Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Fast 90 Tote bei Anschlägen im Irak

Gewalt nimmt zu: Seit April Hunderte von Terroropfern

Ziel der Destabilisierung: Die irakische Regierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki (picture alliance / dpa / Iraqi Prime Minister Office)
Ziel der Destabilisierung: Die irakische Regierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki (picture alliance / dpa / Iraqi Prime Minister Office)

Extremisten versetzen die Iraker in Angst und Schrecken. Wieder wurden bei einer Reihe von Bombenanschlägen fast 90 Menschen getötet. Der Terror trifft Zivilisten und Polizisten, er soll die Regierung destabilisieren.

In den von Schiiten dominierten Bezirken der Hauptstadt Bagdad seien sieben Autobomben explodiert. Dabei seien mindestens 11 Menschen ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Rund 100 Menschen wurden verletzt.

Bereits zuvor starben bei zwei Bombenexplosionen in der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Basra mindestens 13 Menschen. Die erste Detonation ereignete sich in der Nähe eines belebten Platzes mit Restaurants und Geschäften. Die zweite Autobombe zündete nach Polizeiangaben in einem Busbahnhof.

Polizisten und Reisende getötet

Am Freitag explodierte eine Autobombe vor einer sunnitischen Moschee in Bakuba, Nordirak (picture alliance / dpa / Ali Mohammed)Am Freitag explodierte eine Autobombe vor einer sunnitischen Moschee in Bakuba, Nordirak. 38 Menschen starben. (picture alliance / dpa / Ali Mohammed)Auch aus anderen Regionen werden gewaltsame Auseinandersetzungen gemeldet. Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP starben in der Wüste der westlichen Provinz Al-Anbar in der Nacht zum Montag 24 Polizisten. Sunnitische Extremisten hatten dort am Samstag irakische Polizisten entführt. Bei der Befreiungsaktion durch irakische Sicherheitskräfte kam es nun zu einem Schusswechsel, bei dem Geiseln und Einsatzkräfte getötet wurden.

Bei Angriffen auf zwei Polizeireviere in Haditha, 210 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegen, kamen offiziellen Angaben zufolge am späten Sonntagabend zwölf Polizisten ums Leben.

700 Terroropfer allein im April

Die Gewalt im Irak hat im April Ausmaße angenommen wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben im vergangenen Monat mehr als 700 Menschen bei Anschlägen und Angriffen.

Hinter den Anschlägen, Entführungen und Überfällen sollen Ableger der Extremistenorganisation Al-Kaida und anderer sunnitischer Gruppen stehen, die die von Schiiten dominierte Regierung schwächen wollen. Teile der sunnitischen Minderheit werfen der schiitisch dominierten Regierung vor, die Sunniten zu diskriminieren. Auch Sunniten sind Opfer von Anschlägen: Allein vergangenen Freitag starben bei Angriffen auf Sunniten mehr als 60 Menschen - 38 davon im nordirakischen Bakuba, als eine Autobombe vor einer Moschee explodierte.

Iraks Präsident Nuri al-Maliki kündigte eine neue Sicherheitsstrategie und einen personellen Umbau an, um die Welle der Gewalt zwischen den Religionsgemeinschaften zu stoppen. Am Dienstag werde das Kabinett entsprechende Entscheidungen treffen, sagte Maliki in Bagdad. Einige ranghohe Verantwortliche für die Sicherheit würden ausgetauscht.


Weitere Informationen auf dradio.de:

Anschläge bei Regionalwahlen im Irak - Mehrere Personen durch Angriffe von Extremisten verletzt
Mehr als 100 Tote bei Anschlagsserie im Irak - 27 Attentate in 18 Städten
PKK-Kämpfer ziehen offenbar aus der Türkei ab - Erste Rebellen sollen in einer Woche den Irak erreichen
Die Kosten des Irak-Kriegs - 190.000 Tote und mindestens 2,2 Billionen Dollar
Demokratie gibt es im Irak nur auf dem Papier - Der Irak zehn Jahre nach dem Einmarsch der USA
Iraks Tor zur Welt - Basra zehn Jahre nach dem Einmarsch

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:11 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:10 Uhr Sport am Sonntag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:30 Uhr Hörspiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Eine Stunde History

Aus unseren drei Programmen

KaltwetterStarthilfe mit Kabel und Seil

Es ist kalt geworden. Toll! Sagen die einen. Da schmeckt der Glühwein besser. Doof! Finden die anderen. Weil sie morgens (noch) früher aufstehen müssen, um Autoscheiben zu kratzen. Eis weg, Motor an… Denkste. Nur ein unmotiviertes Restgeräusch ist zu hören. Diagnose: Batterie leer. Aber keine Sorge, wir helfen euch …
      

"Falter"-Chefredakteur zur Wahl in Österreich"Der Wahlkampf hat die Leute mürbe gemacht"

Zwei Wahlplakate der Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen in Wien. (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

Österreich sei bei der heutigen Bundespräsidenten-Wahl "gespalten", sagt "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk. Mit Ex-Grünen-Chef Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Hofer treten zwei "äußerste Pole" im politischen Spektrum gegeneinander an.

RE: Das Kapital (4/6)Der Niedergang des Kapitalismus

Die Warenterminbörse New York Mercantile Exchange (Nymex) in New York City von oben.  (imago/UPI Photo)

Marx hielt den Sieg des Proletariats für unvermeidlich. Doch wie lange wird es dem Kapitalismus noch gelingen, seinen Niedergang zu verhindern? Mit dieser Frage befasst sich der Wirtschaftsjournalist Paul Mason im vierten Teil der Sendereihe "Das Kapital".

Altenpflege"Die Generation, die gerade gepflegt wird, hat tierisch Bock auf Poesie"

Heike Jakobi vom ehrenamtlichen Kranken-Lotsendienst schiebt einen Patienten zur Therapie im Albertinen-Haus in Hamburg. (dpa / Christian Charisius)

Er ist Poetryslammer und ist mit Redensarten bekannt geworden. Das ist aber nur eine Seite von Lars Rüppel. Er beschäftigt sich nämlich auch mit Demenz. Und wie Gedichte und Poesie bei dieser Erkrankung helfen können.
      

Vier Fassbinder-Darstellerinnen in einem "Tatort""Ein bisschen wie Parfüm-Mischen"

Isolde (Irm Hermann), Margarethe (Margit Carstensen) und Catharina (Hanna Schygulla) freuen sich gemeinsam mit Klara (Eva Mattes) an ihrem nächtlichen Feuerritual. Im Bodensee-Tatort "Wofür es sich zu leben lohnt". (SWR-Pressestelle/Fotoredaktion)

Im letzten Bodensee-"Tatort" kommen die vier Fassbinder-Schauspielerinnen Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann und Eva Mattes zusammen. Das gleiche einer Parfüm-Mischung, sagt Schygulla. Jede habe "ihren eigenen Duft".

CSU-Politiker Söder"Europa ist heute so schwach wie noch nie"

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) (picture-alliance / dpa / Matthias Balk)

Europa habe durch Deutschlands Grenzöffnung für die Flüchtlinge im vergangenen Jahr Schaden genommen, sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) im Deutschlandfunk. Europa sei zudem so zerstritten wie noch nie und nicht in der Lage, mit einer Stimme auf Herausforderungen zu reagieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Österreich  Van der Bellen wird neuer Bundespräsident - Hofer räumt Niederlage ein | mehr

Kulturnachrichten

Weimarer Herderkirche wieder eröffnet  | mehr

Wissensnachrichten

Steigende Nachfrage  Der Kirche fehlen die Exorzisten | mehr