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Facebook kippt Mitspracherecht

Soziales Netzwerk ändert Geschäftsbedingungen

Bislang hat Facebook seinen Mitgliedern unter bestimmten Bedingungen ein Mitspracherecht eingeräumt. Damit ist jetzt Schluss. (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)
Bislang hat Facebook seinen Mitgliedern unter bestimmten Bedingungen ein Mitspracherecht eingeräumt. Damit ist jetzt Schluss. (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)

Das soziale Netzwerk Facebook will seine Mitglieder künftig nicht mehr über Änderungen des Nutzungsrechts abstimmen lassen. Zur Begründung heißt es: Das bisherige Verfahren habe nicht funktioniert.

Es habe sich nicht bewährt, die Facebook-Mitglieder über den Datenschutz abstimmen zu lassen. Mit dieser Begründung schafft das Online-Netzwerk das Mitspracherecht der Nutzer für Änderungen bei den Regeln zur Privatsphäre ab. Man werde aber weiterhin im Voraus über signifikante Änderungen und Fragen des Datenschutzes informieren, teilte das Unternehmen im kalifornischen Palo Alto mit.

Facebook bedankte sich in einer Mitteilung für die Teilnahme bei den bisherigen Abstimmungen, fügt aber hinzu: "Wir haben jedoch festgestellt, dass der Abstimmungsmechanismus, der durch eine bestimmte Anzahl an Kommentaren ausgelöst wird, tatsächlich zu einem System geführt hat, das die Quantität der Kommentare über ihre Qualität stellt. Deshalb schlagen wir vor, die Abstimmungskomponente des Verfahrens zugunsten eines Systems zu beenden, das zu inhaltlich sinnvolleren Rückmeldungen und Interaktionen führt."

Bislang hatte das Netzwerk seinen Mitgliedern unter bestimmten Bedingungen ein Mitspracherecht eingeräumt. Wenn mehr als 7000 Kommentare zu Änderungen der Nutzungsregelungen eingegangen waren, konnten die Mitglieder über das Vorhaben abstimmen. Das Votum war aber nur dann für das Unternehmen bindend, wenn mindestens 30 Prozent der mittlerweile rund eine Milliarde User zählenden Community teilgenommen hatten. Bei zwei bisherigen Abstimmungen war dieser Anteil jedoch nicht erreicht worden. Kritiker bemängelten, viele Nutzer seien gar nicht oder nicht ausreichend über die Abstimmung informiert worden.

Facebook will außerdem Beschränkungen im E-Mail-Verkehr zwischen seinen Mitgliedern lockern und Nutzer-Daten künftig vermehrt mit Tochtergesellschaften wie dem Smartphone-Foto-Dienst "Instagram" teilen. Damit könnte Facebook versuchen, den Weg für ein umfassendes Nutzer-Profil zu ebnen, das wiederum Daten generieren würde, die teuer verkauft werden können, vermuten Kritiker.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

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