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Euro-Krisengipfel in Straßburg

Deutschland, Frankreich und Italien beraten über Schuldenkrise in der Euro-Zone

Schuldenkrise beschäftigt Euro-Staaten. (picture alliance / dpa - Uli Deck)
Schuldenkrise beschäftigt Euro-Staaten. (picture alliance / dpa - Uli Deck)

In Straßburg ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem italienischen Regierungschef Mario Monti zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen unter anderem die Sparpläne in Italien und die umstrittenen Eurobonds.

Es wird erwartet, dass Monti bei dem Treffen erläutern wird, wie er die gegenwärtigen Finanzprobleme Italiens lösen will. Außerdem dürfte es um die umstrittenen sogenannten Eurobonds gehen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte gestern erneut dafür geworben. Er hatte verschiedene Vorschläge unterbreitet, wie gemeinsame euroäische Staatsanleihen gestaltet werden könnten, um überschuldete Staaten zu unterstützen.

Frankreichs Außenminister Alain Juppé verlangte vor Beginn der Straßburger Beratungen ein stärkeres Engagement der Europäischen Zentralbank in der Schuldenkrise und bemühte sich so darum, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen.

Merkel hatte gestern vor dem Bundestag eine stärkere Einbeziehung der EZB abgelehnt. Auch die von Kommissionspräsident Barroso geforderten Eurobonds wies sie als unpassend zurück.

Michael Hüther hat sich ebenfalls deutlich gegen Eurobonds ausgesprochen. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft sagte im Deutschlandfunk, es könne nicht sein, dass die EU-Kommission "das wirtschaftlich stärkste Land hier in eine Situation bringt, letztlich durch eine solche Eurobondlösung die Lasten aller anderen mitzutragen".

Ähnlich äußerte sich der bayerische Finanzminister Markus Söder. Der CSU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, Eurobonds, egal in welcher Form, gingen immer zu Lasten Deutschlands. Nötig seien vielmehr Sanktionen gegen Länder, die ihre Verpflichtungen nicht erfüllten.

Der Grünen Europapolitiker Sven Giegold kritisierte hingegen die ablehnende Haltung der Bundesregierung. Barroso habe ein attraktives Angebot gemacht, gerade auch für Deutschland, betonte er im Deutschlandfunk. Der Vorschlag Barrosos beinhalte auch eine stärkere Kontrolle der hoch verschuldeten Staaten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

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