Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Fahndung per Facebook

Soziale Netzwerke im Visier der Justizministerkonferenz

Ein Smartphone auf dem das Logo des Online-Netzwerkes Facebook zu sehen ist. (picture alliance / dpa / Marc Tirl)
Ein Smartphone auf dem das Logo des Online-Netzwerkes Facebook zu sehen ist. (picture alliance / dpa / Marc Tirl)

Deutsche Sicherheitsbehörden sollen soziale Netzwerke stärker nutzen, um junge Straftäter und Zeugen zu finden. Die Justizminister der Länder wollen die Möglichkeiten einer Polizeifahndung über Facebook prüfen.

Bei einem Treffen in Berlin beschlossen die Ressortchefs, das Thema stärker in den Blick zu nehmen. Der Strafrechtsausschuss solle prüfen, ob es Handlungsbedarf gebe. Datenschutzrechtliche Anforderungen und rechtsstaatliche Grundsätze müssten bei einem solchen Instrument aber beachtet werden.

Der Vorsitzende der Justizministerkonferenz, Hessens Ressortchef Jörg-Uwe Hahn (FDP), hatte dafür plädiert, das soziale Netzwerk Facebook verstärkt für die Fahndung nach Straftätern zu verwenden. "Das Internet ist der größte Tatort der Welt", sagte Hahn am Morgen im ZDF. Er drängte darauf, dass Polizei und Staatsanwaltschaft für ihre Arbeit auch soziale Netzwerke nutzen dürfen. Das Informationsverhalten insbesondere der jüngeren Generation habe sich geändert, sagte Hahn. Um Straftäter und Zeugen zu finden, seien die jungen Leute über Netzwerke wie Facebook eher zu erreichen. Der Justizminister verwies auf ein Pilotprojekt der Polizei in Hannover, die einige Straftaten mithilfe von Facebook habe aufklären können.

Das Projekt hatte heftige Kritik von Datenschützern ausgelöst. Unter anderem stören sich die Datenschutzbeauftragten daran, dass auf Facebook hochgeladene Bilder selbst dann auf den Servern des US-Unternehmens verbleiben, wenn ein Konto-Inhaber sie gelöscht hat.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Länderzeit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:07 Uhr Lesart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Flüchtlinge "Meilenweit entfernt von europäischer Solidarität"

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach auf der Tribüne im Stadion von Bayer Leverkusen. (imago / Schueler / Eibner)

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat den Umgang der ungarischen Regierung mit den Flüchtlingen kritisiert. Hier werde "mit Vorsatz europäisches Recht verletzt", sagte Bosbach im DLF. Statt die Flüchtlinge einfach nach Deutschland weiterreisen zu lassen, sollte Ungarn die Asylverfahren für die Menschen organisieren.

Flüchtlinge"Die EU macht es fast unmöglich, sicher Asyl zu suchen"

Flüchtlinge warten auf Möglichkeiten der Weiterreise und campieren am Busbahnhof in Belgrad. (picture alliance / dpa / Thomas Brey)

Die EU kümmere sich vor allem um die Abwehr von Flüchtlingen, kritisierte Ninja Taprogge von Care Deutschland im DLF. Ihre Hilfsorganisation betreut Vertriebene an der serbisch-ungarischen Grenze. Diese besäßen oft nur die Kleider, die sie am Leib trügen.

Verrohte SpracheWenn Gegner als "Mob" bezeichnet werden

Gabriel, Opitz und der sächsische Wirtschaftsminister Dulig sprechen in Mikrofone und sind von Journalisten umringt. (Rainer Jensen/dpa)

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat kürzlich die rechtsradikalen Randalierer im sächsischen Heidenau als "Pack" bezeichnet. Unserem Autor Eberhard Straub ist das übel aufgestoßen: Der Wirtschaftsminister diskriminiere willkürlich und mache es sich furchtbar einfach.

Putin in Peking"Es ist eine große Anti-Koalition"

Der chinesische Präsident Xi Jinping und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin während eines Treffens in Moskau. (AFP / Kirill Kudryavtsev)

Russlands Präsident Wladimir Putin besucht derzeit China. Die Partnerschaft beider Länder sei aus Moskaus Sicht nicht ganz freiwillig, sagte Jens Siegert im DLF. Er war langjähriger Leiter der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung, Außenstelle Moskau. Er findet: Die Staaten eint vor allen Dingen eines: Eine Anti-Haltung gegen den Westen.

Gesundheits-AppsTotale Überwachung durch die Krankenkassen?

Ein Smartphone, auf der eine Gesundheits-App zu sehen ist, liegt neben einer Hantel

Schon heute gibt es 380.000 Apps, um den individuellen Gesundheitszustand zu dokumentieren. Jens Baas, der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, sieht darin eine große Chance. Bei den Krankenkassen seien diese sensiblen Daten gut aufgehoben.

Vor 50 Jahren gestorben: Johannes Bobrowski Mit dem dunklen Unterton der Melancholie

Berlin / Köpenick, 18.04.1998: Ortsteil Friedrichshagen: Dichters Ort: Johannes Bobrowskis Wohnhaus, Arbeitszimmer. (picture-alliance / dpa / Berliner_Kurier / Sabeth Stickforth)

Der Ostberliner Lyriker Johannes Bobrowski wurde durch den Preis der Gruppe 47 im Jahr 1962 in beiden Teilen Deutschlands berühmt. Einer öffentlichen Rolle entzog er sich - und schrieb lieber. Er war stark beeinflusst von der ostpreußischen Landschaft.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ungarn  Weiter tausende Flüchtlinge am Budapester Ostbahnhof | mehr

Kulturnachrichten

Wikipedia sperrt Hunderte Nutzerkonten  | mehr

Wissensnachrichten

Veröffentlichung  Neue Fachzeitschrift veröffentlicht Ideen für Forschungsprojekte | mehr