Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Europäische Bankenaufsicht kommt später

Abschluss des Finanzminister-Treffens auf Zypern

Schäuble konnte auf Zypern noch keine europäische Bankenaufsicht verkünden.
Schäuble konnte auf Zypern noch keine europäische Bankenaufsicht verkünden. (picture alliance / EPA / Katia Christodoulou)

Die Pläne der EU-Kommission für eine einheitliche europäische Bankenaufsicht schon ab Beginn des kommenden Jahres lassen sich wohl nicht umsetzen. Ein Beginn "am 1. Januar, das wird nicht möglich sein", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gestern nach dem Treffen der EU-Finanzminister in Nikosia.

In der ersten Debatte der Minister zu den Vorschlägen aus Brüssel sei "sehr rasch klar geworden, dass darüber nicht kontrovers diskutiert werden muss." Zuvor hatte bereits der Finanzminister des Nicht-Euro-Landes Schweden, Anders Borg, einen Start zum 1. Januar 2013 als zu früh abgelehnt. Die neue Aufsicht soll zwar nur für die Banken der 17 Euro-Länder verpflichtend sein, die anderen zehn EU-Mitglieder müssen den Vorschlägen in ihrer jetzigen Form aber zustimmen.

Frankreich hingegen mahnte zu mehr Tempo bei der Vereinheitlichung. Finanzminister Pierre Moscovici sagte: "Einige unserer Partner sind der Ansicht, dass wir langsamer vorgehen müssen, ich denke aber, dass wir ambitioniert sein müssen. Wir dürfen nicht Effizienz und Schnelligkeit einander entgegensetzen." Schäuble warnte hingegen davor, "dass wir nicht ständig Erwartungen schaffen, hinter denen wir dann zurückbleiben müssen."

Aufschub für Athen

Eine griechische Ein-Euro-Münze auf einer Landkarte von GriechenlandKein Geld, aber mehr Zeit wird Athen eingeräumt (dpa / Karl-Josef Hildenbrand)Nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigten sich bei der Konferenz auch Österreich und die Niederlande offen dafür, Griechenland mehr Zeit für die Sparpläne einzuräumen. Die Athener Regierung habe ein sehr ambitioniertes Budget vorgelegt, sagte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter. Man werde den Griechen die Zeit lassen, die sie brauchen.

Ähnlich äußerte sich ihr niederländischer Kollege Jan Kees de Jager: "Wenn das Defizit wegen eines zeitweisen Wirtschaftsabschwungs größer ist als erwartet, könnte es etwas Zeit geben." Weiteres Geld solle jedoch nicht bereitgestellt werden, so die beiden Minister. Die Bundesregierung hatte einen zeitlichen Aufschub mehrfach abgelehnt.

Spanien zu weiteren Reformen bereit

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker in BrüsselEurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker (AP)Auch Spanien hat seinen Euro-Partnern weitere Reformen zugesagt, wenn dies für das Erreichen seiner Schuldenziele nötig sein sollte. Die Regierung in Madrid sei dazu bereit, sagte Eurogruppen-Chef Juncker in Nikosia. Zudem fühlten sich die Partner-Länder darin bestätigt, dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ihre Haushaltsziele in diesem Jahr erreichen werde.

Spaniens Banken hatten das Land mit einer Immobilienblase in Finanzprobleme gebracht. Der milliardenschwere Finanzbedarf für die maroden Institute soll nach Einschätzung der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft "in den nächsten Tagen" offengelegt werden. "Die Erwartung ist, dass der Betrag deutlich niedriger liegen wird als die 100 Milliarden Euro, die ursprünglich von der Eurogruppe und der Troika vereinbart wurden", sagte der zyprische Finanzminister Vassos Shiarly am Samstag in Nikosia nach Beratungen mit seinen EU-Amtskollegen.

Zypern führt turnusmäßig die Amtsgeschäfte der Union noch bis zum Jahresende. Shiarly sagte zudem, der Betrag für ein Hilfsprogramm für sein eigenes Land stehe noch nicht fest. Zypern hatte Ende Juni um internationale Finanzhilfe gebeten, bisher war von rund 10 Milliarden Euro die Rede gewesen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:30 Uhr Kulturnachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Spanien Die ersten Früchte harter Reformen

Angela Merkel mit Mariano Rajoy

Mit der spanischen Wirtschaft scheint es wieder bergauf zu gehen. Das sagen zumindest die Zahlen der Statistiker. Aber der Weg aus der Krise ist noch weit. Die Arbeitslosenzahlen sind noch immer hoch, die Schlangen vor den Essensausgaben für Bedürftige bleiben lang.

Patient NordseeHausbesuch bei einer alten Bekannten

Am Nordseestrand an der Westküste von Dänemark nahe dem Ort Agger liegt ein Haufen vom Meer angespülter Fischernetze und Seile. 

Wie steht es um die Wasserqualität in der Nordsee? Zwölf Spezialisten untersuchen derzeit den Gesundheitszustand des Meeres. Die Wissenschaftler befinden sich auf dem Forschungsschiff "Celtic Explorer". Unser Reporter hat das Team via Satellit erreicht.

Autorin Zoë Beck "Viel breiter erzählen"

Zoë Beck schreibt sowohl Drehbücher als auch Romane. Letzteres wesentlich lieber, denn im Roman ist sie frei von Realisierungszwängen. Drehbücher leben von der filmischen Umsetzung. Gerade die beschränke Autoren  in ihrer Handlungsfreiheit, sagt Beck.

TatortMord in Serie

Über 900 Tatort-Folgen sind seit dem Start der Krimi-Serie im November 1970 durch den Äther gejagt worden. Und egal ob gut oder schlecht - der ARD-Sonntagskrimi sorgt für Gesprächsstoff.

Ölförderung in der Tiefsee Pipeline-Kontrolle ohne nass zu werden

Die Fahne von Norwegen weht im Wind. Im Hintergrund: das Meer

Erdölvorkommen in der Tiefsee werden immer interessanter. Die Bohrstellen unter Wasser sind oft in umweltsensitiven Bereichen. Zur Überwachung der Rohrleitungen haben norwegische Wissenschaftler das System SmartPipe entwickelt.

Uber-VerbotTaxi-Konkurrenz fährt trotzdem

Die Handy-App "Uber" auf einem Smartphone neben dem Logo der Taxi-Vermittlung, Aufnahme vom September 2014

Der Fahrdienstvermittler Uber ist Taxifahrern schon lange ein Dorn im Auge. Die Branche fürchtet Einnahmenverluste. Heute wurde der Dienst per einstweiliger Verfügung gestoppt - in Berlin ist er dennoch verfügbar.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

IS-Video zeigt angeblich Enthauptung  eines weiteren US-Journalisten | mehr

Kulturnachrichten

Regisseur Dehler verlässt Störtebeker-Festspiele  | mehr

Wissensnachrichten

Tastsinn  Hautzellen liefern komplexe Informationen ans Gehirn | mehr