briten bleiben bei ihren Bedenken

Eine EU will Banker-Boni deckeln. (AP)
Eine EU will Banker-Boni deckeln. (AP)

In der EU müssen sich Banker auf weniger Prämien und Sonderzahlungen einstellen. Unter den Finanzministern der Mitgliedsstaaten gab es eine breite Mehrheit für den Vorschlag, die Boni auf die Höhe eines Jahresgehalts zu begrenzen. Großbritannien ist dagegen, soll aber noch überzeugt werden.

Auf dem Tisch des Ministerrats, also der Finanzminister der 27 EU-Staaten, lag ein Kompromissvorschlag, den die irische Ratspräsidentschaft mit dem Europa-Parlament ausgehandelt hatte. Demnach dürfen die Banker-Boni höchstens so viel betragen wie das Grundgehalt. Nur in Ausnahmefällen soll der Bonus doppelt so hoch sein dürfen. Auch strengere Regeln für Banken gehören zu dem Paket, sie müssen mehr Kapital zur Krisenvorsorge bereithalten.

Damit könnten die meisten EU-Staaten leben. Der irische Finanzminister Michael Noonan sagte nach der Debatte mit seinen Kollegen, es gebe eine breite Mehrheit zugunsten des Kompromisspakets. In den kommenden Wochen müssten aber noch technische Einzelheiten besprochen werden.

Der britische Schatzkanzler George Osborne (picture alliance / dpa)In der Minderheit: der britische Schatzkanzler George Osborne (picture alliance / dpa)Dabei geht es auch um die Haltung Großbritanniens. "Ich kann den auf dem Tisch liegenden Vorschlag nicht unterstützen", erklärte Finanzminister George Osborne. Er könne den Ärger über hohe Banker-Gehälter verstehen. Allerdings rechne er damit, dass die Banken schlicht die Grundgehälter erhöhen würden.

Sorgen machen sich die Briten besonders um den Finanzplatz London. Verhindern können sie die Pläne allerdings nicht. Für den informellen Beschluss der Ministerrunde war nur eine qualifizierte Mehrheit nötig. Ein Veto für einzelne Länder gibt es nicht. Dennoch wollen sich die EU-Länder darum bemühen, doch noch eine Zustimmung der Briten zu erreichen. Das deutete Noonan an. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach sich dafür aus, in den Verhandlungen den verbleibenden Spielraum zu nutzen, um Großbritannien eine Zustimmung zu ermöglichen.

"FDP pur" in der Schweiz

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle (dpa / Wolfgang Kumm)FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle (dpa / Wolfgang Kumm) Erst am Wochenende hatte die Schweiz in einer Volksabstimmung die Begrenzung aller Managergehälter, nicht nur die der Banker, beschlossen. Fast 68 Prozent der Eidgenossen hatten sich für ein neues Gesetz ausgesprochen. "Die Abstimmung der Schweizer ist FDP pur: Es werden nämlich die Eigentumsrechte gestärkt", sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle im ARD-Fernsehen.

Brüderle sprach sich für eine "paritätische Mitbestimmung" auch in Deutschland aus, wonach "die Eigentümer der Hauptversammlung entscheiden, was sie ihren Mitarbeitern zahlen". Die Eigentümer müssten entscheiden, was unter Boni und was unter Sonderzahlungen zu verstehen sei. Dies dürfe nicht vom Staat vorgeschrieben werden.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:30 Uhr Forschung aktuell

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Röttgen zu Trump "Der Westen kommt in seinem Denken nicht vor"

Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages (CDU).  (dpa / picture alliance / Karlheinz Schindler)

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen erkennt in den Interview-Äußerungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump vor allem eines: Protektionismus. Darin liege eine Gefahr, sagte Röttgen im DLF. Denn ein Resultat sei außenpolitischer Rückzug. Die gegen deutsche Unternehemen ausgesprochenen Drohungen seien durchaus ernstzunehmen.

Philosoph Carlo StrengerFreiheit ist ein Abenteuer, das auch weh tut

Blick auf die Freiheitsstatue vor dunklen Wolken. (picture alliance / dpa / Klaus Nowottnick)

Der Psychologe und Philosoph Carlo Strenger wirft immer wieder einen kritischen Blick auf die westliche Welt. Seine Überzeugung: Wir sind zu satt und zu bequem. Seine Antwort: das Leben in seiner "tragischen Struktur" begreifen - und bewusst gestalten.

Wohntrend "Hygge"Die neue Gemütlichkeit

In Köln startet die Internationale Möbelmesse imm. Der Blick in die Kristallkugel der Wohntrends zeigt: Angesagt ist gerade vor allem ein ganz bestimmtes Wohnkonzept aus Dänemark: Hygge (sprich: Hühge).      

DGB im Wahljahr"Der soziale Zusammenhalt steht auf dem Spiel"

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann (Imago)

DGB-Chef Reiner Hoffmann hat eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und höhere Steuern auf große Einkommen gefordert. "Arm bleibt arm, reich wird reicher" - gegen diesen Trend müsse etwas getan werden, sagte Hoffmann im Deutschlandfunk.

Kongress europäischer RechtspopulistenIm Abwehrkampf gegen die freie Presse

Beatrix von Storch beugt zu Marcus Pretzell herüber. (dpa / EPA / Patrick Seeger)

Von einer Konferenz der europäischen Rechtspopulisten sollen nur ausgesuchte Journalisten berichten, kritischen Geistern wird der Zutritt verweigert. Das habe mit Demokratie und freier Presse nicht mehr viel zu tun, kritisiert der SWR-Journalist Georg Link.

25 Jahre Friedensschluss in El SalvadorEin Vertrag ohne Versöhnung

Flagge von El Salvador, 30.01.2007 - EPA/RPBERTO ESCOBAR (picture alliance / dpa / EPA/RPBERTO ESCOBAR)

Über zehn Jahre lang kämpfte in El Savador die linksgerichtete Guerilla-Bewegung FMLN gegen das Militär-Regime. 1992 beendete ein Friedensvertrag die Kämpfe, die Ursachen der Gewalt aber beseitigte er nicht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Verteidigung  Wagenknecht (Linke) für Sicherheitssystem mit Russland | mehr

Kulturnachrichten

Maxim Biller kehrt "Literarischem Quartett" den Rücken  | mehr

Wissensnachrichten

Astrophysik  Alter Stern macht auf jugendlich | mehr