Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Facebook meldet Verlust von 157 Millionen Dollar

Erstes Quartal nach dem Börsengang endet mit einem dicken Minus

Die Facebook-Aktie verlor alleine gestern zehn Prozent ihres Wertes (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)
Die Facebook-Aktie verlor alleine gestern zehn Prozent ihres Wertes (picture alliance / dpa / Emily Wabitsch)

Rote Zahlen für Facebook: Im ersten Quartal nach seinem Börsengang hat das soziale Netzwerk einen Verlust von 157 Millionen Dollar eingefahren. Die Aktie brach daraufhin gestern um zehn Prozent ein und hat damit einen neuen Tiefstand erreicht.

Wegen der Sonderausgaben im Zusammenhang mit dem Börsendebüt von Facebook war ein Fehlbetrag erwartet worden. Doch als Facebook gestern Abend in Kalifornien einen Verlust von 157 Millionen Dollar, also rund 128 Millionen Euro, verkündete, brach die Aktie um zehn Prozent ein und lag gestern Abend bei rund 24 Dollar - ein neues Allzeittief. Neuaktionäre hatten beim Börsengang des sozialen Netzwerks 38 Dollar je Anteilsschein gezahlt.

"Wir sind enttäuscht darüber, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat", räumte Finanzchef David Ebersman ein. "Aber wir sind das gleiche Unternehmen wie zuvor." Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook 240 Millionen Dollar verdient. "Es gibt viele Herausforderungen, aber wir gehen sie an", erklärte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Die Verluste kamen vor allem die Entlohnung der Mitarbeiter durch Aktien und dafür fällige Steuern zustande, die ein dickes Loch in die Bilanz rissen. Die Aktien waren durch den Börsengang fällig geworden. Zudem machte sich bemerkbar, dass Facebook stark in Produkte, Technik und Marketing investiert, um neue Nutzer und neue Werbekunden zu gewinnen. Die Investitionen verdreifachten sich.

Werbeeinnahmen stiegen um 28 Prozent

Immerhin hielt der Zustrom bei den Mitgliedern an: Ende Juni hatte Facebook 955 Millionen monatliche Nutzer nach 901 Millionen Ende März. Vor einem Jahr waren es erst 739 Millionen. Manche Analysten störten sich allerdings daran, dass die Zahl der täglichen und damit besonders wertvollen Nutzer zuletzt im geringeren Maße auf 552 Millionen zulegte.

Die wichtigen Werbeeinnahmen stiegen um 28 Prozent auf 992 Millionen Dollar. Insgesamt kam Facebook auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar und damit 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. "Wir sind gut aufgestellt beim Buhlen um Werbegelder", sagte die fürs Tagesgeschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg. Sie zitierte Studien, dass sich Werbung auf Facebook besonders gut einpräge.

Das soziale Netzwerk und die am Börsengang beteiligten Banken müssen sich gegen Klagen von Investoren wehren, außerdem nimmt die US-Börsenaufsicht die Umstände der Neuemission unter die Lupe.


Mehr zum Thema:

Absturz der Superaktie - Facebook-Anteilspreise rauschen deutlich in den Keller
Börsenspektakel um Facebook - Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells bleibt fraglich
"Wenn so ein großer Börsengang passiert, dann muss es perfekt ablaufen" - Analyst Halver über das Facebook-Debakel und seine Auswirkungen
Facebook-Träume können schnell platzen - Überhitzter Börsengang als Milliardengeschäft
"Facebook ist sicherlich alles andere als eine sichere Investition" - Marketingfachmann über den Börsengang des sozialen Netzwerks
Mark Zuckerberg als "Messias der Geldvermehrung" - "Wirtschaftswoche"-Chefredakteur Tichy zur Woche des Facebook-Börsengangs

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kunst & Pop

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:30 Uhr Vollbild

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Regierungsbildung in Italien Ein riskantes Experiment

Ein Streetart-Motiv in Rom kommentiert die Regierungsbildung von Luigi di Maio, Parteichef der Fünf-Sterne-Bewegung, und Matteo Salvini, Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei Lega, aufgenommen am 23.3.2018 (imago / Pacific Press Agency)

In Italien haben sich die beiden populistischen Parteien Fünf Sterne und Lega auf eine Koalition geeinigt. Sie wollen die Sparpolitik im hoch verschuldeten Land beenden und gehen auf Konfrontationskurs zur EU. Die Lage ist ernst, meint Korrespondent Jan-Christoph Kitzler.

