Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Euro-Rettungspaket steht

Regierungskrise in Portugal überschattet EU-Finanzgipfel in Brüssel

Eine griechische und eine portugiesische Ein-Euro-Münze (AP)
Eine griechische und eine portugiesische Ein-Euro-Münze (AP)

Der dauerhafte Euro-Rettungsfonds ESM ist beschlossen - er wird 700 Milliarden Euro Volumen umfassen.

Der EU-Gipfel in Brüssel verlief ohne größere Konflikte, wie DLF-Korrespondent Jörg Münchenberg aus Brüssel berichtetet. Die 27 Mitgliedsstaaten einigten sich auf eine dauerhaften Krisenmechanismus für die Eurozone. Das Europlus-Paket habe allerdings keine Sanktionsmöglichkeiten, so Münchenberg weiter. 2013 solle ein permanenter Krisenmechanismus für den Euro (ESM) eingeführt werden.

Beim EU-Rettungspaket werde "nicht einfach Geld über die Theke geschoben", betonte Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker im Deutschlandfunk-Interview.

Heiner Flassbeck von der Welthandels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD kritisiert angesichts der Euro-Krise eine mangelnde Therapie der eigentlichen Ursachen.

Ein blauer EU-Schirm ist im Presseraum des Europarates in Brüssel aufgepannt. (picture alliance / dpa)Ein blauer EU-Schirm ist im Presseraum des Europarates in Brüssel aufgepannt. (picture alliance / dpa)

Rettungsschirm wird größer und teurer

Zunächst soll der bisher bestehende Rettungsschirm (EFSF) erweitert werden. Bislang stehen faktisch Mittel über 250 Milliarden Euro bereit, die auf 440 Milliarden aufgestockt werden sollen. Der ab 2013 geplante permanente Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) wird 700 Milliarden Euro umfassen. Da die Ratingagenturen Sicherheiten für die Höchstbewertung verlangen, stehen faktisch allerdings nur 500 Milliarden Euro für Hilfsleistungen bereit. Über die Bedingungen von Notkrediten und die mögliche Höhe dieser bestimmen die EU-Finanzminister einstimmig. Alle weiteren Entscheidungen werden mit qualifizierter Mehrheit getroffen.

Der neue Stabilitätsmechanismus kann notfalls direkt Staatsanleihen kaufen. Erstmals sollen auch private Gläubiger im Falle einer Umschuldung oder eines Forderungsverzichts zur Verantwortung gezogen werden können. Ebenfalls erstmals werden die Euroländer neben Garantien und abrufbarem Kapital auch Bareinlagen über insgesamt 80 Milliarden Euro leisten müssen, davon entfallen auf Deutschland 21,7 Milliarden Euro. Bei der Fälligkeit dieser Zahlungen konnte die Bundesregierung den EU-Partnern ein Entgegekommen abringen. 2013 muss das erste Geld fließen. Insgesamt gibt es fünf gleich große Beträge. Ursprünglich sollte die erste Rate elf Milliarden Euro betragen.

Chefökonom der UNCTAD: Unterschiedliche Inflationsraten sind Ursache der Euro-Krise

Chef der Euro-Gruppe Juncker verteidigt neuen Euro-Rettungsfonds

Sammelportal Eurokrise

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Loveparade-KatastropheNotwendiges Neuland

Eine Gedenkstätte für das Loveparade-Unglück in Duisburg.  (dpa/Monika Skolimowska)

Die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe von vor sechs Jahren sei in ein unwürdiges Schwarzer-Peter-Spiel ausgeartet, kommentiert Moritz Küpper. Warum nicht den Teufelskreis durchbrechen und eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen? Das wäre Neuland - und ein Zeichen an die Opfer.

Medienreform in PolenWackelt die vierte Gewalt im Staat?

Demonstration gegen Polens umstrittenen Medien- und Justizgesetze in Brüssel am 18. Januar 2016. (picture alliance / dpa  - Laurent Dubrule)

Die amtierende PiS-Regierung in Polen plant für den 1. Juli eine Reform der Medien. Die öffentlichen-rechtlichen Medien sollen in nationale verwandelt werden. Wegen internationaler Kritik hat die Regierung die Reform auf 2017 verschoben.

Darknet und Deep WebWarum Anonymität im Netz wichtig ist

Eine Illustration, bei der ein Mann im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (Brandenburg) eine Hand auf einen Bildschirm mit dem visualisierten, weltumspannenden Internet hält. (dpa / Ralf Hirschberger)

Der Journalist und Autor Alexander Krützfeldt hält es für falsch, nach den jüngsten Gewalttaten nun die Möglichkeiten zu begrenzen, anonym im Internet zu surfen. Solche Software sei wichtig für Dissidenten, NGOs und Reporter, sagte er im DLF.

Unruhe vor Parteitag der DemokratenHat die Parteispitze Clinton bevorzugt?

Arbeiter bereiten den Saal im Wells Fargo Center in Philadelphia für den National Convention der US-Demokraten vor. (picture-alliance/ dpa/ epa/ CJ Gunther)

Ex-Außenministerin Hillary Clinton will ins Weiße Haus. Der Nominierungsparteitag der Demokraten in Philadelphia soll deshalb zu einer machtvollen Demonstration der Einheit werden. Doch ausgerechnet jetzt sorgen pikante und geleakte E-Mails aus dem Kreis der Parteispitze für Unruhe.

Autorin Stefanie SargnagelZwischen Depression und Größenwahn

Die Autorin Stefanie Sargnagel (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Ihre literarische Karriere begann auf Facebook, ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte sie dieses Jahr mit einer Einladung zu den Bachmann-Tagen in Klagenfurt. Die Österreicherin Stefanie Sargnagel gilt als Kult-Autorin. Wir reden mit ihr über Depression und Größenwahn.

SchönheitsidealHilfe, mein Kinn ist nicht männlich!

Wenn ihr im Netz nach "Plastischer Chirurgie" sucht, findet ihr neben Nasen und Brüsten immer mehr Diskussionen über das Kinn. Junge Männer fragen sich: Sollte ich über ein Kinnimplantat nachdenken? DRadio Wissen hilft euch.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Japan  Zahlreiche Tote und Verletzte bei Messerattacke | mehr

Kulturnachrichten

Schärfere Kontrollen bei Konzerten  | mehr

Wissensnachrichten

Anti-Ransomware-Programm  Europol gegen Netz-Erpressungen | mehr