Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Exklusiver Klub der Investigativen

Das Journalistennetzwerk ICIJ koordinierte die Recherchearbeit an "Offshoreleaks"

Computer-Festplatte: Datenträger für "Offshoreleaks" (picture alliance / dpa / Lukas Barth)
Computer-Festplatte: Datenträger für "Offshoreleaks" (picture alliance / dpa / Lukas Barth)

"Offshoreleaks" war eine konzertierte Aktion: Zeitgleich veröffentlichten mehrere Medien weltweit Material über geheime Geschäfte in Steueroasen. Sie hatten es in monatelanger, koordinierter Arbeit ausgewertet. Dahinter steht das in Washington ansässige Journalisten-Netzwerk ICIJ.

Dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) wurde die Festplatte mit den Unterlagen vor über einem Jahr anonym zugeschickt. Es übergab sie anschließend einem ausgewählten Kreis internationaler Medien. Bei der aufwendigen Analyse der 260 Gigabyte umfassenden Datenmenge – es handelt sich um 2,5 Millionen Dokumente - stützte sich das ICIJ auf die Mitarbeit von insgesamt 46 Medien weltweit, darunter die der Süddeutschen Zeitung und des NDR.

Eine ähnlich konzertierte Zusammenarbeit hatte es 2010 mit den knapp 400.000 Militärdokumenten zum Irak-Krieg gegeben, die der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt wurden – vor der Veröffentlichung werteten Medien wie die New York Times, der Guardian und der Spiegel das Material aus und begannen ihre Berichterstattung zeitgleich.

Kampf mit der Zigarettenindustrie

Anders als Wikileaks, dessen Gründer Julian Assange strafrechtlich verfolgt wird, ist das ICIJ keine Internetplattform, sondern ein internationales Netzwerk. Es wurde 1997 als Projekt des "Center for Public Integrity" (CPI) gegründet, einer gemeinnützige Organisation in den USA, die sich der Aufgabe verschrieben hat, "Machtmissbrauch, Korruption und Pflichtverletzung durch mächtige öffentliche und private Institutionen aufzudecken".

In der Auseinandersetzung mit Lobby-Organisationen lieferte sich das CPI einen jahrelangen Streit mit der Tabakindustrie. Dabei wurden immer wieder vertrauliche Dokumente aus den Unternehmen an die Öffentlichkeit gebracht. Das CPI wird finanziell von einer Reihe von Stiftungen gefördert, darunter die Knight Foundation und die Ford Foundation. In den Jahren 2000 bis 2002 spendete auch der Milliardär George Soros insgesamt über eine Million Dollar an das CPI. Diese Zuwendung löste in den USA auch Kritik aus, da Soros als erklärter Gegner des damaligen US-Präsidenten George W. Bush auch linksgerichteten Organisationen wie moveon.org Millionenspenden zukommen ließ.

Mit dem ICIJ wollte das CPI Ende der 90er Jahre den Fokus der investigativen journalistischen Arbeit über die Grenzen der USA hinweg erweitern. Erklärtes Ziel ist es, mit dem Netzwerk den Austausch von Daten, Analysewerkzeugen und Recherchestrategien zu fördern. Bei dem exklusiven Klub kann man nur nach einer Einladung Mitglied werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Historische Aufnahmen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Meisterwerke von Manet in HamburgWie der Maler trickreich das Publikum bannte

Drei Frauen betrachten in der Hamburger Kunsthalle das Bild "Das Frühstück im Atelier" des Künstlers Edouard Manet. Die Ausstellung "Manet - Sehen. Der Blick der Moderne" wird vom 27. April bis zum 4. September.2016 in der Hansestadt gezeigt. (Foto: Axel Heimken / dpa)

Eine Schau mit 35 Gemälden des Malers Edouard Manet will Publikumsmagnet in Hamburg werden. Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner erklärt, mit welchem Trick der Maler Kunstgeschichte schrieb.

Streiks in FrankreichKleine und mittlere Unternehmen fürchten um Existenz

Mitglieder der Gewerkschaft CGT blockieren den Zugang zu einem Industriegebiet in Vitrolles in Südfrankreich. (AFP / Boris Horvat)

Bei einer Befragung von 700 französischen Unternehmen gaben 70 Prozent der Firmen an, in Kürze schließen zu müssen. Der Grund: Die andauernden Streiks in Frankreich und die damit verbundene Ressourcenknappheit. Doch nicht nur viele Firmenchefs, auch immer mehr Angestellte fühlen sich mittlerweile als Geisel im eigenen Land.

"Meinen Hass bekommt ihr nicht"Bericht aus einer Welt des Schmerzes

Der Journalist Antoine Leiris, der seine Frau bei den Terroranschlägen im Pariser Bataclan verlor und darüber ein Buch schrieb. (AFP / Dominique Faget )

Der französische Journalist Antoine Leiris verlor bei den Anschlägen von Paris seine Frau. In dem Band "Meinen Hass bekommt ihr nicht" hat er notiert, was dieser Verlust für ihn und seinen zweijährigen Sohn bedeutet.

US-WahlkampfObama wirft Trump Ignoranz vor

KOMBO - US Pr (EPA)

US-Präsident Barack Obama hat sich beim G7-Treffen kritisch über den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump geäußert. Der zeige sich gegenüber der Außenpolitik ignorant und interessiere sich eher für Schlagzeilen als für Strategien für Amerikas Sicherheit, sagte Obama. Doch Trumps außenpolitische Positionen sind nicht nur bei den US-Demokraten umstritten.

Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat"Ein Comic-Manifest erklärt die Medienwelt

Ausschnitt aus der deutschen Übersetzung der Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat", geschrieben von Brooke Gladstone und gezeichnet von Josh Neufeld (Correctiv / David Schraven)

Der Journalismus hat zurzeit Probleme mit seiner Glaubwürdigkeit. Ob die Medien sogar fremdgesteuert sind, ist Thema von "Der Beeinflussungsapparat". Die Recherchegruppe Correctiv hat die Graphic Novel aus den USA nun auf Deutsch herausgegeben.

ChinaAKW Hualong 1 für den Sudan

China exportiert Reaktortechnik und baut im Sudan das erste Atomkraftwerk des Landes. Für China ist das der Auftakt. Geplant ist der Export von 30 Reaktoren bis 2030.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Idomeni  Keine Flüchtlinge mehr im Lager | mehr

Kulturnachrichten

"Refugee" ist britisches Kinderwort des Jahres  | mehr

Wissensnachrichten

Großbritannien  VR-Brillen bringen Geschworene an Tatort | mehr