Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Forscher arbeiten an neuem Therapieansatz für EHEC

Ergebnisse werden für kommende Woche erwartet

Der EHEC-Erreger in einer Petrischale (picture alliance / dpa/Bodo Marks)
Der EHEC-Erreger in einer Petrischale (picture alliance / dpa/Bodo Marks)

Der EHEC-Bakterienstamm, der in Deutschland bereits 18 Menschen das Leben gekostet hat, stellt die Wissenschaft weiter vor ein Rätsel. Weder ist die exakte Quelle bekannt, noch der genaue Übertragungsweg.

Auf der Suche nach einer Therapie gegen das bislang unbekannte gefährliche EHEC-Bakterium sind Forscher möglicherweise einen Schritt weitergekommen. Man erhoffe sich im Laufe der nächsten Woche Hinweise zur Verhinderung weiterer Infektionen, sagte Dag Harmsen vom Universitätsklinikum Münster. Insbesondere gelte es herauszufinden, was den Erreger so aggressiv mache. Mit den bisherigen Erkenntnissen könne Patienten noch nicht geholfen werden. Bei 17 Menschen wurde das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) festgestellt, bei dem das Bakterium im Verlauf die Nieren zerstören kann.

Kein neuer Erreger - aber sehr gefährlich

Professor Helge Karch, Direktor des Instituts für Hygiene an der Uniklinik Münster, betont, dass es sich bei dem Erreger nicht, wie berichtet, um einen völlig neuartigen Stamm handle. In einer Pressemitteilung betont die Uniklinik Münster:

"Es handelt sich bei dem Ausbruchsstamm um einen Hybrid-Klon, der Virulenzeigenschaften unterschiedlicher Erreger vereint." Die Stämme seien "nicht neu, sondern auch schon früher aufgetreten. Allerdings sind sie extrem selten und zwar weltweit."

In der Ärztezeitung heißt es: "Die Münsteraner Wissenschaftler konnten zeigen, dass es sich bei den neuen Eigenschaften des Ausbruchserregers um Charakteristika handelt", die bereits seit 2001 bekannt seien.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hatte gestern mitgeteilt, dass das Genom des Erregers entschlüsselt worden sei. Zwei ähnliche EHEC-Erreger hätten sich gekreuzt und den jetzt so gefährlichen Stamm erzeugt.

Die meisten EHEC-Erkrankungen gibt es in Norddeutschland und seit über einer Woche reagieren die Krankenhäuser darauf mit Notfallplänen und Überstunden. EHEC kostet - finanziell und menschlich.

Anfänglich war vermutet worden, der Erreger sei auf verunreinigten Gurken aus spanischer Produktion nach Deutschland gelangt. Diese Theorie ist mittlerweile widerlegt.

Am Freitagmittag bestätigten die Gesundheitsbehörden den 18. Todesfall durch EHEC. In Thüringen starb eine 80-jährige Frau an dem Erreger.

Obwohl der Übertragungsweg und der genaue Ursprung des Erregers nicht bekannt sind, wird weiter vor dem Verzehr von rohem Gemüse gewarnt. Wie die Deutschen die EHEC-Nachrichten aufnehmen und welche Vorsichtsmaßnahmen (MP3-Audio) sie treffen, hat Dieter Kassel die Hörer im Deutschlandradio Kultur gefragt.

Zum Themea EHEC auf externen Seiten:
Uniklinik Münster: Pressemitteilung zu EHEC-Erreger (2. Juni 2011)
Ärztezeitung zu EHEC-Erreger (3. Juni 2011)

Das EHEC-Bakterium unter dem Elektronenmikroskop (picture alliance / dpa)Das EHEC-Bakterium (picture alliance / dpa)Mehr zum Thema auf dradio.de:

"Das ist extrem belastend, das zu sehen" - Reportage aus einer EHEC-Isolationsstation in Kiel

Dradio aktuell: Wissenschaftler entdecken neuen EHEC-Stamm

Forschung Aktuell - Gurke, Tomate, Blattsalat - schuldig oder nicht?

