Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Europäer bei G-20-Treffen unter Druck

Finanzminister erarbeiten Vorschläge für G-20-Gipfel

Die Teilnehmer des G-20-Treffens in Paris formieren sich für ein Gruppenbild. (picture alliance / dpa / Ian Langsdon)
Die Teilnehmer des G-20-Treffens in Paris formieren sich für ein Gruppenbild. (picture alliance / dpa / Ian Langsdon)

Die G-20-Finanzminister und Notenbankchefs haben in Paris über Lösungen für die Finanzprobleme in der Eurozone beraten. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer erhöhten den Druck auf die Euroländer, im Kampf gegen die Schuldenkrise entschlossener zu handeln.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zufolge haben die Europäer ihre Partner davon überzeugen können, dass sie die Krise im Euroraum mit Entschiedenheit bekämpfen werden. Nach dem Treffen erklärte Schäuble, dass bis zum Gipfel in Cannes Anfang November die nötigen Vereinbarungen der Europäer getroffen würden. Dazu gehöre, Vertragsänderungen in Europa auf den Weg zu bringen und Vorkehrungen für eine wirksame Nutzung des Euro-Schutzschirmes EFSF zu treffen, sagte er.

Rohstoffmärkte sollen stärker reguliert werden

Da das Treffen der Finanzminister wegen der europäischen Schuldenkrise unter besonderem Erfolgsdruck stand, seien auch konkrete Vorschläge für das eigentliche G-20-Treffen der Staats- und Regierungschefs in zwei Wochen in Cannes erarbeitet worden, berichtete Ursula Welter im Deutschlandradio Kultur. Der französische Finanzminister François Baroin habe auf einer Pressekonferenz von "ambitionierten" Vorhaben gesprochen. So sollen die Finanzmärkte im Bereich des Handels der Agrarrohstoffe und der Energie stärker reguliert werden.

Neben der Finanzkrise der Euro-Zone stand die Beschränkung von Spekulationen an den Warenterminbörsen als zweites wichtiges Thema auf der Agenda des G-20-Treffens. An diesen Börsen werden auch Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais oder Reis gehandelt. Globalisierungskritische Organisationen warnen vor Spekulationen mit Nahrungsmitteln, weil sie zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt führten.

Finanzminister Wolfgang Schäuble nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. (picture alliance / dpa / Horacio Villalobos)Finanzminister Wolfgang Schäuble nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. (picture alliance / dpa / Horacio Villalobos)

Deutschland und Frankreich suchen Gemeinsamkeiten

Deutschland und Frankreich hatten vor Beginn des Treffens ihre Zusammenarbeit in der Euro-Schuldenkrise betont. "Wir haben eine gemeinsame Position", erklärte der Bundesfinanzminister in Paris nach einem überraschenden Treffen mit Sarkozy. Dabei hatte Schäuble auch eine mögliche Zwangskapitalisierung der Banken nicht ausgeschlossen.

EU-Präsident Barroso hatte einen Vorschlag unterbreitet, demnach Banken ihr Eigenkapital auf neun Prozent aufstocken sollen. Sollten sie diese Vorgaben nicht erreichen, könnten notfalls auch die Staaten einspringen, so Schäuble.

Schon seit Wochen stehen die europäischen Finanzminister für ihre unklare Griechenland-Politik in der Kritik. Wie und in welchem Umfang Europa seine Banken so mit Kapital ausrüstet, dass sie bei Griechenland einen Schuldenschnitt aushalten könnten, ist bislang unklar. Konkrete Ergebnisse werden allerdings erst von dem EU-Gipfel in einer Woche erwartet.

Ein Schuldenschnitt für Griechenland könnte europäische Banken in ziemliche Bedrängnis bringen. Ohnehin sind die Banken im Visier der Ratingagenturen: Spanien weiß davon ein Lied zu singen und auch Josef Ackermann von der Deutschen Bank wirkt zunehmend nervös. Zu tun hat das alles mit der europaweiten Verflechtung im Bankensektor.

Mehr zum Thema:
G-20 sei Dank! - Die Europäer treffen Entscheidungen (Kommentar, DLF)
Sammelportal - Euro in der Krise

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Europäische Zentralbank"Die Ausweitung der Liquidität braucht ein Ende"

Hans Michelbach von der CSU (imago stock&people)

Nach Ansicht des Obmannes der Union im Finanzausschuss, Hans Michelbach, ist EZB-Chef Mario Draghi mit seiner umstrittenen Geldpolitik gescheitert. Die Ausweitung der Liquidität durch den Kauf von Staatsanleihen führe in eine Haftungs- und Schuldenunion, sagte der CSU-Politiker Hans Michelbach im Deutschlandfunk.

Massaker von Babi Jar Der Massenmord begann nicht erst in Auschwitz

Blumen liegen auf Grabsteinen an der Gedenkstätte von Babi Jar, in der Nähe von Kiew (picture alliance / dpa / Andreas Stein)

In der Schlucht von Babi Jar in der Nähe von Kiew begann am 29. September 1941 eine der größten Massenexekutionen des Zweiten Weltkriegs. Einsatzgruppen der SS trieben die jüdischen Einwohner aus der Stadt und erschossen mehr als 30.000 Menschen.

Folgen des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei "Zuckerbrot für Diktaturen"

Afrikanische Flüchtlinge auf Sizilien sind in Wärmedecken eingehüllt. (picture alliance / dpa / Olivier Corsan)

Die EU tue alles, um Asylsuchende von Europa fernzuhalten, ist der Gründer des italienischen Flüchtlingsrates Christopher Hein überzeugt. Dies geschehe nach dem Vorbild des Türkei-Deals. Hein kritisiert, dass dabei auch Gelder an Diktaturen in Afrika fließen.

Morddrohungen gegen Lamya Kaddor"Die Menschen sind vollkommen enthemmt"

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor (picture alliance / dpa/ Oliver Berg)

Die muslimische Autorin und Religionspädagogin Lamya Kaddor hat sich aus Sicherheitsgründen vom Schuldienst beurlauben lassen. Sie sagte im DLF, seit dem Erscheinen ihres Buches über die Integration von Flüchtlingen habe sie Morddrohungen und so viele Hassbriefe wie noch nie erhalten - vor allem aus rechten Kreisen.

Lehren aus der TreuhandanstaltDie blinde Ideologie des Westens

Pressekonferenz der Treuhandanstalt  (picture alliance/dpa/Foto: Thomas Lehmann)

26 Jahre nach der Wiedervereinigung hat die Bundesregierung eine wissenschaftliche Untersuchung der Treuhand in Auftrag gegeben. Dabei ist eins der Ergebnisse schon klar, meint der Wirtschaftsjournalist Klaus Weinert: die Treuhandanstalt folgte einer blinden Ideologie.

GEGEN STAU UND SCHÄDENGanz schön clevere Brücke!

Für Straßenbauer wäre das genial: eine mitdenkende Brücke, die sich meldet, wenn es Probleme gibt. Intelligente Brücken werden gerade getestet. Die könnten schnell und unkompliziert repariert werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Commerzbank  Tausende Stellen sollen gestrichen werden | mehr

Kulturnachrichten

Steinmeier will kalifornische Thomas-Mann-Villa retten  | mehr

Wissensnachrichten

Asthma-Risiko  Raucher haben schlechtes Sperma | mehr