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FDP-Chef Westerwelle wankt

Gesundheitsminister Rösler als Nachfolger im Gespräch

FDP-Chef Guido Westerwelle (dapd)
FDP-Chef Guido Westerwelle (dapd)

Die Personaldebatte in der FDP spitzt sich zu. Nach Medienberichten erwägt Guido Westerwelle offenbar seinen Rückzug vom Posten des Parteivorsitzenden. Führende Liberale waren zuvor auf Distanz gegangen.

In die Führungsdebatte der Liberalen kommt Bewegung. Nach übereinstimmenden Meldungen ist Guido Westerwelle offenbar bereit, auf sein Amt als Parteivorsitzender zu verzichten. Schon am kommenden Montag könnte das FDP-Präsidium über die Führungsfrage entscheiden. Ursprünglich sollte dieses Thema erst am 11. April debattiert werden.

Bericht über Rösler als möglicher Westerwelle-Nachfolger

Als ein möglicher Westerwelle-Nachfolger wird derzeit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gehandelt. Wie der "Kölner Stadtanzeiger" erfahren haben will, haben sich die wichtigsten FDP-Landesverbände auf Rösler als Topkandidaten verständigt. Ebenfalls im Gespräch sind FDP-Generalsekretär Christian Lindner und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Westerwelle selbst befindet sich im Moment auf einer Reise nach China und Japan. Zu den jüngsten Debattenbeiträgen über seine politische Zukunft schweigt er bislang. Über Vertraute ließ Westerwelle jedoch verbreiten, er werde während der Reise keine Entscheidung fällen und sei nicht zum Rückzug entschlossen.

Nach dem schlechten Abschneiden der FDP bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war die Führungsdebatte in der Partei offen ausgebrochen. Führende Liberale haben sich inzwischen von Westerwelle distanziert.

Kritik von Leutheusser-Schnarrenberger und Homburger

Leutheusser-Schnarrenberger sagte dem "Münchner Merkur", es gebe ein erhebliches Grummeln an der Basis. Keiner sollte an seinem Posten kleben. Offene Kritik übte auch die Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger. "In der Tat können wir nicht so weiter machen wie bisher", sagte Homburger in einem Interview mit der "Rheinischen Post". Die FDP müsse nun alles auf den Prüfstand stellen - das betreffe selbstverständlich auch die Frage des Parteivorsitzes.

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel Online" zitiert ein Mitglied der Parteiführung mit den Worten: "Die jetzige Lage führt zu einer Beschädigung unserer Regierungsfähigkeit. Das aber können wir uns nicht leisten." Die Personaldebatten dürfe man so nicht laufen lassen.

Der sächsische FDP-Chef, Holger Zastrow, stärkt Westerwelle im Deutschlandfunk-Interview indes den Rücken: Man habe mit ihm als Vorsitzenden viel erreicht. Er vertraue auf Guido Westerwelle, sagte Zastrow.

Mehr zum Thema hören Sie im DLF-Hintegrund über die Personaldebatte in der FDP (mp3-Audio).


Links:

Burkhard Hirsch: "Die Repräsentation der Partei gehört auf den Prüfstand" - Nach den Wahldebakeln der FDP

"Ich vertraue da auch auf Guido Westerwelle" - Sachsens FDP-Chef stärkt seinem Bundesvorsitzenden den Rücken

Lindner: Stehe nicht als Nachrücker für Brüderle zur Verfügung - Generalsekretär kündigt Erneuerung der FDP an

FDP muss "jetzt die Nerven bewahren" - Hessischer Justizminister Hahn (FDP) analysiert die Lage seiner Partei

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

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