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Festnahmen nach Discotheken-Inferno

Dreitägige Staatstrauer in Brasilien - Mehr als 230 Menschen nach Pyro-Show getötet

Eine Angehörige trauert um ein Opfer der Großbrands in einer Diskothek in Santa Maria
Eine Angehörige trauert um ein Opfer der Großbrands in einer Diskothek in Santa Maria (picture alliance / dpa / Marcelo Sayao)

Nach der Brandkatastrophe in einer Discothek hat die brasilianische Polizei mehrere Personen festgenommen. Darunter sollen laut Medienberichten auch der Besitzer des Clubs sowie ein Mitglied der Band sein, bei deren Bühnenshow das Feuer offenbar ausbrach.

Nach dem Brand mit mehr als 230 Toten hatte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Viele Menschen waren in den Flammen erstickt - die Notausgänge waren offenbar verriegelt. Die ersten Opfer sind inzwischen beigesetzt. Die meisten Opfer starben durch Rauchvergiftung.

Das Feuer entzündete sich nach ersten Erkenntnissen gegen 2.30 Uhr offenbar infolge einer pyrotechnischen Show, die zum Auftritt einer Musikband gehörte. Bei der Zündung einer Art Leuchtfackel auf der Bühne geriet demnach das Dämmmaterial in der Decke in Brand. Es entwickelten sich hochgiftige Dämpfe. Unter den Besuchern kam es zu einer Massenpanik. Nicht alle der Menschen schafften es zum Ausgang, Notausgangstüren waren offenbar verschlossen.

2000 Menschen hatten Platz in der Diskothek

Die Diskothek soll Kapazität für bis 2.000 Menschen gehabt haben. Wie viele in der Nacht tatsächlich in dem Gebäude feierten, war zunächst unklar. Es soll sich um eine Party von Studenten gehandelt haben. Die Feuerwehr war auch am Sonntag früh noch damit beschäftigt, Leichen aus den Trümmern zu bergen. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Zivilschutzes um 120 junge Männer und 113 Frauen. Über 100 Menschen sind noch in Krankenhäusern. Die Mehrheit leide an Rauchvergiftung. Etwa ein Fünftel der Verletzten habe bei dem Unglück Brandwunden erlitten, sagte Gesundheitsminister Alexandre Padilha. 30 Patienten seien an Atemgeräte angeschlossen.

Präsidentin reist vorzeitig von Gipfeltreffen ab

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff reiste wegen der Katastrophe vorzeitig vom EU-Lateinamerika-Gipfel in Chile ab. Sie versprach alles nur Mögliche zu tun, um den Angehörigen und Opfern der Tragödie zu helfen. "Ich möchte den Brasilianern und der Bevölkerung von Santa Maria sagen, dass wir in diesem traurigem Moment zusammenstehen", erklärte die sichtlich bewegte Staatschefin in Santiago de Chile. Für die kommenden drei Tage ordnete Rousseff eine Staatstrauer an.

Bundesregierung kondoliert

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenfalls an dem Gipfel in Chile teilnimmt, kondolierte Rousseff und drückte ihre Bestürzung über die Katastrophe aus.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle ließ über das Auswärtige Amt melden, er sei zutiefst bestürzt über dieses furchtbare Unglück: "Ich möchte den Brasilianern mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen. Unsere Gedanken sind in diesem traurigen Moment bei den vielen Opfern und ihren Familien, Angehörigen und Freunden."

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

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