Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Eurogegner wollen Partei gründen

"Alternative für Deutschland" soll zur Bundestagswahl antreten

Gegen die Eurorettung: Politiker gründen Partei (picture alliance / dpa / Stephan Persch)
Gegen die Eurorettung: Politiker gründen Partei (picture alliance / dpa / Stephan Persch)

Die Wut über deutsche Milliarden für Europas Schulden wollen Kritiker dieser Rettungspolitik bei der Bundestagswahl in Stimmen ummünzen. Sie bereiten dafür laut einem Zeitungsbericht die Gründung einer Partei im kommenden Monat vor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zelebriert sich als die Euro-Retterin. Ihr Festhalten an einem eisernen Sparkus besonders hoch verschuldeter EU-Staaten stößt nicht nur in Europa auf scharfe Kritik, sondern auch in Deutschland. Diese mittlerweile euroskeptische Stimmung wollen namhafte Professoren für Volkswirtschaftslehre in einer Partei artikulieren. Gegner der Euro-Währung und der Euro-Rettungspolitik bereiten nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" eine entsprechende Gründungsversammlung im April vor.

Gegen den Euro, aber für Europa

Schon zur Bundestagswahl am 22. September solle die Partei mit dem Namen "Alternative für Deutschland" antreten, schreibt die politische Gruppierung Wahlalternative 2013 auf ihrer Internetseite. Die neue Partei lehnt den Euro ab und bezeichnet die Währungsgemeinschaft als "ungeeignet", bekennt sich aber "uneingeschränkt zur friedlichen Einigung Europas".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (picture alliance / dpa / Thierry Roge)Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU (picture alliance / dpa / Thierry Roge)Die Gruppierung wolle eine Alternative "zur unverantwortlichen Euro-Rettungspolitik von CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen" bieten. Diese Parteien hätten mit ihrer Zustimmung zu den Milliardenhilfen die deutsche Demokratie geschwächt. "Der Wille des Volkes zu diesen Entscheidungen ist nie erfragt worden und wird vom Bundestag nicht repräsentiert", heißt es auf der Facebookseite der Initiative. "Die Bundesregierung entmündigt den Staatsbürger durch Desinformation, setzt Verfassungsorgane wie den Bundestag und das Bundesverfassungsgericht unziemlich unter Druck und verlagert bedeutende Entscheidungen in Gremien, die sich demokratischer Kontrolle entziehen." Die Staatsschuldenkrise sei nur "über geordnete Staatsinsolvenzen zu lösen", bei der der "Zusammenbruch der systemisch wichtigen Banken verhindert wird".

In der bürgerlichen Mitte

Der frühere BDI-Präsident und Industriemanager Hans-Olaf Henkel (dpa / Horst Galuschka)Der frühere BDI-Präsident und Industriemanager Hans-Olaf Henkel (dpa / Horst Galuschka)Der politischen Gruppe werden Chancen im bürgerlichen Lager nachgesagt. Zu den Unterstützern zählen liberale und konservative Professoren für Volkswirtschaft. Einige von ihnen hatten gegen die Griechenland-Hilfe vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt. Auch Hans-Olaf Henkel, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), unterstützt die Initiative.

Gründer sind der Ökonom Bernd Lucke, der Journalist Konrad Adam und der frühere Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU), Alexander Gauland. Sie seien empört über die "Rechtsbrüche" in Europa, unter anderem die Verletzung der Maastricht-Kriterien.

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen hatte die Initiative die Freien Wähler unterstützt. Dies habe sich nicht bewährt, sagte Lucke der FAS. Nun wolle die Gruppe zur Partei werden, mit einer Gründungsversammlung im April. Ein Auftakt dafür bildet eine Veranstaltung am 11. März in Oberursel mit dem Titel "Damit Europa nicht am Euro scheitert".



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr Zur Diskussion

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:07 Uhr Zeitfragen. Kultur und Geschichte

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Marketing in Sozialen MedienSchleichwerbung durch Internetstars?

YouTuberin Bianca "Bibi" Heinicke posiert mit einem Smartphone (picture alliance / Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB)

Klassische Werbespots – das war einmal. Die Marketingbranche setzt auf junge Internetstars, die bei YouTube oder Instagram teils über Millionen Follower haben. Das Ziel: Produkte gezielt zu platzieren. Welche Gelder fließen, bleibt aber oft ein Geheimnis.

Digitale Lernspiele auf der Gamescom Das spielende Klassenzimmer

Little girl using sitting tablet, sitting on couch model released Symbolfoto property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY HAPF01486 Little Girl Using Sitting Tablet Sitting ON Couch Model released Symbolic image Property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY HAPF01486 (imago stock&people)

Ein Thema auf der Gamescom ist das sogenannte Edutainment. Auf der Spielemesse werden verschiedene Computerspiele vorgestellt, mit welchen Kinder spielend lernen - ohne es zu merken. Dabei steht nicht nur Rechnen auf dem Programm, sondern auch Vokabeln lernen oder die Koordination.

Netflix, Virgin und Co. Wer von unbegrenztem Urlaub profitiert

Ein Strandkorb am Strand von Ahrenshoop,vor einem Haus mit Reetdach und malerischer Strandkulisse. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)

Netflix oder Virgin bieten an, wovon viele Arbeitnehmer träumen: Unbegrenzten Urlaub. Der Freizeitforscher Ulrich Reinhardt schätzt ein, was Vor- und Nachteile an so einem Angebot sind und wer eigentlich meisten davon hat.

GleichberechtigungIn Sachsen-Anhalt verdienen Frauen mehr als Männer

Eine Frau erklärt eine mittels Beamer an die Wand projizierte Statistik. (picture-alliance / Tobias Kleinschmidt)

Frauen verdienen in Deutschland weniger als Männer. Die Lohnlücke beträgt 21 Prozent, auch bedingt durch Teilzeitarbeit. Doch es gibt Ausnahmen: So bekommen in Sachsen-Anhalt Frauen statistisch gesehen mehr Geld für ihre Arbeit als Männer - warum?

Mediziner und Autor Michael de RidderKämpfer für ein selbstbestimmtes Leben und Sterben

Michael de Ridder in einem Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Matthias Horn)

Er gilt als wortmächtiger Querdenker seiner Zunft: Michael de Ridder betreute Drogenabhängige mit dem ersten Berliner Arztmobil. In seinen Büchern beschäftigt der Mediziner sich mit Sterbehilfe, Pflegenotstand oder der Verschwendung im Gesundheitswesen.

Windenergie Erster Windpark Deutschlands wird 30

Dieter Haack ist 1987 als Monteur bei der Eröffnung dabei und heute Prokurist des Windparks (Deutschlandradio/Johannes Kulms)

Keimzelle des Booms: 1987 wurden 30 Anlagen des Windenergiepark Westküste in Schleswig Holstein feierlich in Betrieb genommen. Die alten Anlagen haben längst ausgedient und vier modernen und leistungsfähigeren Rotoren Platz gemacht. Doch von den alten Rädern "lernten" Ingenieure Windenergie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Datenschutz  Videokameras mit Gesichtserkennung fragwürdig | mehr

Kulturnachrichten

Hausarrest für Serebrennikov  | mehr

 

| mehr