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Fast alle US-Kampftruppen verlassen "Schurkenstaat" Irak

1991 begann die Operation "Desert Storm" - der Anfang vom Ende Saddam Husseins

Eine Saddam-Hussein-Statue wird 2003  in Bagdad von US-Soldaten umgestürzt. (AP Archiv)
Eine Saddam-Hussein-Statue wird 2003 in Bagdad von US-Soldaten umgestürzt. (AP Archiv)

Im Januar 1991 vertrieben US-Kräfte zunächst die irakische Invasionsarmee aus Kuwait. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geriet der irakische Machthaber Saddam Hussein ins US-Visier. Die USA und eine "Koalition der Willigen" marschierten 2003 in das Land ein. Heute Nacht zogen die meisten Kampftruppen ab - die US-Präsenz bleibt.

Wie Korrespondenten berichten, überquerte in der vergangenen Nacht die letzte Brigade die Grenze nach Kuwait. Das Außenministerium in Washington sprach von einem historischen Moment. Dennoch sei der Kampfeinsatz erst zum 31. August offiziell beendet.

Auch nach dem Abzug der Kampftruppen bleiben aber noch rund 50.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Sie sollen noch bis Ende kommenden Jahres zivile Projekte absichern, einheimische Sicherheitskräfte ausbilden und Anti-Terror-Einsätze leiten.

Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, begrüßte den Abzug im Deutschlandfunk: "Je länger die amerikanischen Truppen dort bleiben, desto mehr werden die politischen Kräfte im Irak sich auch abhängig machen oder abhängig sein von der amerikanischen Hilfe." Auf lange Sicht sei das nicht gesund.

US-Präsident George W. Bush spricht in einer Fernsehansprache über die Irak-Strategie der USA. (AP)US-Präsident George W. Bush spricht in einer Fernsehansprache über die Irak-Strategie der USA. (AP)

Die Vertreibung aus dem Ölparadies

Am 17. Januar 1991 um 2.40 Uhr Ortszeit begann der offiziell zweite Krieg gegen den Irak - aus der Operation Desert Shield, dem Aufmarsch der Truppen am Golf, war die Operation Desert Storm geworden: Der Wüstensturm zur Befreiung Kuwaits. Zuvor war der Irak zur Sicherung der dortigen Ölreserven einmarschiert. Er begann als Luftkrieg und wurde zum medialen Live-Event: Die Reporter von CNN waren auf beiden Seiten präsent - und mussten sich später den Vorwurf anhören, sich zum Instrument der Kriegsherren hier wie dort gemacht zu haben.

George W. Bush erklärt Kriegsbeginn gegen Irak im März 2003 (YouTube-Videoseite)

Am 20. März 2003 invasierten US- und alliierte Truppen den Irak ("Operation Iraqi Freedom"). Ziel war der Sturz des Machthabers Saddam Hussein. Der damalige Präsident George W. Bush und die US-Regierung begründeten den Präventivkrieg vor den Vereinten Nationen mit der Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak, die die Stabilität des Nahen Ostens gefährdeten. Erst nach dem Ende seiner Präsidentschaft gab George W. Bush in einem Interview indirekt zu, dass es niemals Massenvernichtungswaffen im Irak gegeben habe: ein Versagen der Geheimdienste.

Der frühere irakische Präsident Saddam Hussein im Kreuzverhör (AP)Der frühere irakische Präsident Saddam Hussein im Kreuzverhör (AP)Wenige Wochen später war der Irak besiegt, erst später allerdings wurde Saddam Hussein gefasst - er hatte sich in einem bewohnbaren Erdloch versteckt. Hussein wurde der Prozess gemacht und wurde schließlich durch den Strang hingerichtet.






Saddam Hussein in seinem Heimatort beigesetzt
Saddam Hussein hingerichtet
Mitangeklagte von Saddam Hussein hingerichtet
Vorwürfe gegen Hussein revidiert
Keine Gnade für Saddam Hussein
Zum Prozess-Auftakt gegen den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein
Gerhardt kritisiert Hinrichtung Saddam Husseins
Unter lebensgefährlichen Bedingungen
Regime-Sturz bringt noch keine Demokratie - Philosoph Walzer: Geschichte Deutschlands nicht auf Irak übertragbar

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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