Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Financial Times Deutschland" wird eingestellt

Letzte Ausgabe der Zeitung erscheint am 7. Dezember

Das Ende der "Financial Times Deutschland" ist besiegelt. (picture alliance / dpa / Federico Gambarini)
Das Ende der "Financial Times Deutschland" ist besiegelt. (picture alliance / dpa / Federico Gambarini)

Jetzt ist es offiziell: Der Verlag Gruner + Jahr wird die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" nach zwölf Jahren einstellen. Die Magazine "Börse Online" und "Impulse" sollen verkauft werden. Mehr als 360 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Nach tagelangen Spekulationen ist das Aus für die Wirtschaftszeitung «Financial Times Deutschland» offiziell besiegelt. Die letzte Ausgabe werde am 7. Dezember erscheinen, teilten der Verlag Gruner + Jahr (G+J) und der Betriebsrat der gemeinsamen Wirtschaftsmedien-Redaktion heute in Hamburg mit. Mehr als 360 Verlagsmitarbeiter werden ihre Jobs verlieren. In der Freitagsausgabe der Zeitung ist die zweite Seite gefüllt mir Solidaritäts-Zuschriften von Lesern. Auch die Online-Ausgabe wird nicht fortgeführt.

"Die Financial Times Deutschland schreibt seit ihrer Gründung im Jahr 2000 Verluste. Vor diesem Hintergrund sehen wir keinen Weg, die Financial Times Deutschland weiter zu betreiben», erklärte G+J-Vorstand Julia Jäkel. Diese sei eines der «ambitioniertesten journalistischen Projekte der vergangenen Dekade». Es gehe ein «bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik zu Ende».

Wirtschaftsmagazin "Capital" soll am Markt bleiben

Das Ende der «FTD» war seit Tagen erwartet worden, nachdem der Aufsichtsrat dem Vorstand am Mittwoch freie Hand zur einer Einstellung oder einem Verkauf des Titels gegeben hatte. Über wirtschaftliche Probleme des Blatts und anderer Wirtschaftsblätter des Verlags war schon seit einiger Zeit spekuliert worden.

Das Wirtschaftsmagazin «Capital» soll erhalten bleiben und am Standort Berlin mit einer kleineren Redaktion neu ausgerichtet werden. Noch nicht entschieden ist nach Unternehmensangaben über die Zukunft der Wirtschaftsmagazine «Börse Online» und «Impulse».

G+J hatte 2008 alle seine Wirtschaftstitel zusammengelegt - beliefert wurden sie von einer gemeinsamen Redaktion. Die dadurch erzielten Einsparungen sind laut Verlag "erheblich gewesen", reichten aber nicht aus, rückläufige Anzeigenumsätze auszugleichen.

Nach der "Frankfurter Rundschau" nun die "FTD"

Mit der Einstellung der «FTD» ist in diesem Monat die zweite große Zeitung Opfer sinkender Einnahmen geworden. Am 13. November hatte das Druck- und Verlagshaus, in dem die «Frankfurter Rundschau» erscheint, Insolvenzantrag gestellt.

Gruner + Jahr ist einer der großen deutschen Presseverlage. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg gibt unter anderem Zeitschriften wie «Stern» und «Brigitte» heraus. Der Verlag gehört zu 74,9 Prozent dem deutschen Medien-Großkonzern Bertelsmann, 25,1 Prozent der Anteile hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.


Mehr zum Thema auf dradio.de:

Aus für die FTD, ein Bericht von Verena Herb im Deutschlandradio Kultur
Genau hinsehen statt schwarzmalen - Über das Aus von "Frankfurter Rundschau" und "Financial Times Deutschland"
"Sie war einst DIE linksliberale Zeitung" - Frankfurter Rundschau ist insolvent - Beginn eines Zeitungssterbens?

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Wirtschaftsexperte zum Brexit"Die Briten sind in dieser Situation schlechter gestellt"

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft. (imago / Jürgen Heinrich)

Nach dem Brexit-Beschluss Großbritanniens müsse es jetzt darum gehen, die Interessen der Gemeinschaft in den Fokus zu rücken, sagte Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft. 

US-Podcast "S-Town"Ein exzentrischer Uhrmacher im White-Trash-Amerika

Brian Reed bei Aufnahmen für seinen Podcast "S-Town". (Photo Credit: Andrea Morales)

Der Podcast "S-Town" ist die neue Produktion des Teams hinter dem US-Erfolgspodcast "Serial". Die Ansprüche der Hörserien-Fans sind deswegen groß. Können die sieben Folgen über einen angeblichen Mord in Alabama die Erwartungen erfüllen?

Axel Scheffler über den Brexit"Wütend und enttäuscht"

Der Autor Axel Scheffler posiert in Köln vor einer Lesung im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne. (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

Seit 35 Jahren lebt der deutsche Illustrator Axel Scheffler ("Der Grüffelo") mit seiner Familie in Großbritannien. Jetzt, da es mit dem Brexit ernst wird, fühlt er sich unsicher: Wird er bleiben können? Von seinem Gastland ist Scheffler enttäuscht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Türkei erklärt Militäreinsatz für beendet | mehr

Kulturnachrichten

Cardinale für Cannes-Plakat offenbar dünner gemacht  | mehr

 

| mehr