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FDP: Döring soll neuer Generalsekretär werden

Rösler präsentiert Nachfolger nach Lindners Rücktritt

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler und der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)
Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler und der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)

Patrick Döring soll es richten: Nach dem überraschenden Rücktritt des bisherigen Generalsekretärs Christian Lindner präsentiert der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler keine zwölf Stunden später einen neuen Kandidaten für das Amt. Döring war bisher Bundesschatzmeister der Partei.

Döring sei tief verankert an der Parteibasis, meinte Rösler. Er zeigte sich überzeugt, dass mit dem neuen Generalsekretär die Mitglieder schnell motiviert werden könnten. Döring sagte, er lasse sich in einer schwierigen Zeit für die FDP in die Pflicht nehmen und wolle seine Aufgabe mit großem Ehrgeiz angehen.

Christian Lindner hatte die Partei nur zwei Jahre als Generalsekretär organisiert. Er gehörte neben dem Parteichef Philipp Rösler und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr der jungen Troika an, die nach der Ablösung des früheren Vorsitzenden Guido Westerwelle die Macht in der Partei übernommen hatte. Die Serie von Misserfolgen bei den jüngsten Wahlen hatte aber auch die neue Führung nicht stoppen können.

Lindner war in jüngster Zeit vor allem wegen der Organisation des Mitgliederentscheids seiner Partei zum Euro-Rettungsschirm in die Kritik geraten. Bereits vor Ablauf der Abstimmungsfrist hatte der Generalsekretär den Entscheid, den der Europa-Kritiker Frank Schäffler erzwungen hatte, für gescheitert erklärt. Ebenso wie sein Vorsitzender Rösler.

"Aus Respekt vor meiner Partei"

Lindner erklärte am Vormittag vor Journalisten in Berlin: "Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen." Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen hätten ihn in dieser Einschätzung bestärkt.

Fünf Prozent der Stimmen: Christian Lindner zeigt das Minimalziel der FDP (dpa)Christian Lindner trat nach zwei Jahren als Generalsekretär zurück. (dpa)Der Rücktritt erfolge "aus Respekt vor meiner Partei und vor meinem eigenen Engagement für die liberale Sache". Sein Bundestagsmandat wolle er behalten, betonte Lindner. Seinem Parteivorsitzenden wolle er aber die Möglichkeit geben, die Bundestagswahl 2013 "mit einem neuen Generalsekretär vorzubereiten und damit auch mit neuen Impulsen für die FDP zu einem Erfolg machen".

Philipp Rösler drückte sein Bedauern über Linders Schritt aus. Er dankte seinem bisherigen Generalsekretär für dessen Arbeit und kündigte an, schnell einen Nachfolger zu präsentieren. Schon am Freitag werde der Bundesvorstand über die Personalie beraten. Lindner habe hervorragende Arbeit geleistet, etwa bei seinem Einsatz für ein neues Grundsatzprogramm.

Kritik aus den eigenen Reihen

Der Altliberale Burkhard Hirsch äußerte sich kritischzum Rücktritt Lindners. Der Schritt sei für die FDP "nicht gerade ein Befreiungsschlag", sagte er im Deutschlandfunk. Über die Gründe des Generalsekretärs könne man nur spekulieren, aber "es muss ja Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Präsidiums oder zwischen Generalsekretär und Bundesvorsitzendem gegeben haben, die bisher nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind."

Der Chef der Jungen Liberalen, Lasse Becker, forderte die Partei im Deutschlandfunk auf, sich nicht zu lange mit Personaldebatten aufzuhalten. Rösler müsse "zeitnah, aber nicht überstürzt" einen Vorschlag für Lindners Nachfolger präsentieren. "Es geht darum, dass wir es schaffen müssen, dass wir die Probleme wieder in den Mittelpunkt stellen und nicht die ganze Zeit über uns selbst reden." Diskussionen über Posten interessierten die Bürger nicht.

Die Opposition wertete Lindners Schritt als Zeichen für die anhaltende Krise der FDP. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, erklärte, Lindner sei nur ein Bauernopfer. Mit seinem Schritt versuche Lindner, seinen Parteichef Rösler "noch ein paar Tage im Amt zu halten".

Weiterführende Links auf dradio.de:

Jungliberale fordern Ende der Personaldebatten - Juli-Chef Becker bedauert Lindners Rücktritt

Der Rücktritt von Christian Lindner "ist nicht gerade ein Befreiungsschlag" - Der liberale Politiker Burkhard Hirsch sorgt sich um die Zukunft der FDP

Röslers Vorpreschen "sehr unglücklich und sehr voreilig" - FDP-Politikerin Canel über die Querelen um den Mitgliederentscheid zur Euro-Stabilisierung

FDP steckt fest in der Krise Mitgliederentscheid zu künftigen Euro-Rettungsaktionen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

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