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Eurozone will private Gläubiger mit ins Boot holen

EU-Finanzminister verhandeln über Griechenlandhilfe

Griechenland wird wohl ein weiteres Hilfspaket der EU bekommen. (picture alliance / dpa)
Griechenland wird wohl ein weiteres Hilfspaket der EU bekommen. (picture alliance / dpa)

Auf dem Sondertreffen der EU-Finanzminister in Brüssel wurde die Frage diskutiert, wie private Investoren am Hilfspaket für Griechenland beteiligt werden können. Ein zweites Rettungspaket scheint aber schon sicher.

Nach der Idee des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) sollen Investoren Staatsanleihen sieben Jahre länger halten, dafür aber auf deutlich höhere Zinsen verzichten. Zustimmung zu Schäubles Vorschlag kommt vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter: "Wer jetzt Griechenland brutal in den Abgrund schiebt, der handelt eher verantwortungslos gegenüber den Interessen der deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler," so Kampeter im Deutschlandradio Kultur.

Freiwilligkeit ist oberstes Gebot

Dieses Programm, so berichtete Wolfgang Landmesser im Deutschlandfunk, basiere ausschließlich auf freiwilliger Basis. Denn wenn Investoren eine Beteiligung der Privaten als erzwungen einstuften, könnten die Rating Agenturen Griechenland mit einem "D" bewerten, was für default stehe und einem Staatsbankrott gleich kommt. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte Griechenlands Kreditwürdigkeit bereits erneut auf "CCC" ab.

Der italienische Finanzexperte Mario Draghi verwies als weitere Option auf die "Wiener Initiative". Bei dieser Initiative können Gläubiger die Laufzeiten ihrer Forderungen freiwillig verlängern.

Zweites Rettungspaket scheint sicher

Griechenland wird offensichtlich mit einem zweiten Rettungspaket unterstützt werden. Diskutiert wurden in Brüssel die Summe von 90 Milliarden Euro. Da das Land aber nicht wie vorgesehen im nächstem Jahr wieder an die Finanzmärkte zurückkehren werde, könnte ein Lücke im Haushalt entstehen,die zu einem beschleunigten Sparkurs würden werde.

"Griechenland war im Grunde schon vor einem Jahr pleite," sagt dagegen der Chef des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, und hält nicht viel von weiteren Hilfen. Eine Pleite Griechenlands sei zwar mit Risiken verbunden - doch der jetzige Hilfskurs führe in eine "Teufelsspirale".

Oberster deutscher Banker sagt Nein

Bundesbankpräsident Jens Weidmann lehnt eine zusätzliche Beteiligung der Notenbanken an der Rettung Griechenlands ab. Es sei allein Sache der Politik, weiteres Geld für Athen zu bewilligen, schrieb Weidmann in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung". Falls die Parlamente der Euro-Länder also neuen Hilfen für Griechenland zustimmten, müssten die Mittel auch für die Stützung des Bankensektors in dem Land ausreichen.

Das Treffen in Brüssel ist ohne die geplante gemeinsame Erklärung zu Ende gegangen. Weitere Gespräche sollen kommende Woche in Luxemburg geführt werden.

Deutschlandradio aktuell:
Koalitionsmehrheit segnet weitere Hilfen für Griechenland ab

Interview: CDU-Abgeordneter Steffen Kampeter betont Interesse der Banken an Restrukturierung

Interview: ifo-Chef Sinn warnt vor dem Hilfsfall Griechenland

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

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