Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Europarat ruft zu Solidarität mit Syrien auf

Chemiewaffenexperten sichern Einsatzorte

Flüchtlinge in einem Lager in der Türkei (picture alliance / dpa - Jean Rene Auge/wostok Press)
Flüchtlinge in einem Lager in der Türkei (picture alliance / dpa - Jean Rene Auge/wostok Press)

Mehr als 2,1 Millionen Syrer haben inzwischen ihre Heimat verlassen, doppelt so viele sind im Land selber auf der Flucht. Der Europarat appelliert an seine Mitgliedsstaaten – und warnt vor Entwicklungen in der syrischen Opposition.

Der Europarat sorgt sich wegen des wachsenden Zulaufs von "Dschihadisten und anderen extremen Gruppen" bei den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad. Dazu gehörten auch Terrorgruppen, warnen die Parlamentarier in einer Erklärung. Diese Präsenz nähre eine "legitime Furcht" bei den verschiedenen religiösen und ethnischen Minderheiten in Syrien hinsichtlich ihrer Zukunft nach dem Bürgerkrieg. Die Internationale Gemeinschaft habe in dem Konflikt versagt, dadurch sei die Opposition radikaler geworden. Das Lager von Syriens Regimegegnern gilt schon länger als zerrissen, zuletzt wurde die Spaltung immer offensichtlicher.

Die Abgeordneten rufen zugleich die Europaratsländer zu mehr Solidarität mit den Menschen in dem Land auf. Die Nachbarstaaten seien mit der Aufnahme von Flüchtlingen völlig überlastet. Ein positives Beispiel sei Schweden: Das Land gewährt eine Aufenthaltserlaubnis und das Recht auf Familienzusammenführung – und ist bereit, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.

"Supermärkte für Frauenhandel"

Der österreichische Sozialdemokrat Stefan Schennach berichtete von sexuellen Übergriffen auf Frauen und Kinder in Flüchtlingslagern, die er kürzlich besucht habe. Diese Lager seien zu "Supermärkten für Frauenhandel" geworden. Mitten in einem Lager in Jordanien mit 166.000 Flüchtlingen gebe es fünf Bordelle.

In Syrien selbst gibt es laut dem UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR knapp 4,3 Millionen Binnenflüchtlinge und fast sieben Millionen Menschen, die dringend humanitäre Hilfe benötigen. Die meisten der mehr als 2,1 Millionen Syrer sind nach Jordanien, in die Türkei oder den Irak geflohen, alleine 760.000 in den Libanon. Deutschland hat sich bereit erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen. Am Montag wandten sich die Nachbarländer Syriens mit einem Appell an die Welt, in dem sie um mehr Hilfe baten.

Internationale Experten untersuchen Risiken

Das Team internationaler Inspektoren ist in Syrien angekommen (AFP)Internationale Inspektoren in Syrien (AFP)Die Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) haben derweil bei ihrem Einsatz in Syrien erste Sicherungsmaßnahmen getroffen. In Zusammenarbeit mit den syrischen Behörden sei damit begonnen worden, die Standorte zu sichern, an denen das Team arbeiten werde, teilten OVCW und UNO mit. Es habe sich vor allem um abseits gelegene Gebiete gehandelt. Weitere Details zu den Einsatzorten wurden nicht genannt.

Die Kontrolleure seien außerdem damit beschäftigt, die während ihrer Mission drohenden Gesundheitsrisiken und mögliche Gefahren für die Umwelt zu untersuchen. Darüber hinaus würden die Planungen für die rasche Stilllegung der Produktionsstätten für Chemiewaffen vorangetrieben. Der tatsächliche Umfang des Chemiewaffenarsenals werde derzeit noch ermittelt.

Syrien verfügt nach Schätzungen über 1.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe. Alle sollen zerstört werden, genauso wie die Produktionsanlagen. Bis Mitte 2014 soll der Einsatz dauern.


