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FIFA-Präsidentenwahl soll heute stattfinden

Amtsinhaber Joseph Blatter ist der einzige Kandidat - Rückhalt vom DFB-Chef

FIFA-Präsident Joseph Blatter  (AP)
FIFA-Präsident Joseph Blatter (AP)

Trotz Korruptionsvorwürfen, trotz der Suspendierung mehrerer Funktionäre des Weltfußballverbandes, trotz des Verdachts einer gekauften WM 2022 in Katar: Heute kandidiert der 74-jährige Joseph Blatter als Einziger. DFB-Chef Theo Zwanziger äußerte sich diplomatisch.

Am Dienstag hatten der englische und schottische Fußballverband gefordert, die Wahl zu verschieben, um einem reformorientierten Gegenkandidaten die Chance zur Gegenkandidatur zu geben. Präsident Blatter sah dafür offenbar keinen Anlass: Die Wahl soll wie geplant heute stattfinden.

DFB-Chef Theo Zwanziger unterstützt Sepp Blatter: "Ich kann nicht aufgrund von Verdachtsmomenten sagen, dass Blatter nicht wählbar ist. Die Verdächtigungen hat die Ethikkommission ausgeräumt," so Zwanziger im ZDF-Morgenmagazin. Zwanziger hegt aber Zweifel an der Rechtmäßigkeit der WM-2022-Vergabe an Katar, die "aufgrund eines beachtlichen Grades an Verdächtigungen noch einmal zu überprüfen" sei.

Deutschland solle sein Gewicht für eine Reform des mit Korruptionsvorwürfen konfrontierten Fußballweltverbands einbringen, fordert der Jurist Guido Tognoni, jahrzehntelang für die FIFA tätig.

Einige der Hauptsponsoren der FIFA (darunter ein Getränkehersteller und eine Fluggesellschaft) werden offenbar unruhig und üben unverhohlene Kritik am negativen Erscheinungsbild der FIFA. An Blatter prallte die Kritik bisher ab. Bei der Eröffnung des 61. FIFA-Kongresses am Dienstagnachmittag in Zürich sagte er:

"Wir leben in einer gestörten Welt. Es herrschen leider kein Respekt und auch kein Fair Play mehr. Die berühmte FIFA-Pyramide schwankt, sie ist in ihren Grundfesten erschüttert."

Mohamed bin Hammam, Chef der Asiatischen Fußball-Konföderation (AP)Mohamed bin Hammam, Chef der Asiatischen Fußball-Konföderation (AP)Mohammed bin Hammam, Chef des asiatischen FIFA-Verbandes, hatte seine Kandidatur zurückgezogen, nachdem Korruptionsvorwürfe gegen ihn laut geworden waren. Auch der FIFA-Vizepräsident Jack Warner soll an Stimmenkauf für den Kandidaten bin Hammam beteiligt gewesen sein. Die FIFA-Ethikkommission suspendierte die beiden Funktionäre. Warner hat in den vergangenen Tagen einen "Tsunami" an Enthüllungen über die FIFA angekündigt, bislang aber nicht geliefert. Im Gegenteil: Am Dienstag ließ Warner wissen, dass er heute für Blatter stimmen werde - eine Kehrtwende um 180 Grad.

Präsident Blatter soll von den Korruptionsvorgängen gewusst, aber nichts dagegen unternommen haben. Zudem steht der bislang unbewiesene Vorwurf im Raum, die Vergabe der WM 2022 an Katar sei nicht mit rechten Dingen zugegangen.

Beiträge zum Thema auf dradio.de:

Tognoni: FIFA-Präsident Blatter ist "ein Vollprofi in der Machterhaltung"

Englischer Fußballverband will Wahl des FIFA-Präsidenten verschieben lassen

Themenschwerpunkt FIFA-Krise bei DRadio Wissen

Kommentar von Deutschlandfunk-Sportredakteur Moritz Küpper

"Der Weltfußballverband ist ein mafiaähnlicher Verein"

Kommentar von DLF-Sportjournalistin Grit Hartmann


Offizielle Website der FIFA

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

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