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FDP kürt Brüderle zum Spitzenkandidaten

Brüderle vergleicht Vermögenssteuer mit "Wohlstandsvernichtungswaffen"

Rainer Brüderle soll FDP-Spitzenkandidat bei der kommenden Bundestagswahl werden
Rainer Brüderle soll FDP-Spitzenkandidat bei der kommenden Bundestagswahl werden (dpa / Hannibal)

Nun ist es offiziell: Rainer Brüderle ist Spitzenkandidat der FDP bei der Bundestagswahl im Herbst. In seiner Rede bei Parteitag der Liberalen kritisierte Brüderle insbesondere die Opposition, aber auch der Koalitionspartner Union bekam sein Fett ab.

Die Union habe in der Vergangenheit "ein wenig viel sozialdemokratischen Speck angesetzt", attestierte Rainer Brüderle in seiner Rede auf dem Bundesparteitag der FDP in Berlin. Mit dem von der FDP verordneten marktwirtschaftlichen und bürgerrechtlichen "Fitnessprogramm" habe die schwarz-gelbe Koalition für das jetztige Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Exportwunder gesorgt. "Mit dieser Bilanz können wir aufrecht und selbstbewusst bei den Deutschen um einen neuen Wahlauftrag werben."

Die Opposition griff Brüderle hingegen scharf an. SPD und Grüne hätten in den vergangenen Jahren nichts dazugelernt, "sie holen sie wieder raus, die Wohlstandsvernichtungswaffen", sagte Brüderle mit Blick auf Pläne zur Einführung einer Vermögenssteuer oder Vermögensabgabe. Im Anschluss an seine Rede wurde Brüderle offiziell zum Spitzenkandidaten der Liberalen für den Bundestagswahlkampf erklärt.

Bereits gestern war Parteichef Philipp Rösler im Amt bestätigt worden - mit 85,7 Prozent der Stimmen. 2011 war Rösler noch auf 95,1 Prozent gekommen. Zugleich straften die knapp 650 Delegierten gleich zwei Regierungsmitglieder ab: Sowohl Entwicklungsminister Dirk Niebel als auch Gesundheitsminister Daniel Bahr verweigerten sie ein Führungsamt. Beide mussten sich bei den Wahlen zum Beisitzer im Präsidium dem schleswig-holsteinischen Fraktionschef Wolfgang Kubicki geschlagen geben. Offenbar hatten die Parteimitglieder Niebel seine Kritik an Parteichef Rösler und dem Zustand der FDP seit dem Dreikönigstreffen übel genommen.

Zastrow setzte sich gegen Homburger durch

Der nordrhein-westfälische Landeschef und ehemalige Generalsekretär Christian Lindner erhielt bei der Wahl der Stellvertreter mit 77,1 Prozent ein überraschend schwaches Ergebnis. Zweite Vize-Vorsitzende wurde Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die wie Lindner ohne Gegenkandidaten antrat und 83,7 Prozent erhielt. Bei der Kampfkandidatur für den dritten Stellvertreterposten konnte sich der sächsische Landeschef Holger Zastrow erst im zweiten Wahlgang gegen die baden-württembergische Landesvorsitzende Birgit Homburger durchsetzen. Generalsekretär Patrick Döring wurde im Amt bestätigt (65,6 Prozent).

In seiner Rede rief Kubicki die FDP-Mitglieder zu mehr Zuversicht auf. Ziel der Bundestagswahl sollte es sein, ein zweistelliges Ergebnis zu verteidigen: "Seid nicht so mutlos, Freunde!" Seit vier Monaten verharren die Freien Demokraten in Umfragen bei vier Prozent.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

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