Mehr zum Thema auf dradio.de

Chronologie: Bürgerkrieg in Syrien
Eckpunkte des Aufstands

"Flüchtlingsschutz muss in den Koalitionsvertrag"

Sicherheitsrat beschließt Syrienresolution
UNO-Gremium einig über Zerstörung von Chemiewaffen

 

Letzte Änderung: 12.10.2013 23:11 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:07 Uhr Kulturfragen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

PsychologieSei nicht so hart zu dir selbst!

Anderen können wir Fehler verzeihen - bei uns selbst tun wir uns damit schwer. Stress, Ängste, sogar Depressionen können die Folge sein, sagt die Psychotherapeutin Christine Brähler. Sie rät: Wir brauchen mehr Mitgefühl mit uns selbst!
      

Motivation von Attentätern und AmokläufernWir leben Aggressivität vor

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, macht vor Beginn des Mannesmann-Prozesses im Landgericht in Düsseldorf das Victory-Zeichen. (dpa/ picture-alliance/ Oliver Berg)

Auch in modernen Gesellschaften sei Gewalt allgegenwärtig, meint der Soziologe Harald Welzer. Der "kampfbereite und siegerprobte Einzelkämpfer" werde in der Wirtschaft gefeiert und der "Ego-Shooter" zum Idealtypus erhoben. Bei der Suche nach den Ursachen von Terror und Amok werde das gern übersehen.

Wahl in Mecklenburg-VorpommernSPD und CDU profitieren nicht vom Wirtschaftsboom

Zwei Grossplakate zur Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern mit den Spitzenkandidaten der SPD Erwin Sellering (links) und der CDU Lorenz Caffier stehen an einem Einkaufscenter in Rostock. Die Wahl zum 7. Landtag des Landes Mecklenburg-Vorpommern findet am 4. September 2016 statt. Schwerin (Imago / Frank Hormann / Nordlicht)

Die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns hat in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung genommen: mehr Jobs, weniger Arbeitslose, eine gute Konjunktur - nicht nur im Tourismus-Sektor. Trotzdem könnte es bei der Landtagswahl am 4. September für die Regierungsparteien SPD und CDU eng werden.

Aus den FeuilletonsBurka - umkämpftes Kleidungsstück

Eine afghanische Frau in Herat trägt eine Burka.  (picture alliance / dpa / Jalil Rezayee)

Der Streit um das Verbot von Burka und Burkini hat in den vergangenen Tagen an Schärfe zugenommen. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Ist ein Verbot paternalistisch? Oder bedroht die Vollverschleierung das Fundament von Europas Kultur?

Märchen Europa?"Diese ewige Wettbewerberei macht die Menschen kaputt"

Gesine Schwan am 17. Januar 2016 in der ARD-Talksendung "Anne Will" (dpa / picture alliance / Karlheinz Schindler)

Aus Sicht der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan hat die negative Stimmung in Europa seit der Bankenkrise stark zugenommen. Falsche politische Weichenstellungen und "Wahltaktiererei" in den Nationalstaaten hätten die Menschen gegeneinandergetrieben, sagte sie im Deutschlandfunk. Städte und Gemeinden müssten grenzüberschreitend "mehr machen können".

Daniel Fuhrhop: "Willkommensstadt"Flüchtlinge in unsere Häuser

Zimmer für Flüchtlinge in Hamburg-Harvestehude (Foto: Axel Schröder)

Für Flüchtlinge müssen keine neuen Wohnungen gebaut werden, schreibt der Architektur-Verleger und Blogger Daniel Fuhrhop. Neubauten würden die Integration sogar erschweren. In "Willkommensstadt" beschreibt er, wie es besser geht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

TTIP  Kritik aus der Union an Gabriel-Skepsis | mehr

Kulturnachrichten

Nigerianer Ogboh erhält den Bremer Kunstpreis der Böttcherstraße  | mehr

Wissensnachrichten

Rio de Janeiro  Selfies an der Lochte-Tankstelle | mehr