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Jesidin in Deutschland"Es ist Angst, Angst, Angst"

Teilnehmer des Kulturtages der Jesiden sitzen am 20.08.2016 in einem traditionellen Zelt in Celle (Niedersachsen). Die gr (dpa)

Die Jesidin Irina Badavi erlebte ihre Ehe als Leidensweg. Ihr Mann vergewaltigte und verprügelte sie, Solidarität von anderen Familienmitgliedern blieb aus. Badavi macht die Religion mitverantwortlich für die Gewalt. Seit sie ihre Erfahrungen öffentlich gemacht hat, gilt sie als Verräterin.

Die Rhetorik des Joachim GauckBetroffenheit durch Kunstpause

Gauck mit ernstem Blick vor einem Weihnachtsbaum und einer Bundesfahne. (Markus Schreiber / dpa)

Bundespräsident Joachim Gauck geht - und mit ihm ein ganz spezieller Redestil: pastoral, menschelnd, bedeutungsschwanger. Wie macht er das? Wir haben den Kulturwissenschaftler Gernot Wolfram nach den rhetorischen Kniffen des Präsidenten gefragt.

"Der Geschmack von Laub und Erde"Das Leben aus der Perspektive eines Tieres

Ein Dachs im Tierpark Eeckholt in der Nähe des schleswig-holsteinischen Großenaspe. (picture alliance / dpa / Carsten Rehder)

Skurrile Zivilisationsflucht: Tierarzt Charles Foster lebt versuchsweise wie ein Tier im Wald. Das gestattet ihm einen neuen Blick aufs eigene Menschsein. Seinen augenzwinkernden Bericht lesen auch Zivilisationsfreunde mit Gewinn.

WikileaksObama begnadigt Whistleblowerin Manning

ARCHIV - HANDOUT - Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning (undatierte Aufnahme) mit Perücke. Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat die 35-jährige Haftstrafe für die Whistleblowerin Manning verkürzt. Die ehemalige Wikileaks-Informantin solle das Gefängnis am 17. Mai 2017 verlassen dürfen, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. (U.S. Army / dpa - Bildfunk+++)

Nur wenige Tage vor seinem Ausscheiden als US-Präsident hat Barack Obama die Haftstrafe für die Whistleblowerin Chelsea Manning deutlich verkürzt. Sie soll schon im Mai freikommen. Manning hatte vertrauliche Dokumente des US-Militärs an Wikileaks weitergeleitet.

Politische MoralIst Solidarität aus der Mode gekommen?

Königsallee in Düsseldorf (picture alliance / dpa / Foto: Martin Gerten)

Mehr Solidarität wagen! Dafür plädiert die Soziologin Sabine Hark. Sie sagt: Wir brauchen eine Sprache der universellen, politischen Moral - in Zeiten globaler Ungleichheiten mehr denn je.

125. Geburtstag Oliver HardyEin Schwergewicht der Komik

18. Januar 1951: Die legendären Komiker Stan Laurel (l) und Oliver Hardy (r) mit einer Geburtstagstorte im Billancourt Studio in Paris. (picture alliance / dpa / keystone)

Oliver Hardy, das war der Dick im legendären Duo "Stan und Ollie", in Deutschland vor allem bekannt als "Dick und Doof". Seine Lebensrolle als großspuriger Möchtegern-Mann-von-Welt, dem bei besten Absichten immer alles misslingt, spielt er fast 30 Jahre.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Höcke-Rede  Oppermann bezeichnet AfD-Politiker als "Nazi" | mehr

Kulturnachrichten

Hollywood verfilmt das Leben von Sammy Davis Jr.  | mehr

Wissensnachrichten

Hamster  Mütter fressen auf Mais-Diät ihre Kinder | mehr