Auf PartnersucheDeutsche Außenpolitik zwischen den USA und China

Bundesaußenminister Heiko Maas (l.) begrüßt seinen amerikanischen Kollegen Mike Pompeo (AFP)

Außenminister Heiko Maas in den USA, Bundeskanzlerin Angela Merkel in China: Deutsche Spitzenpolitiker haben in dieser Woche gleich zwei wichtige Staaten besucht. Doch beide Länder seien keine verlässlichen Partner, kommentiert Peter Pauls vom "Kölner Stadt-Anzeiger". Dabei seien die Aufgaben selten so grenzübergreifend.

Eine Lange Nacht über das Leben VoltairesHöfling und Revolutionär

Der französische Schriftsteller und Philosoph Francois Marie Arouet Voltaire (1694 - 1778) auf einer zeitgenössischen Darstellung (picture-alliance / dpa)

Kein Autor verkörpert die Aufbruchsstimmung des 18. Jahrhunderts stärker als Voltaire. "Verbrennt eure Gesetze und macht deren neue! Woher die neuen nehmen? Aus der Vernunft!" So formulierte er den Schlachtruf eines neuen, freieren Denkens – im Geist der Aufklärung, der Toleranz und des humanitären Fortschritts.

Antisemitismus in DeutschlandWoher der Hass kommt

Ein Mann hilft einem weiteren auf der Solidaritätskundgebung "Berlin trägt Kippa" der Jüdischen Gemeinde zu Berlin seine Kippa aufzusetzen. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler)

2017 wurden 1.453 antisemitische Straftaten bei der Polizei registriert. Obwohl über 90 Prozent davon von Rechtsextremen begangen wurden, existiert Antisemitismus in allen Teilen der Gesellschaft. Vor allem die Relativierung des Holocaust und der Israel-bezogene Antisemitismus gewinnen an Bedeutung.

Architekturbiennale in Venedig Das Programm des Deutschen Pavillons

24.05.2018, Italien, Venedig: Besucher betrachten die Ausstellung «Unbuilding Walls» der Architektengruppe Graft im deutschen Pavillon der 16. Internationalen Architektur-Biennale. Die 16. Ausgabe der Internationale Architektur-Biennale ist vom 26. Mai bis zum 25. November 2018 für das Publikum geöffnet. Foto: Lena Klimkeit/dpa | Verwendung weltweit ( Lena Klimkeit/dpa )

Der Deutsche Pavillon der Architekturbiennale widmet sich in der Ausstellung "Unbuilding Walls" der deutschen Teilungsgeschichte. Deren Folge ist bis heute eine "Mauer in den Köpfen" - eine wichtige Mahnung, sagt Kurator Lars Krückeberg.

Mallorca Angst vor der Qualle

ARCHIV - 20.02.2017, Spanien, Maspalomas: Eine Qualle der Gattung Portugiesische Galeere. Vor der Küste der Inselhauptstadt Palma sei in der Nähe des beliebten Strandes Ciudad Jardin ein totes Exemplar der äußerst giftigen Quallengattung Portugiesische Galeere der Art Physalia physalis gefunden worden, schrieb der Notdienst der Balearen am 22.05.2018 auf Twitter. (zu dpa "Alarm auf Mallorca: Giftqualle vor Palma gesichtet" vom 23.05.2018) Foto: Sabrina Hentschel/dpa-Zentralbild/dpa | Verwendung weltweit (Sabrina Hentschel / dpa)

Auf Mallorca herrscht kurz vor Sommerbeginn Quallen-Alarm. Wer aufmerksam auf das Wasser blicke, könne die giftige Portugiesische Galeere aber leicht erkennen, sagt der Leiter des Aquariums in Wilhelmshaven, Winfried Hochstetter.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Abtreibungs-Referendum  Irlands Premier Varadkar feiert "Höhepunkt einer stillen Revolution" | mehr

Kulturnachrichten

"Sesamstraße" klagt gegen vulgären Filmtrailer  | mehr

 

| mehr